Home Region Rheintal Sport Magazin Schweiz/Ausland Agenda
Region Rheintal
02.04.2023

Drei neue Logopädinnen für das Oberrheintal

Yvonne Aregger (Zweite von rechts) mit den neuen Logopädinnen Selina Kölbener, Chiara Goldener und Judith Hasler (von links).
Yvonne Aregger (Zweite von rechts) mit den neuen Logopädinnen Selina Kölbener, Chiara Goldener und Judith Hasler (von links). Bild: Andrea Kobler
In der Logopädischen Vereinigung Oberrheintal (LVO) sind wieder alle Stellen besetzt. Dies schafft Kapazitäten und verhindert lange Wartezeiten. Wichtig ist die frühe Erfassung von Kindern mit Sprachstörungen.

«Konstanz, Verlässlichkeit, Qualität, Flexibilität und Engagement sind Werte, die wir mit der Logopädischen Vereinigung Oberrheintal (LVO) verkörpern», eröffnete Präsidentin Sabina Saggioro am Montag im Schulhaus Berg in Rebstein die Delegiertenversammlung der Logopädischen Vereinigung Oberrheintal mit Lehrpersonen, Behördenmitgliedern, Gästen und Logopädinnen.

Drei neue Logopädinnen

Mit grosser Freude hiess Sabina Saggioro die drei neuen Logopädinnen Chiara Goldener, Judith Hasler und Selina Kölbener im Team willkommen. Dank den drei Berufseinsteigerinnen sind wieder alle Stellen in der LVO, der insgesamt elf Logopädinnen angehören, besetzt. «Dass sich viele unserer Logopädinnen als Praktikumsleiterinnen zur Verfügung stellen, hilft uns dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken», so Teamleiterin Yvonne Aregger. So kannten alle neuen Teammitglieder die LVO bereits aus ihrem Praktikum.

Weitergebildet hat sich Michaela Lenz. Sie konnte die CAS-Ausbildung für Spracherwerbsstörungen im Kleinkind- und Vorschulalter «Entwicklungspsychologische Sprachtherapie nach Barbara Zollinger» erfolgreich abschliessen.

Reger Austausch mit Fachpersonen

Die Ersterfassung von Kindern mit Sprachstörungen greift seit 10 Jahren in praktisch allen Spielgruppen des Einzugsgebietes zwischen Oberriet und Rebstein. Es gibt aber immer noch Kinder, die durch die Maschen fallen, weil sie keine Spielgruppe besuchen oder die Eltern zuwarten, bis sie etwas unternehmen: «Das sind Einzelfälle, die uns und andere Fachkräfte in der Schule aber lange begleiten», erklärte Yvonne Aregger.

Das jährliche Treffen mit Kinderärztinnen und Kinderärzten sowie Schulpsychologinnen und -psychologen bot die Gelegenheit, die drei neuen Logopädinnen vorzustellen.

Sehr interessant war der Austausch mit den Leseanimatorinnen von «Schenk mir eine Geschichte» und Ursula Stadlmüller von der Fachstelle Integration. Die Leseanimatorinnen sind zum Teil auch als Schlüsselpersonen/Kulturvermittlerinnen tätig und bieten mit ihrem Angebot eine Frühförderung in der Erstsprache an. Im Rheintal werden die Leseanimationen in Albanisch, Türkisch, Tigrinya, Serbisch-Bosnisch-Kroatisch, Somalisch und Deutsch angeboten. Mit ihrem Engagement leisten die Leseanimatorinnen viel Aufklärungsarbeit bei den Eltern u.a. zu den Themen Spracherwerb und frühe Förderung. Auch zukünftig sind weitere Formen der Zusammenarbeit mit den engagierten Leseanimatorinnen geplant, um deren wichtige Arbeit zu unterstützen.

Kein Tablet ersetzt ein Gespräch

Maja Hirschbühl erklärte im Fachreferat «Vom Zungenturnen zur heutigen Logopädietherapie» die wichtigsten Meilensteine in der Sprachentwicklung eines Kindes und die daraus folgenden Konsequenzen für die Logopädietherapie. Die Sprachentwicklung beginnt bereits ab dem 5. Schwangerschaftsmonat durch das Hören, die Kommunikation ab der Geburt.

Dabei wird die Sprachentwicklung durch verschiedene Faktoren wie körperliche und geistige Voraussetzungen, Lebensalter und Lebensgeschichte, Wohnumgebung, Bezugspersonen usw. beeinflusst.

Die wichtigsten Meilensteine für die Sprachentwicklung sind bei 80 Prozent der Kinder bereits mit drei Jahren erworben. Der Wortschatz entwickelt sich danach idealerweise das ganze Leben lang. «Kein Fernseher und kein Tablet ersetzt dabei gemeinsame Gespräche, Rollenspiele und Bilderbücher», so Maja Hirschbühl.

pd/rheintal24/gmh/uh
Demnächst