Besonders brisant: Wer sich einer angeordneten Impfung widersetzt, könnte mit Bussen von bis zu 20'000 Franken bestraft werden. Für viele ist klar: Das ist kein freiwilliges Angebot mehr, sondern ein Impfzwang durch die Hintertür.
Zündstoff liefert auch die schwammige Formulierung der gesetzlichen Grundlage. Begriffe wie "besondere Lage" oder "erhöhte Gefahr" lassen viel Interpretationsspielraum und öffnen laut Gegnern Tür und Tor für politische Willkür. Die Erfahrung der Corona-Pandemie sitzt bei vielen noch tief.
Kritische Stimmen warnen davor, dass Grundrechte im Namen der Gesundheit erneut eingeschränkt werden könnten. Organisationen wie das Aktionsbündnis freie Schweiz schlagen Alarm und fordern ein klares Bekenntnis zur Eigenverantwortung statt Druck und Strafandrohungen.
Ob der Kanton diesen Weg tatsächlich einschlägt, wird politisch noch heftig umkämpft sein. Klar ist schon jetzt: Die Impfdebatte in St.Gallen ist neu entfacht – und sie polarisiert.