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Balgach
19.07.2021

Zwei Schlawiner und ein falscher Hase

Das Warten vor dem Start mit leichtem Maulkorb, damit auf der wilden Hatz nicht aus Versehen der Konkurrent gebissen wird
Das Warten vor dem Start mit leichtem Maulkorb, damit auf der wilden Hatz nicht aus Versehen der Konkurrent gebissen wird Bild: Ulrike Huber
Im Riet bei Balgach fand an diesem Wochenende der erste Ostschweizer Sommer-Cup für Windhunde statt. Mit Bewertungsshow und «Coursing», einem Rennen der Hunde hinter einem falschen Hasen her.

«Hej, das macht aber Spass!», so das Resümee der zehnjährigen Bettina, nachdem sie am Sonntag der wilden Hatz der bis zu 60 km/h schnellen Windhunde durch den 800 Meter langen Parcours zugeschaut hatte. Tatsächlich war das «Coursing», wie diese Art des Windhunderennens genannte wird, eine für alle Zuschauer vergnügliche Angelegenheit. Vergnüglich auch für die Windhunde selbst.

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Der Hase schlägt Haken

Denn die eleganten, schlanken und doch muskelgepackten Vierbeiner tun nichts lieber, als hinter dem von einem Schleppseil über Umlenkrollen gezogenen «falschen Hasen» aus Nylonstreifenbündeln hinterherzujagen. Wobei der Hase auf dem in ein normales abgemähtes Feld platzierten Rennkurs Haken schlägt, wie ein echter Hase. Und die windschnittigen Windhunde immer hinterher.

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Unter den flotten Vierbeinern befinden sich denn auch «alte Rennhasen», also Hunde mit offensichtlich viel Erfahrung im «Coursing». Hunde, die nicht blind dem Hasen hinterherhecheln, schon vorausschauend die Ecken des Kurses abkürzen, um den Hasen zu stellen. Darunter auch echte «Schlawiner», die es dann allerdings übertrieben haben. Sie haben derart abgekürzt, dass sie den Fetzenhasen aus den Augen verloren haben und auf dem ganzen Feld auf die Suche gehen mussten.

Video: Ulrike Huber

Seit zwanzig Jahren an den Hunderennen

Unter diesen beiden Oberschlauen war auch Hündin Dai Jin von OK-Präsidentin Alexandra Bieri aus Balgach, die schon seit zwanzig Jahren mit ihren Lieblingen an Hunderennen teilnimmt. «Dai Jin wollte den Leuten vermutlich einfach Action bieten», erzählt Bieri schmunzelnd, «dass sie natürlich Letzte im Klassement geworden ist, nehme ich mit Humor. Denn schliesslich ist sie eine schon ältere Hündin, die nach einer Augenverletzung nicht mehr so gut sieht. Aber sie geht so gerne an den Start, diese Freude wollte ich ihr machen.»

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Ja, es fällt auf, wie die insgesamt 111 Hunde, die in 61 Läufen zu zweit oder alleine angetreten sind, bereits Minuten vor dem Start in der Nähe des Plastikhasen nervös werden, wie sie oft von ihren Frauchen kaum mehr zu bändigen sind. Wenn Hunde lachen könnten, sie würden es bei dieser Freizeitbeschäftigung tun. Und dass die Windhunde vor dem Start zittern, hat weniger mit Kälte oder Angst zu tun, sondern ist ein natürlicher Mechanismus, um ausreichend Wärme in die Muskeln zu bekommen.

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Durchgehend viele Leute an der Strecke

«Mit dem Zuschauerbesuch sind wir sehr zufrieden, am Samstag war es trotz der nassen Witterung schon gut und am Sonntag waren durchgehend viele Leute an der Strecke», zeigt sich Alexandra Bieri erfreut, «schön, dass es nach der coronabedingten Absage letztes Jahr endlich geklappt hat.»

OK-Präsidentin Alexandra Bieri aus Balgach mit ihren vierpfotigen Lieblingen Bild: Ulrike Huber

Und die Balgacherin hat auch eine frohe Botschaft für alle Fans der Windhunde und solche, die es noch werden wollen: «Wir wurden für die Durchführung der Schweizer Meisterschaft 2022 nominiert. Diese findet allerdings erst im Oktober statt, sodass wir noch ein Geläuf suchen, das auch mehrere Tage Dauerregen gut übersteht.»

rheintal24/gmh/uh