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«Ewiger» Lockdown für ungeimpfte Österreicher?

Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg (re) mit Vorgänger Sebastian Kurz
Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg (re) mit Vorgänger Sebastian Kurz Bild: br.de
Der österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg hat am Dienstag im Wiener Bundesrat erklärt, dass es beim aktuellen Lockdown «kein Enddatum für Ungeimpfte» gibt.

«Jeder hat es selbst in der Hand, sich impfen zu lassen. Die jetzt getroffenen Massnahmen, wie der aktuelle Lockdown für alle, sind eine Zumutung für die Geimpften, da diese sich noch einmal beschränken müssen», fand Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg vor dem Bundesrat in Wien klare Worte.

Schwierige Entscheidungen

Schallenberg verteidigte die getroffenen Maßnahmen und sprach von «schwierigen Entscheidungen», die sich die Bundesregierung «nicht leicht» gemacht habe. Oberstes Ziel sei es, Menschen zu schützen und möglichst viele zur Impfung zu bringen, so Schallenberg: «Denn nur so können wir den immer wieder notwendigen Lockdowns entkommen.» Der bundesweite Lockdown, der nun für 20 Tage gilt und nach zehn Tagen evaluiert werden soll, sei Resultat eines «Schulterschlusses» über Parteigrenzen hinweg und zwischen Bund und Ländern.

Die geplante Impfpflicht verteidigte der Kanzler ebenfalls. «Lange Zeit ist es Konsens gewesen, keine Impfpflicht einzuführen und auf Überzeugung zu setzen. Jetzt müssen wir aber der Realität ins Auge sehen.» Auf jeden Fall gebe es kein Enddatum für den Lockdown für Ungeimpfte.

Lockdown für alle verlängern?

Österreichs Virologen, wie etwa Christoph Steininger von der MedUni Wien, glauben indes auch nicht an das Ende des Lockdowns für alle schon nach drei Wochen, wie derzeit geplant. «Daran glaube ich ebenso wenig wie an das Christkind", so Steininger, «Schon bald wird man die kritische Grenze von 600 Intensivbetten erreichen.» In den kommenden zwei Wochen würden die Zahlen weiter steigen.

rheintal24/gmh/uh/apa