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Altstätten
19.12.2022
19.12.2022 09:20 Uhr

Kein verkehrsbefreiter Begegnungsort in der Marktgasse

Marktgasse während der Pilotphase
Marktgasse während der Pilotphase Bild: zVg
Nach dem Entscheid der Bürgerschaft an der letzten Bürgerversammlung kann im Bereich Frauenhof während der Sommermonate kein zeitweise verkehrsbefreiter Begegnungsort realisiert werden. Die Umsetzung der übrigen Massnahmen aus dem Konzept für eine lebendige Altstadt wird unvermindert weiterverfolgt, heisst es in einer Mitteilung.

Am 18. November informierte die Stadt Altstätten über die im Rahmen der Altstadtentwicklung vorgesehene Umsetzung der Massnahme zur saisonal und zeitlich beschränkten Verkehrsberuhigung in der Marktgasse, im Bereich Frauenhof. Geplant war vom Frühjahr bis Herbst den Strassenabschnitt zwischen dem Abzweiger Rabengasse bis zum Frauenhof jeweils nachmittags und an den Wochenenden für den motorisierten Verkehr zu sperren, die acht Parkplätze aufzuheben und eine Verweilzone mit einer ansprechenden Möblierung, Begrünung und Beschattung zu schaffen. Hierzu wurde mit dem Budget 2023 der Einbau von zwei Pollern beantragt. Die im laufenden Jahr mit Mietmöbeln durchgeführte Pilotphase sollte so im kommenden Jahr in eine endgültige Lösung überführt werden.

Massnahmenumsetzung gestrichen

An der Bürgerversammlung vom 24. November stellte Peter Schnell einen Antrag zur Streichung der beiden Poller aus dem Budget. Es wurde der negative Einfluss der Verkehrssperrung sowie der Aufhebung der Parkplätze für die umliegenden Geschäfte ins Feld geführt und der Stadt eine ungenügende Kommunikation mit Direktbetroffenen vorgeworfen. Aus Sicht des Antragsstellers ist nach der Ablehnung der Initiative für eine autofreie Marktgasse wie auch des Gegenvorschlags des Stadtrates im Jahr 2017 das bestehende Verkehrsregime beizubehalten. Dieses dürfe nun nicht schleichend verändert werden.

Eine Mehrheit der anwesenden Bürgerinnen und Bürger folgte der Argumentation und stimmte dem Antrag zu, so dass die geplanten Massnahmen in der Marktgasse nicht umgesetzt werden können. Entsprechend hat der Stadtrat bei der Kantonspolizei inzwischen beantragt, die geplante Verkehrsmassnahme zur zeitlich beschränkten Sperrung und Aufhebung von Parkplätzen zurückzuziehen.

Altstadtentwicklung geht weiter

Im Herbst 2020 wurde die Motion «für eine lebendige Altstadt» eingereicht. Nach deren Genehmigung erarbeitete eine breit abgestützte Arbeitsgruppe ein Konzept, welches fünf Massnahmenpakete beinhaltet (vgl. Box). Die Bürgerschaft genehmigte dieses Konzept im November 2021.

Im laufenden Jahr hat die inzwischen eingesetzte Kommission Altstadtentwicklung in der Marktgasse im Bereich Frauenhof einen Begegnungsort pilotiert, dessen endgültige Umsetzung mit Streichung der Poller nun abgelehnt wurde. Mit Ralph Knobelspiess wurde ein Altstadtkoordinator eingestellt, welcher inzwischen gekündigt hat. Eine geeignete Nachfolgelösung wird aktuell vorbereitet und voraussichtlich Anfang 2023 kommuniziert. Mit dem Verein altstaetten.sg konnte eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen werden. Die Stadt unterstützt damit die gleichnamige Website sowie Marketingaktionen und Publikationen, wie beispielsweise das kürzlich erschienene Magazin «forma.t», aktiv. Die Erweiterung des Bauernmarktes konnte dank grossem Engagement von Simone Mächler bereits ein Jahr früher als geplant lanciert werden. Die Vorbereitungen für die Massnahmen im kommenden Jahr laufen, hängen aber auch von der Besetzung der Koordinationsstelle ab.

Die Altstadtentwicklung in den fünf Massnahmenpaketen wird auch nach dem Entscheid an der letzten Bürgerversammlung fortgesetzt. Inwieweit Massnahmen aus dem ersten Massnahmenpaket anderweitig umgesetzt werden können, muss in der Kommission Altstadtentwicklung geprüft werden. Das Ziel einer lebendigen Altstadt bleibt bestehen und wird weiterverfolgt.

Massnahmenpakete für eine lebendige Altstadt:

  • Nr. 1: Die Altstadt zum einladenden und grünen Begegnungsort machen.
  • Nr. 2: Einen Nutzungsimpuls für die Ladenflächen setzen.
  • Nr. 3: Eine Koordinationsstelle Altstadt schaffen.
  • Nr. 4: Eine lebendige Kommunika-tion nach innen und aussen pflegen.
  • Nr. 5: Den Bauernmarkt zum neuen Wahrzeichen der Altstadt machen.
pd/rheintal24
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