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Fussball Regional
20.11.2021
20.11.2021 14:44 Uhr

Rückblick auf die dritte Liga: der Zug nach vorne

Der FC Diepoldsau-Schmitter, hier Verteidiger Dave Ceraolo, hat sich mit dem 3. Rang einen Platz an der Sonne erkämpft
Der FC Diepoldsau-Schmitter, hier Verteidiger Dave Ceraolo, hat sich mit dem 3. Rang einen Platz an der Sonne erkämpft Bild: Ulrike Huber
Vor zwei Wochen hat die 3. Liga Gruppe 2 ihre Herbstrunde abgeschlossen. Mit vier Rheintaler Klubs unter den ersten fünf Teams. Der FC Altstätten, derzeit auf Platz zwei hat intakte Chancen auf den Meistertitel.

Zwei Wochen ist es her, dass die Herbstrunde der 3. Liga Gruppe 2 mit dem am Abbruch entlang balancierenden Skandalfight des FC Altstätten gegen den FC Staad ihren Abschluss gefunden hat. Zwei Wochen, in denen sich der Pulverdampf gelegt und sich die Emotionen wieder beruhigt haben. Nachdem rheintal24 bereits über die in der hinteren Tabellenhälfte platzierten Vereine aus Staad, Widnau II und Rheineck ein Resümee gezogen hat, zeichnen wir die Herbstsaison von Rüthi, Rebstein, Diepoldsau und Altstätten nach.

Der FC Rüthi (blaues Tenue) lieferte beim 1:2 auf dem Rheinblick den Städtlikickern einen guten Match Bild: Ulrike Huber

Nicht wirklich zufrieden

Beginnen wir am Sportplatz Rheinblick in Rüthi, wo Trainer Ante Tomas mit den Leistungen seiner Schützlinge trotz des guten fünften Tabellenplatzes wohl nicht wirklich zufrieden sein wird. Hatte man doch im Sommer noch den dritten Platz als Ziel vorgegeben. Auch die Erwartungen der Rheintaler Fussballauguren wurden nicht erfüllt. Denn es wurde viel von der Offensivqualität der Oberrheintaler gehalten.

Eine Offensive, die ihr Visier nicht richtig eingestellt hatte. Nur 19 Tore in elf Spielen, das ist für ein Team, das seit Jahren den Anspruch hat, um den Aufstieg mitzuspielen, ganz einfach zu wenig. Schon der Saisonstart verlief verhalten. Nach sechs Spielen standen drei Siege und drei Niederlagen zu Buche. Und dann kam die 1:7 Klatsche bei Tabellenführer FC Buchs, gefolgt von der Heimniederlage gegen Altstätten. Mit drei knappen Siegen mit jeweils einem Tor Unterschied gegen die Nachzügler der Reserven von Widnau und Eschen/Mauren und dem Mittelständler Triesenberg konnten sich Allgäuer, Zäch und Co. noch am eigenen Schopf aus dem Tal der Tränen ziehen.

Zufriedenheit auf der Birkenau

Mit dem erreichten vierten Tabellenplatz zufrieden ist man mit Sicherheit auf der Birkenau in Rebstein. Punktlandung. Denn die Verantwortlichen hatten vor der Saison genau diesen Platz als Ziel angegeben. Und das mit einem Team, das zu vier Fünftel aus Spielern aus dem eigenen Nachwuchs besteht. Ausserdem gab es Bedenken, dass die Personaldecke zu dünn sein könnte. Bedenken, die sich nicht bewahrheiteten.

Die Spieler von Trainer Werner Baumgartner haben mit einem ausgeglichenen Torverhältnis von 20:20 fünf Siege, vier Unentschieden und zwei Niederlagen erkämpft. Respekt. Denn nur gegen den übermächtigen FC Buchs und gegen den FC Schaan wurde verloren. Wobei die Räbschter nur im Match gegen Schaan einen schlechten Tag einzogen. Ein kleines Manko ist vielleicht die Tatsache, dass die vielen Unentschieden auf einen mangelnden Killerinstinkt hindeuten. Doch wenn Torjäger Philip Baumgartner und seine torgefährlichen Kollegen Andrej Dursun und Timon Cabezas im Frühjahr das eine oder andere Bummerl mehr ins gegnerische Gehäuse ablegen können, wird es eine erfreuliche Rückrunde für alle Fans auf der Birkenau.

