Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Widnau
01.04.2021

Ein Zufallsfund brachte ihn zum Malen

Antonio Ciardullo Bild: Meinrad Gschwend
Seit seiner Kindheit malt Antonio Ciradullo. Ein Bild, vor rund 30 Jahren gemalt, hat angesichts von Corona eine ganz besondere Aktualität erhalten. Damals hat er die grossen Gefahren für die Menschheit abgebildet. Darunter ein Corona-Virus, naturalistisch und detailgenau. Dies obwohl er damals keine Ahnung hatte, wie ein solches Virus aussehen könnte.

Wer die Bilder von Antonio Ciradullo kennt, der denkt in erster Linie an seine naturalistischen Darstellungen. Vielfach sind es Landschaften im Rheintal und Darstellungen seiner Heimatregion in Süditalien. Auffallend sind die Genauigkeit und Detailverliebtheit. In einer italienischen Zeitung ist er einmal als „Maler mit zwei Seelen“ bezeichnet worden. Gemeint war die zwei Arten von Bildern, nämlich die schönen, naturalistischen auf der einen Seite. Im Gegensatz dazu stehen die visionären, fast apokalyptisch anmutenden Gemälde. In diesen bringt er seine Sorgen und Ängste zum Ausdruck. Korruption kommt ebenso vor wie Umweltzerstörung und ansteckende Krankheiten.

Inspiration

Es war eine Mischung von Staunen und von Bestätigung als Antonio Ciradullo in einem Berichtes über Corona Pandemie die Darstellung eines Covid-Virus sah. Genau so hatte er einst «als grosse drohende Gefahr» ein Pandemie-Auslöser dargestellt. Entstanden ist das Bild vor über 30 Jahren. Damals war es eine Reaktion auf die Atomkatastrophe von Tschernobyl. «Das war reine Inspiration», blickt der in Widnau wohnende Maler zurück. Im in diesem Oelbild kommt fast alles vor, was die Erde und die Menschheit bedroht. Atommüll, Abgase, verschmutztes Wasser, abgestorbene Wälder …. und eben ein Virus, das eine Pandemie. Im Mittelpunkt des Bildes steht eine Figur des Bösen, das Erde bedroht. Die Figur des Bösen mit seinen sechs Fingern scheint die Welt im Griff zu haben. Und doch gibt einen Schimmer Hoffnung. Über allem steht Gott und eine Waage deutet an, dass es doch einen Ausgleich und eine Gerechtigkeit geben muss. Auch das gehört zur visionären Sicht des Malers.

 

  • Bild von Antonio Ciardullo Bild: Meinrad Gschwend
    1 / 2
  • Antonio Ciardullo Bild: Meinrad Gschwend
    2 / 2

Bis ins kleinste Detail

Als Kreativer kommt der ehemalige Textilarbeiter nicht zur Ruhe. Er malt nicht nur Bilder, sondern baut auch Modelle. Immer wieder macht er sich an Projekte heran, die ihn viele Monate in Anspruch nehmen. Das gilt besonders für seine Modelle. In fast unzähligen Stunden baut er Bauwerke aus Süditalien nach. Das Modell der Abtei Santa Maria de la Matina ist mehr als zwei auf zwei Meter gross. Auch das kleinste Detail muss stimmen. So bringt er einen Hauch von italienischem Lebensgefühl und von mittelalterlicher Baukultur ins Rheintal. Mit Malen und Zeichnen beschäftigt er sich seit der frühen Jugend «Als ich fünf Jahre alt war, habe ich in meinem Dorf in Süditalien auf der Strasse einen Farbkasten gefunden», erzählt Antonio Ciardullo. «Für mich war dies wie ein Schatz. Denn um Farben zu kaufen, waren meine Eltern zu arm. Seither habe ich immer gezeichnet und gemalt.» Die Leidenschaft für die Malerei, und die Freude an Farben und Formen prägen seit jeher sein Schaffen.

PD/Meinrad Gschwend