Das besondere Geschenk © by Jack E.Griss, 2004
Frau Riedl freute sich ausserordentlich. Diesmal würde es ein Weihnachtsfest geben, wie sie es sich schon seit langer Zeit gewünscht hatte: Alle nahen Verwandten beisammen in der trauten Stube. In der Stube ein festlich geschmückter Christbaum, ein feines Essen, dann die gemeinsame Bescherung und draussen viel, viel Schnee! In entgeisterter Vorfreude gab sie ihrem Mann, dem sie die bereits getroffenen Vorbereitungen soeben geschildert hatte, einen dicken Kuss.
«Na, hallo Schatz!? Womit habe ich das verdient?», fragte Herr Riedl. «Ach, … einfach so! Stell dir vor: Wir zwei, unsere beiden Kinder Laura und Dani, dann deine und meine Eltern und die Patinnen der beiden Kinder! Schade, dass dein Bruder Roman nicht kommen kann. Er, als Pate unserer beiden Goldschätze, er fehlt noch, - sonst wäre die Sammlung komplett! Nein, im Ernst, ich freue mich wahnsinnig auf dieses Fest und dass bis auf Roman alle zugesagt haben…..!»
Festliches Mahl
Die Speisenfolge für das festliche Mahl war schon festgelegt. Der Platz für den Tisch, es waren eigentlich zwei zusammengestellte Tische für die zehn Personen, war auch schon ausgemessen worden. Die Riedls waren keine jener Familien, die einige überflüssige Zimmer im Hause haben. Sie mussten sehr genau überlegen, wo in der kleinen Wohnung der Christbaum zu stehen kommen würde und eben besagte Tische und alle sollten sich auch noch einigermassen bewegen können.
Kurz und gut, nachdem einige im Wege stehende Einrichtungsgegenstände im Keller oder in anderen Räumen untergebracht worden waren, schien es so, als könnte die Platzfrage zur vollen Zufriedenheit gelöst werden.
Am eigentlichen Festabend, das heisst, es war noch nachmittags um 16.00 Uhr, nämlich eine Stunde vor der offiziellen Ankunft der Gäste, waren die Riedls sozusagen schon startklar. Laura und Dani hatten zusammen mit ihrem Vater den Christbaum wirklich wunderbar geschmückt, die Tische und Stühle standen bereit.
Geschenke unter dem Baum
Unter dem Christbaum lagen schon einige Geschenke, «für die liebe Mama», «für meinen lieben Schatz», … «für die liebe Laura», und so weiter waren die Päcklein angeschrieben. Lauter liebe Überraschungen für liebe Menschen! Eine Krippe stand auch unter dem Baum. Eine Krippe, welche Herr Riedl als Sekundarschüler unter Anleitung seines Onkels, der damals Mitglied eines Krippenbauvereines war, selbst gebastelt hatte. Ausserdem stiegen aus der Küche wunderbare Düfte und der Geruch von Weihnachtsgebäck setzte auf die Stimmung sozusagen das festliche Tüpfelchen auf dem i.