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Widnau
12.01.2026
12.01.2026 09:08 Uhr

«Ich boxe schnell, intensiv und hart»

Angela De Felice
Angela De Felice Bild: zVg
Die 19-jährige Angela De Felice aus Widnau hat sich an den Schweizermeisterschaften ihren ersten Elite-Titel erkämpft. Mit schnellem, intensivem und hartem Boxen setzt sie neue Zeichen – und hat bereits die nächsten grossen Ziele im Blick.

Angela De Felice ist gerade einmal 19 Jahre alt und bereits äusserst erfolgreich. In ihrer bisherigen Karriere als Boxerin konnte sie viele Titel für sich beanspruchen. Kürzlich gewannn sie ihren ersten Elite-Titel im Finale der Schweizermeisterschaften. Damit erreichte die Rheintalerin einen der grössten Meilensteine in der Karriere. Rheintal24 konnte die Boxerin für ein Interview erreichen.

Die Ziele erreicht

Darauf angesprochen, wie es war, als sie den Titel in den Händen halten durfte, gibt sich De Felice bescheiden: «Es war auf jeden Fall eine grosse Erleichterung.» Für den Moment konnte sie aufatmen, allerdings gibt es keine Pause; die Rheintalerin hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt. «Ich will mich in der Kategorie der Erwachsenen zurechtfinden und mir darin meinen Platz klarmachen.»

Ein weiteres erklärtes Ziel: «Die Gegnerin aus dem Finale zu besiegen.» So richtig viele Gedanken um das Alter der Gegnerin machte sich De Felice nicht. «Ich wusste einfach, was zu tun ist, da ich sie mit meinem Trainer analysiert habe.» Dennoch ein sehr ambitioniertes Ziel: «Sie hat dieses Jahr den Platz auf 51kg in der Nationalmannschaft vertreten.» Die Ziele sind ihr beide bestens gelungen «und darauf bin ich sehr stolz.»

Schon seit Kindheitstagen im Boxring

«Meine Gegnerin war physisch sehr stark. Aber ich hatte mehr Erfahrung und boxe allgemein sehr viel mit dem Kopf. In diesem Match blieb ich beispielsweise eher auf Distanz.» Im Jargon bedeutet das, dass man sich ausserhalb der Schlagreichweite befindet und mit langen und lockeren Schlägen die nötigen Punkte holt. «Und sobald die Gegnerin angreift, weicht man aus und kontert mit dem eigenen Schlag. Ich habe im Prinzip ihre Schläge in die Luft gehen lassen und liess sie im gleichen Moment mit voller Wucht in meine Schläge rennen.»

Die Rheintalerin boxt schon seit der Kindheit. Da eignet man sich so manche Techniken an. Dementsprechend ist es schwierig, den Stil auf ganz bestimmte Merkmale herunterzubrechen. «Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass ich schnell, intensiv und auch sehr hart boxe. Ich versuche, die verschiedenen Elemente zu mischen und im richtigen Moment das richtige anzuwenden.»

Seitdem sie elf Jahre alt ist, tritt die Widnauerin ihren Kontrahentinnen entgegen. Da sie in der Schweiz sehr lange keine Gegnerinnen finden konnte, boxte sie von Beginn an auf internationalem Parkett. «Mein Coach und Vater Dino De Felice musste immer mit mir ins Ausland reisen, damit ich überhaupt boxen konnte.» Im Laufe der Zeit als Nachwuchsboxerin (U 18) hat sie bereits über 17 Landesmeisterinnen besiegt und diverse internationale Turniere gewonnen.

«Macht mich extrem stolz»

Hinter und neben dem Ring steht vor allem ihr Vater Dino De Felice. Er nimmt die verschiedensten Rollen ein: Coach, Vater, Kritiker. «Manchmal sind wir wie Feuer und Benzin, da wir beide sehr emotional sind. Jedoch kennt mich niemand besser als er, was auch ein grosser Vorteil ist. Diese Leidenschaft gemeinsam zu teilen, macht mich sehr glücklich. Ihn nach einem Kampf stolz zu sehen, ist ein tolles Gefühl.» 

Apropos Coach: Die Boxerin tritt in die Fussstapfen ihres Vaters: «Ich unterrichte bei uns im Boxclub seit vielen Jahren das Kindertraining und einige Kinder, die bei mir angefangen haben, stehen bereits selbst im Ring und gehen denselben Weg, den ich damals ging. Das macht mich extrem stolz.»

International Fuss fassen

Mit dem Erfolg an den Schweizermeisterschaften und der Coaching-Position im heimischen Verein ist noch lange nicht Schluss. De Felice hat Talent und sie weiss, wie man dieses ausspielen kann: «Mein grosses Ziel ist, im Jahre 2026 international in der Elite-Kategorie Fuss zu wachsen und Turniere für die Schweiz zu gewinnen. Wenn alles nach Plan läuft, werde ich an der Europa- und Weltmeisterschaft boxen. Zu Olympia geht es dann Step-by-Step weiter.»

Fabian Alexander Meyer
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