Beim FC Rebstein kann man mit den Ergebnissen der Hinrunde durchaus zufrieden sein Bild: Ulrike Huber

Umbruch auf der Rheininsel

Beim FC Diepoldsau-Schmitter gab es im Sommer einen Umbruch. Nach dreieinhalb eher enttäuschenden Jahren mit Trainer Misko Rankovic, setzten die Rheininsler auf einen der ihren an der Seitenlinie. Patrik Riklin, in der Vorsaison noch oberster Übungsleiter beim FC Widnau II, übernahm das Team. Ein Team, bei dem man als Aussenstehender von letzten Herbst oft das Gefühl hatte, dass es das stürmische Katastrophenjahr bei seinem letzten Ausflug in die 2. Liga regional in der Saison 17/18 und den sofortigen Wiederabstieg nie wirklich verkraftet hatte. Doch diesen Herbst scheint alles anders zu laufen.

Auch wenn die Tippilzouer in Rückstand geraten, lassen sie nicht mehr die Köpfe hängen und vergessen nicht mehr auf den Fussball, sondern hauen sich erst recht rein. Riklin ist es gelungen, dem Team wieder mentale Stärke zu verleihen. Und das Kollektiv zum Funktionieren zu bringen. Der zunächst als „Lücke“ empfundene Abgang von Sahin Irisme, welcher letzte Saison noch die Hälfte aller FCD-Tore erzielt hatte, erwies sich als vorteilhaft.

Vorteilhaft insofern, weil die Diepoldsauer jetzt nicht mehr so leicht auszurechnen sind, als in der Zeit, als sich alles auf Irisme konzentrierte. Als Torschütze vom Dienst hat sich der nach langen Jahren mit Verletzungsproblemen zurückgekehrte Ogün Hot erwiesen. Der Goalgetter, der, man erinnert sich kaum mehr, mehrere Saisonen in der 2. Liga Interregional bei Widnau absolvierte, hat elf Tore erzielt. Der aktuelle dritte Tabellenplatz ist besser als noch im Sommer erhofft. Nicht zuletzt finden jetzt auch wieder immer mehr Zuschauer auf die Rheinauen, wo man vor allem bei den Siegen gegen Altstätten und Triesen gross aufgespielt hat. Die blau-gelben werden auch im Frühjahr im vorderen Tabellendrittel mitmischen können.

Einbau von jungen Spielern in das Fanionteam

Der FC Altstätten hat mit dem zweiten Platz die Saisonvorgabe von Trainer Adrian Brunner übererfüllt. Hatte er doch den vierten Rang als Ziel vorgegeben und angefügt, dass diese Saison dem Einbau von jungen Spielern in das Fanionteam dienen soll. Obwohl nicht alles Gold war, was da in der Herbstrunde glänzte, mit dem zweiten Platz der einzige noch verbliebene Herausforderer des unbestrittenen Tabellenleaders aus Buchs zu sein, ist eine reife Leistung für das noch junge Team mit vielen Eigenbauspielern.

Routinierte Spieler wie der im Sommer von der Rheininsel zurückgekehrte «verlorene Sohn» Sahin Irime, wie Kevin Steiger, der vier Tore beisteuern konnte, oder wie Simon Eugster und Simon Lichtenstern geben den jungen Talenten die notwendige Struktur im Spiel. So hat es in der gesamten Herbstrunde nur eine Niederlage, und zwar gegen Diepoldsau, gegeben. Auf der Habenseite stehen acht Siege und zwei Unentschieden. Man hat es bei den Städtlikickern mit nur drei Punkten Rückstand auf Buchs und weniger Strafpunkten in der eigenen Hand, im Frühjahr die Werdenberger noch zu überholen und den direkten Wiederaufstieg zu schaffen.

 

rheintal24/gmh/uh