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Altstätten
27.11.2020
29.11.2020 17:54 Uhr

Bürgerversammlung lässt analoges Fadenprojekt sterben

Insgesamt etwa 700 Kilometer Faden wollten die Aktionskünstler Frank und Patrick Riklin kreuz und quer durch Altstätten spannen (Bild: Ulrike Huber) Bild: Ulrike Huber
Erst kürzlich wurde vom Stadtrat im Sonnensaal das «AFA», das analoge Fadenprojekt Altstätten vorgestellt. Jetzt ist es schon wieder Geschichte.

Noch vor wenigen Wochen wurde das AFA, das «Analoge Fadenprojekt Altstätten» im Sonnensaal vorgestellt. Die Aktionskünstlerzwillinge Frank und Patrick Riklin hatten die seltsame, aber originelle Idee, alle Haushalte Altstättens bis nach Lienz und auf den hohen Kasten hinauf mit zuvor im Städtli bei den Bürgern gesammelten Schnüren, Wollresten und sonstigen Fäden analog zu verbinden. Als Statement zur überbordenden digitalen Vernetzung.

Allein für die Pilotphase waren 95´000 Franken vorgesehen und vom Stadtrat eigentlich schon gebilligt, wovon rund ein Drittel der Verein Staablueme getragen hätte. Hätte, denn die am Donnerstagabend stattgefundene Bürgerversammlung versenkte das Projekt. Und zwar über Antrag des im September für das Amt eines Stadtrats kandidierenden, aber nicht gewählten SVP-Manns Patrick Meyer aus Lüchingen.

«Die Stadt kann sich in dieser angespannten Finanzlage das Projekt nicht leisten», begründete Meyer seinen Antrag, «das Kunstprojekt würde die Altstätterinnen und Altstätter daher eher spalten als verbinden, wie es von Frank und Patrik Riklin und dem Stadtrat eigentlich gedacht war.»

Mit 82 zu 72 Stimmen wurde der Antrag Meyers, den für das Fadennetz vorgesehenen Budgetposten zu streichen, von der Bürgerversammlung angenommen. Also Schluss mit lustig und Ende Gelände für dieses aufsehenerregende Kunstaktion, das freilich aufgrund seiner Absurdität von Anfang an auch etwas an einen verfrühten Aprilstreich erinnerte.

Im Übrigen ging die unter Coronaschutzbedingungen in der Sporthalle Schönwies durchgeführte Bürgerversammlung ohne Überraschungen über die Bühne, das vorgelegte Budget 2021 mit Aufwendungen von 64,276 Mio. Franken und Erträgen von 60,525 Franken, also einem Aufwandüberschuss von 3,751 Mio. Franken, welcher mit einer Entnahme aus dem Eigenkapital abgedeckt werden kann, wurde mit Ausnahme der oben erwähnten Aufwendungen für das Fadenprojekt von der Bürgerschaft bewilligt. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 122 Prozent, der Grundsteueransatz bei 0,8 Promille.

Es stehen für kommendes Jahr sechs grosse Investitionsvorhaben mit auf dieser Bürgerversammlung genehmigten Bruttokrediten über insgesamt 3´500.000 Franken auf der to-do-Liste der Verwaltung, darunter der Ersatz der Halbschalenrutschbahn im Freibad GESA, die Beleuchtung von Sportanlagen, der Masterplan Freiraum bei Bauprojekt Umfahrung Ost, ein Unterflursystem Abfallsammlung und Erneuerungen bei Biserbach, Ebenrütibach und Lienzer Bach.

Dazu wurden noch Kredite in Höhe von gesamt 1´816´000 Franken für Projekt der Abwasserbeseitigung bewilligt.

Für jene, die sich das Budget der Stadt Altstätten genau anschauen wollen: http://www.altstaetten.ch/de/politikuverwaltung/strategiefinanzen/finanziellesituation/?action=info&pubid=291298

 

gmh/uh