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Heerbrugg
19.05.2022
21.05.2022 08:52 Uhr

Sensationell - SFS plant Windkraftwerk auf Betriebsgelände

So soll die von Peter Mayer von der SFS präsentierte erste Windkraftanlage im Rheintal aussehen
So soll die von Peter Mayer von der SFS präsentierte erste Windkraftanlage im Rheintal aussehen Bild: Ulrike Huber
Donnerstagabend im Foyer der SFS. Eine Veranstaltung des AGV mit dem Verein St.Galler Rheintal neigt sich dem Ende zu. Da lässt Peter Mayer von SFS die Bombe platzen. SFS hat die Vision, direkt auf dem Werkgelände in Heerbrugg ein Windkraftwerk zu errichten.

Am Donnerstagabend hatten der AGV und der Verein St.Galler Rheintal ins Foyer der SFS geladen. Thema des Abends: «Wirtschaftlicher Solarstrom auf Industrie- und Gewerbedächern». Ein Bericht über die hochinteressanten Beiträge der Vortragenden wird auf diesem Portal noch folgen. Denn eine Nachricht überlagerte alles.

Die Vision einer Windkraftanlage

Peter Mayer, Head of Technical Services bei SFS, verkündete nämlich zum Schluss dieser Informationsveranstaltung, dass es bei der SFS derzeit eine Vision gebe. Eine Vision, wie die SFS künftig einen guten Teil ihres Strombedarfs nicht nur aus Solarenerige aus den Pholtovotaikanlagen auf den Hallendächern, sondern auch aus Windenergie gewinnen könne.

Die Vision ist die Errichtung einer Windkraftanlage auf dem Betriebsgelände in Heerbrugg. Eine bahnbrechende Idee. Denn wenn unsere Gesellschaft künftig die Abhängigkeit von Schurkenstaaten vermeiden will, dann muss sie vieles in Kauf nehmen und alles tun, um CO2-neutrale Energie zu erzeugen.

«Als Beitrag zum Klimaschutz, zur regionalen Energiesicherheit und zur Erreichung der nationalen energiepolitischen Ziele plant SFS, den Anteil an selbst produzierter elektrischer Energie auszubauen. Dazu soll als Ergänzung zur bestehenden grossflächigen Photovoltaikanlage auf dem Firmengelände eine Windenergieanlage erstellt werden. Diese soll jährlich 5 GWh Strom produzieren, was dem Verbrauch von ca. 1ʼ300 Haushalten entspricht», teilt das Unternehmen heute, Freitag, in einer Presseaussendung mit.

Grösstes Produktionswerk in Heerbrugg

Der Standort in Heerbrugg ist nicht nur das grösste Produktionswerk der SFS Group, sondern auch eines der grössten industriellen Produktionswerke der Schweiz. Obschon SFS mit der Kaltmassivumformung auf ein sehr effizientes Produktionsverfahren setzt, erfordert die Produktionstätigkeit einen grossen Energieeinsatz, hauptsächlich in Form von Strom.

Als Mitglied des UN Global Compact bekennt sich SFS zu den Netto-Null-Zielen des Pariser Klimaabkommens. Bis ins Jahr 2030 sollen die eigenen CO2-Emissionen um über 90% gesenkt werden. Erreicht werden soll dieses Ziel mit Effizienzsteigerungen und Verbrauchsreduktion, aber auch mit selbst erzeugter elektrischer Energie. Bereits jetzt verwendet SFS an allen Schweizer Produktionsstandorten ausschliesslich klimaneutrale Elektrizität und verfügt in Heerbrugg über eine der grössten Photovoltaikanlagen der Ostschweiz. Obwohl dafür alle geeigneten Gebäudedächer genutzt werden, kann die Sonnenenergie nur rund 10% des Strombedarfs der SFS Produktionswerke in der Schweiz abdecken.

Wichtiger Beitrag zur Energiestrategie 2050 des Bundes

Mit dem Betrieb einer Windenergieanlage kann dieser Anteil deutlich ausgebaut werden. Damit leistet SFS einen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes sowie zur regionalen Energiesicherheit. Diese setzt zur Erreichung der Klimaziele und zur Sicherung der Energieversorgung in erster Linie auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die eigene Produktion von erneuerbarem Strom ist ein zentrales Element in den Nachhaltigkeitsbemühungen von SFS.

«Wir möchten unsere Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft wahrnehmen und mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu gehört mehr, als nur grünen Strom einzukaufen», sagt Jens Breu, CEO der SFS Group. Die höhere Versorgungssicherheit wird die Attraktivität des Standorts, der aktuell substanziell erweitert wird, und damit auch die Attraktivität der Arbeitsplätze nachhaltig stärken.

Umfangreiche Abklärungen mit vielversprechendem Ergebnis

SFS hat umfassende Vorabklärungen bezüglich technischer Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Siedlungsverträglichkeit getroffen. Sowohl die Windverhältnisse als auch die Lage im Industriegebiet prädestinieren den Standort in Heerbrugg für den Betrieb einer Windenergieanlage. Der erwartete jährliche Energieertrag liegt bei rund 5 GWh, was dem Verbrauch von rund 1ʼ300 Haushalten entspricht.

Dank schalloptimiertem Betriebsmodus und der Verwendung eines Schattenwurfmoduls mit Abschaltautomatik können allfällige Auswirkungen auf die Umgebung minimiert und die entsprechenden Vorgaben problemlos eingehalten werden. Auch die technische Beurteilung des Bundesamtes für Energie (BFE) sowie vertiefte Abklärungen bei verschiedenen Bundes- und Kantonsstellen sind positiv verlaufen. Parallel zum Bewilligungsverfahren werden aufwändige Windmessungen vorgenommen. Dazu wird am vorgesehenen Standort ein temporärer Messturm erstellt.

rheintal24/gmh/uh