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Rebstein
15.11.2020
16.11.2020 11:08 Uhr

Schneestürme, Dschungel und tausende Fotos

Die Pinguine auf den Falklandinseln liessen sich gerne fotografieren (Bilder: Roman Schmid/Ulrike Huber) Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
Der Naturfotograf Roman Schmid reiste sechs Monate mit Motorrad, Auto und Segelschiff durch Südamerika. Über Einladung von procultura Rebstein präsentierte er seine grossartigen Fotografien in einer Multivisionsshow.

«Ich bin sehr froh, dass wir diese Veranstaltung noch durchführen dürfen», sprach Ursula Hirt als Vertreterin von procultura Rebstein den etwa dreissig Besuchern aus dem Herzen und begrüsste Roman Schmid, von Hauptberuf Physiotherapeut, daneben aber auch Abenteurer, Reisender und aussergewöhnlich guter Natur- und Landschaftsfotograf. Für seine Reise «Zwischen Amazonas und Antarktis» – so auch der Titel seiner Multivisionspräsentation – nahm er sich ein halbes Jahr Auszeit vom Alltag, verschiffte seine in die Jahre gekommene BMW nach Chile und machte sich auf den Weg.

Physiotherapeut, Abenteurer und begnadeter Landschafts- und Tierfotograf Roman Schmid am Samstagabend in Rebstein. Bild: Ulrike Huber

Abendfüllender Vortrag mit 900 Bildern

Das Ergebnis seiner Roadtrips, Trekkingtouren und Segeltörns waren 35´000 Bilder, die in neun Monaten gesichtet wurden und von denen schliesslich 900 für seinen abendfüllenden Vortrag übrigblieben. Bilder von betörender Schönheit. Bilder, die die Erhabenheit und Einmaligkeit der Landschaft und Tierwelt Südamerikas zeigen. Bilder, die aber auch voller Sensibilität einen Eindruck von der dort lebenden Bevölkerung geben.

Bild: zVg / Ulrike Huber

Das grüne Dickicht des Amazonasregenwaldes, tiefrote Lagunen und violett reflektierende Salzseen auf den Hochebenen Boliviens, ausgedehnte Berglandschaften und das blendende bläuliche Weiss der Gletscher der Antarktis. Roman Schmid bildete mit seiner Kamera die wahre Krone der Schöpfung ab: unsere wunderschöne Erde. Und erlebte auf seiner Reise durch Peru, Bolivien, Chile und Argentinien sowie der Überfahrt auf dem Segelschiff in die Antarktis grosse Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft und Kameradschaft, lernte aber auch die Schattenseiten einer Abenteuerreise kennen.

  • Flamingos leben in den Lagunenseen auf über 4´000 Metern und bei bis zu -30 Grad in der Nacht. Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
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  • Ein abenteuerlicher Platz, um sein Zelt aufzuschlagen. Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
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  • Im Amazonasdschungel wimmelt es von unbekanntem Getier. Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
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  • Die Atacamawüste in Chile ist einer trockensten Gegenden der Welt. Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
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  • farbige Lagunen und Salzseen prägen das Bild der bolivianischen Hochebene. Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
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Durch Sandmücken übertragene Tropenkrankheit

So konnten er und seine damalige Lebensgefährtin, die bei einem mit dem Geländewagen befahrenen Abschnitt seiner Reise in den Hochebenen Boliviens dabei war, nur in letzter Sekunde einer Bande von Halsabschneidern entfliehen. So musste er eine zunächst nur kleine, dann aber immer grössere, nässende und eiternde Stelle an seinem Bein feststellen. Ein Geschwür, dass sich als Symptom einer Leishmaniose herausstellte. Eine Tropenkrankheit, die durch Sandmücken übertragen wird.

Schmid hatte aber auch immer wieder den Tücken des eher regelbefreiten südamerikanischen Verkehrs, den teilweise unbefestigten Schotter- und Sandpisten und den Launen der Natur zu trotzen. Wie bei einem nächtlich hereingebrochenen Sturm auf den Falklandinseln, der sein Zelt zerstörte. Oder bei einem mächtigen Schneesturm auf den grandiosen Bergen Patagoniens, als er mit seinen Guides immer wieder einfach umgeweht wurde. Zum Glück fanden sie nach zehn Kilometern Marsch durch die weisse Hölle direkt zur einzigen Schutzhütte weit und breit.

  • Die Seerobbe fühlt sichtlich wohl. Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
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  • Mit dem Segelschiff über 1´000 Kilometer von der Südspitze Südamerikas zur Antarktis. Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
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  • In der Antarktis brauchts auch im Sommer eine Wollkappe. Bild: zVg / Ulrike Huber
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  • Nistende Albatrosse auf den Falklandinseln. Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
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  • Die Walflosse eines Pottwals beim Abtauchen. Bild: Roman Schmid / Ulrike Huber
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  • Ursula Hirt von den Veranstaltern von procultura Rebstein. Bild: Ulrike Huber
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  • Elisabeth Graf von den Veranstaltern von procultura Rebstein. Bild: Ulrike Huber
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Tierfotos, aus denen die Liebe spricht

Die grosse Meisterschaft des Fotografen Roman Schmid sind seine Tierfotos. Ob Kapuzineräffchen, Spinnen, Schlangen, Seehunde, Seeelefanten oder Seelöwen, ob Pottwale, Pinguine oder Killerwale, aus jeder Ablichtung sprach die Liebe zu diesen Geschöpfen. Wer Lust bekommen hat, diese Multivisionsschau selbst zu erleben: Roman Schmid hält alle zwei Wochen im Hotel Heiden einen entsprechenden Vortrag. Die Daten finden Sie unter roman-schmid.com

gmh/uh