Endlich kommt der Frühling. Und endlich gab es wieder ein Frühlingskonzert des Musikvereins Berneck. Einen bunten Strauss an Melodien und schöner Blasmusik. Doch vor den Aktiven war noch die Jugendmusik Au-Berneck-Heerbrugg an der Reihe. Samt ihrem neuen Dirigenten Severin Fässler.
Die Noten knospen, die Melodien blühen
Gediegener Soundteppich
Und die «Jungen» zeigten gleich, was sie können. Nämlich gute Musik zu machen und einen gediegenen Soundteppich fast wie die «Grossen» zu bieten. Zum Einstieg gab es gleich einmal ohrwurmschmeichelnde orientalische Klänge. Die Filmmusik des Walt-Disney-Klassikers «Aladdin» stand auf dem Programm. Mit den «Arabischen Nächten» von Komponist Alan Menken konnte die Jugendmusik das Publikum in der vollbesetzten Halle auch gleich auf seine Seite ziehen und in Stimmung bringen.
Eine Stimmung, die auch beim in einer symphonisch-elegischen Fassung von Michael Jacksons «We are the world» und dem abschliessenden Medley von Songs aus der Musical-Fernseh-Serie «Glee» weiter in luftigen Höhen verblieb. Eine reife Vorstellung der Jungmusiker.
Qualitäten als musikalischer Leiter bewiesen
Richard Schäfer war in den letzten turbulenten Dirigentenjahren der MV Berneck schon mehrmals als «Notnagel» eingesprungen und hatte seine Qualitäten als musikalischer Leiter bewiesen. So war es keine Überraschung, als sein Engagement als ständiger Dirigent des Musikvereins im Weindorf bestätigt wurde. Und so war denn auch das Frühlingskonzert der erste «offizielle» Auftritt Schäfers als Führer des Taktstocks.
Es war eine mehr als gelungene Premiere. Denn der Musikverein präsentierte sich als einheitlicher, harmonischer und musikalisch hochstehender Klangkörper. Das Programm dieses Frühlingskonzerts bestand aus durchwegs schwierig zu spielenden, meist symphonischen Blasmusikstücken. Man hörte nur wenige bekannte Melodien, wie etwa den Jazz-Standard «Caravan» von Duke Ellington, oder den Tango «Hernando´s Hideaway», einen Klassiker von Richard Adler und Jerry Ross aus den Fünfzigerjahren.
Video: Ulrike Huber
Auf unbekanntem Terrain
Nein, bei den meisten Musikstücken wagte sich der Musikverein auf eher unbekanntes Terrain. Wie bei der Eröffnung mit «Overture Jubiloso» von Frank Erickson. Ein Konzertstück aus dem Jahr 1985, gleichermassen spannend für Musiker wie Zuhörer. Ein Stück, wie eigens für Musikwettbewerbe komponiert. Eingängig, flott, fanfarenartig. Das mächtige Thema kam immer wieder zurück. Ein einziger musikalischer Jubel. Und von den Berneckern Musikern in prächtiger Spiellaune vorgetragen.
Passend zum Thema «Frühlingskonzert» stand auch «Into the joy of spring» auf dem abwechslungsreichen Programm. Es handelt sich um ein meisterlich komponiertes und wunderbares Stück Programmmusik in drei Sätzen. Komponist Jim Swearingen malt ein musikalisches Bild des Wechsels der Jahreszeiten: von der Wut des Winters bis hin zur blühenden Freude des Frühlings. Und die Blasmusik Berneck malte mit und fügte mit ihrem guten Spiel noch so einige Farbtupfer hinzu.
Erfreuliches musikalisches Ereignis
Ja, dieses Frühlingskonzert war ein erfreuliches musikalisches Ereignis. Man spürte die Spiellust der Musiker und die gute Laune des Publikums. Die Freude darüber, dass man an einem späten Sonntagnachmittag derart gute Musik zu hören bekam. Und die Freude darüber, dass sich bei der letzten Zugabe Jugendmusik und Aktive zu einem einzigen Klangkörper verbündeten und unter dem Beifall der Zuhörer und begeistertem Mitklatschen noch einen Medley aus bekannter Marschmusik zum Besten gaben.
Freude herrschte dann auch bei anschliessenden Apéro im Foyer der MZH Bünt, den Wein Berneck mit seinen hervorragend mundenden Weinen sponserte, und bei dem es noch viel zu besprechen und zu beplauschen gab.