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Leserbrief
Kanton
17.01.2026

«Volksentscheid respektieren: Böden nicht verschenken und zerstören»

SVP-Kantonsrat Christian Vogel (links im Bild) aus Dietfurt kritisiert die St.Galler Regierung, dass sie trotz Volks-Nein 2022 schon wieder über Wil West abstimmen lässt.
SVP-Kantonsrat Christian Vogel (links im Bild) aus Dietfurt kritisiert die St.Galler Regierung, dass sie trotz Volks-Nein 2022 schon wieder über Wil West abstimmen lässt. Bild: zVg
In seinem Leserbrief erklärt der Jurist und SVP-Politiker Christian Vogel, warum er bei der Wil-West-Abstimmung ein klares Nein in die Urne wirft.

2022 stimmte das Volk Nein zu Wil West. Jetzt kommt der alte Wein nochmals in neuen Schläuchen. Am 8. März 2026 stimmen wir St.Galler darüber ab, ob unser Kanton 12.3 Hektaren eigenes Landwirtschaftsland (alles Fruchtfolgeflächen) zwischen Wil und Gloten an den Kanton Thurgau verkauft. So kann dieser die Überbauung vorantreiben.

Die Gutachter für die Schätzung des Bodenpreises haben den Bodenpreis – auf Anweisung der Regierungen beider Kantone – tief gerechnet. Sie wendeten nur eine Methode an. Auf gut Deutsch: Viele Annahmen und keine Vergleiche mit dem Markt. Von Verkaufspreis wird uns St.Gallern die Fruchtfolgeflächen-Kompensation im Kanton Thurgau abzogen. Wir bezahlen zudem die Mehrwertabgabe an den Kanton Thurgau. Es ist, wie wenn man seine Kuh verkauft, dem Käufer aber,danach noch ausmisten und den Tierarzt zahlen muss.

Unter dem Strich verschenken wir Boden an bester Lage für 53.- pro Quadratmeter. Für Boden, dessen Einzonung per Ende 2027 bereits fix ist. 2028 verkauft der Thurgau den Boden mit viel Gewinn einem privaten Investor weiter.,Die versprochene Kompensation der Wiesen und Äcker von Wil West an einem anderen Ort ist ein Papiertiger. Es ist, wie wenn ein Dorf abgebrochen wird und andernorts eine Handvoll Wohnungen saniert werden. Was zählt, nämlich das Dach über dem Kopf für viele Menschen, ist weg.

Gleich ist es hier: Wenn wir die Nahrungsmittel-Produktion für viele Menschen behalten wollen, braucht es Flächen. Diese Flächen werden mit Wil West zerstört. Zusätzlich den 12.3 Hektaren für Gebäude und Strassen gehen zwei Hektaren Wies- und Ackerland für ökologischen Ersatz verloren: Diese werden erst abhumusiert, dann kommen Büsche und Sandflächen für Eidechsen hin. Obwohl viel freies Gewerbeland da ist, wollen die beiden Regierungen noch mehr einzonen. Wil West bringt so noch mehr Einwanderer und somit mehr Bedarf an Wohnungen, Strassen, öV und Schulen. Eine nie endende Spirale, mit Vollgas zur 10-Millionen-Schweiz.

Stimmen auch Sie NEIN zu Wil West.

  • Christian Vogel, Jurist, SVP-Kantonsrat (Toggenburg)
  • Mitglied der vorberatenden Kommission Wil West des St.Galler Kantonsrates

Information zum Leserbrief

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Redaktion rheintal24

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