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18.01.2021

Schluss mit dem Babyelefanten

Bisher galt in Österreich der "Babyelefant" als Masseinheit für das Abstandhalten (Symbolbild: Shutterstock) Bild: Shutterstock
Mit einer originellen Werbekampagne machte die österreichische Regierung ihrer Bevölkerung den seit Beginn der Coronakrise propagierten Ein-Meter-Abstand schmackhaft: ein „Babyelefant“ sollte zwischen den Menschen Platz haben. Jetzt kommen neue Massnahmen.

Auch das östlich der Schweiz gelegene Alpenland passt seine Coronastrategie der Gefährlichkeit und höheren Ansteckungsrate des mutierten und aus England gekommenen Covid-19-Virus an. Wichtigste Massnahme: der strenge Lockdown, der schon seit Weihnachten herrscht, wird bis mindestens 7. Februar verlängert. Danach öffnen als erstes wieder Schulen, Handel und Museen. Gastronomie, Tourismus und Veranstalter müssen sich bis Ende Februar gedulden.

Abstandregel auf zwei Meter ausgedehnt

Bis Ende Februar darf der gelernte Österreicher sein Haus also nur aus bestimmten Gründen verlassen, beispielsweise um zur Arbeit zu kommen, den Hund auszuführen, Sport zu betreiben oder einzukaufen. Die bisher bestehende Abstandsregel von einem Meter wird auf zwei Metern ausgedehnt. Also Schluss mit dem im Alpenland berühmt gewordenen „Babyelefanten“, mit dem die Regierung in einer originellen Werbekampagne auf die bisherige Abstandspflicht hingewiesen hatte. Der „Babyelefant“ ist wohl ins „Kindergartenalter“ entwachsen. Grösser geworden, wie die gesamten Probleme der Menschen mit Corona.

Was sonst noch neu ist in „tu felix Austria“: Ab 25. Jänner sind FFP2-Masken im Handel und in den öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend. "Der Mund-Nasen-Schutz ist gut, aber die FFP2-Maske ist massiv besser", erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Die FFP2-Masken sollen im Lebensmittel-Einzelhandel zum Selbstkostenpreis angeboten und einkommensschwachen Personen gratis ausgegeben werden. Und für Kinder ab sechs Jahren gilt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Die neue Masseinheit:? Dieser Meterstab ist genau zwei Meter lang (Bild: Shutterstock) Bild: Shutterstock

Die Skigebiete bleiben offen – die Grenze bleibt dicht

Die Schulen werden frühestens am 8. Februar wieder in den Präsenzunterricht starten. Skigebiete bleiben offen. Veranstaltungen bleiben bis Ende Februar genauso untersagt, wie die Öffnung der Gastronomie. Der Grenzübertritt nach Österreich wurde letzte Woche durch die elektronische Vorabregistrierungspflicht (rheintal24.ch hat berichtet) deutlich erschwert.

Das Leben für unsere Freunde ennet des Rheins bleibt also ein ziemlich beschwerliches. Doch mit den rigiden Massnahmen, mit dem strengen Lockdown seit Weihnachten konnten die Fallzahlen der täglichen Neuerkrankungen in Österreich, die Mitte November noch knapp zehntausend betragen hatten, auf zuletzt etwa 1´500 gesenkt werden. Zum Vergleich: die Schweiz mit ihren immer noch weniger strengen Massnahmen liegt derzeit bei etwa 2´400 täglichen Neuerkrankungen. Wobei die Einwohnerzahlen in beiden Ländern mit 8.57 Mio in der Schweiz und 8.85 Mio in Österreich etwa gleich hoch liegen.

In Österreich lautet das Wort des Jahres «Babyelefant». Mit der ungefähren Länge eines Jungtiers wird der Abstand beschrieben, den Menschen in der Corona-Pandemie voneinander halten sollen. Wahlweise, so wird in Wien kolportiert, sei auch eine Riesenschildkröte oder ein Besen als Abstandsmesser diskutiert worden. Da ist man natürlich als Bürger ganz froh, dass es ein Minielefant geworden ist. Das Video, das noch kurz vor dem dritten Lockdown von der Regierung in Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz in Auftrag gegeben wurde, wäre mit einer Schildkröte oder einem Besenstiel weit weniger rührend geworden.

Was jetzt wohl als Symbol für den neuen Zwei-Meter-Abstand kommt? Der Baby-Blauwal? Oder ein kleines Pferd? Aber Vorsicht, das könnte ja nach hinten austreten, wenn ihm andere zu nahe kommen.

gmh/uh