Im Gegensatz zu Deinem Konkurrenten Hansruedi Köppel polarisierst Du extrem. Alleine Deine Nomination hat medial hohe Wellen geworfen. Sogar der Blick und albanische Onlineportale haben Deine Kandidatur aufgegriffen. Siehst Du diese Medienpräsenz hinsichtlich der Ersatzwahlen als Vor- oder Nachteil?
Meine Nomination hat keine hohen Wellen geschlagen. Ganz im Gegenteil: Die hohen Wellen kamen nach den Leserbriefen von Marcel Toeltl und Albertino Pierino Steiner. Ich persönlich bin wie viele junge Frauen in meinem Alter auf Instagram und Facebook aktiv. Irgendwo muss ich die Bevölkerung informieren und mich gegen Behauptungen und Anmassungen wehren. Grundsätzlich lasse ich nicht alles über mich ergehen.
Ich sehe die Medienpräsenz aktuell eher als Nachteil. Obwohl ich zu St.Margrethen gehöre, mich aktiv im Dorf und in der Region engagiere, wird der Fokus eher auf meine Fotos, meine Agenda und meine Socialmedia-Aktivitäten gelegt, statt auf die wirklich wichtigen Tatsachen einzugehen.
Ich habe die nötigen Kompetenzen, den Mut und das nötige Feingefühl für das anspruchsvolle Amt einer Gemeinderätin. Und diese Aussage gilt u.a. auch als Kritik an rheintal24. Ich werde nach Äusserlichkeiten beurteilt, dabei sollte eigentlich mein Engagement im Vordergrund stehen.
Polarisieren scheint Teil Deiner Strategie zu sein. In den sozialen Medien (Facebook und Instagram) bist Du jedenfalls omnipräsent und posierst in allen Lebenslagen und Tätigkeiten.
Grundsätzlich will ich nicht polarisieren. Ich nutze jedoch diese Kanäle, um mich mitzuteilen, Vorurteile abzubauen und Gerüchte oder Falschaussagen zu berichtigen.
Als ich kürzlich vom Fussball-Mädchentraining zur Delegiertenversammlung der Mitte und danach zum Training der 1.Mannschaft gehetzt bin, habe ich dies noch kurz mit den Aufschriften «Hochzeit 1 – Hochzeit 2 – und Hochzeit 3» gepostet. Dies natürlich auch um die Aussage der Medien - «Sie tanzt auf zu vielen Hochzeiten» - ein wenig auf die Schippe zu nehmen.
In einem Deiner zahlreichen Posts auf Facebook forderst Du Deine Community auf, Dich unbedingt zu wählen, weil sonst mit Jacqueline Stäbler nur noch eine Frau im Gemeinderat vertreten sei. Das tönt stark nach Quote und ist – selbst in Frauenkreisen – mittlerweile wirklich «kalter Kaffee». Sollte ein Gremium nicht unabhängig vom Geschlecht nach Fähigkeiten zusammengestellt sein?
Ein solches Gremium sollte tatsächlich geschlechterunabhängig und nach Fähigkeiten zusammengestellt sein. Ich denke, heutzutage sind modernes und wirtschaftliches Denken gefragt. Auch Aktivität, Ausdauer und Scharfsinnigkeit sind Eigenschaften, die im politischen Alltag gefragt sind.
Grundsätzlich finde ich es sehr wichtig, dass man wählen geht. Ob für mich oder meinen Gegenkandidaten ist sekundär. Wichtig ist, dass junge Menschen ein Interesse für unser Dorf entwickeln und aktiv daran teilnehmen. Die Chance zu haben, wählen zu können, sollte nicht als selbstverständlich angesehen werden.
Wo kann man Dich während des Wahlkampfs «live» sehen? Was für Auftritte hast Du geplant?
Ich war an verschiedenen Anlässen wie der Neujahrsbegrüssung der Gemeinde, der Neujahrsbegrüssung der Mitte Rheintal in Au mit Parteipräsident Gerhard Pfister oder am «Follmond» präsent. Auch im Umfeld des Mosaik-Teams, auf dem Fussballplatz, im Festungsmuseum oder an Männerchor-Anlässen bin ich anzutreffen.
Und auch in den verschiedenen Dorfbeizen oder bei einem Spaziergang im Eselschwanz trifft man mich. Ich freue mich auf konstruktive Gespräche mit der Bevölkerung. Über weitere Auftritte und Events werde ich zeitnah informieren.