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Region Rheintal
22.12.2022

40 Jahre Lärchenheim Lutzenberg: Wertvolle Dienstleistungen fürs Dorf

Bild: zVg
1982 wurde in Lutzenberg das Rehabilitationshaus «Lärchenheim» eröffnet. Längst ist die anfänglich umstrittene Institution in der Gemeinde angekommen, und mit dem Dorfladen samt integrierter Poststelle werden wertvolle Dienstleistungen für die Öffentlichkeit erbracht.

«In Lutzenberg nahm das von verschiedenen Kantonen finanzierte Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige ‘Lärchenheim’ seinen Betrieb auf, das von Gebi Bischof geleitet wird», heisst es in der 1982er Ausgabe des Appenzeller Jahrbuchs. Nebst dem Ladengeschäft sorgen weitere Bereiche wie Bäckerei, Gartenbau, Werkstatt, Verwaltung und Betriebsunterhalt für ein vielseitiges Beschäftigungs- und Ausbildungsangebot, von dem nicht nur die Klienten, sondern auch die Bewohnerschaft der ganzen Region profitiert.

Bild: zVg

Ostschweizer Kantone als Trägerschaft

1978 erteilten die Ostschweizer Kantonsregierungen einer Arbeitsgruppe den Auftrag, Notwendigkeit und Möglichkeit zur Schaffung eines regionalen Behandlungszentrums für Drogenabhängige abzuklären. Auf der entsprechenden Grundlage bildete sich eine Trägerschaft mit den Kantonen beider Appenzell, St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen sowie dem Fürstentums Liechtenstein. Als Standort für das 1982 eröffnete Zentrum wurde das ehemalige Töchterheim «Lärchenheim» in Lutzenberg bestimmt.

Umstrittener Pfarrer leitete Töchterheim

Das Töchterheim ‘Lärchenheim’ im Lutzenberger Ortsteil Brenden wurde ab den späten 1940er Jahren vom Pfarrer-Ehepaar Huggler geführt. Heinz Huggler wirkte von 1942 bis 1947 als Pfarrer in Heiden, das er auf Druck einer starken Opposition verlassen musste. Dazu das Appenzeller Jahrbuch: «Das Auftreten des Pfarrers gegen den in Heiden gastierenden bekannten Suggestionskünstler ‘Sabrenno’ verunmöglicht in Zukunft ein gedeihliches Wirken in der Gemeinde, so dass Huggler zurücktreten soll.» Er demissionierte und übernahm das «Lärchenheim», in dem gemäss dem 1949er Jahrbuch gegen sechzig junge Frauen wohnten.

Die Integration ist das Reha-Ziel

Die vierzigjährige Geschichte des «Lärchenheims» ist von zahlreichen Veränderungen geprägt. Nebst baulichen Erweiterungen erfolgten auch in den Therapie- und Begleitkonzepten der Klienten immer wieder Anpassungen an neue Erkenntnisse und Gegebenheiten. Ziel der heute von Monica Sittaro als Nachfolgerin von Peter Gut geleiteten Institution ist eine ganzheitliche Rehabilitation als Voraussetzung für die Integration in das berufliche und gesellschaftliche Leben.

Peter Eggenberger
Demnächst