Eindrückliche Bühnenpräsenz
Regisseur und Autor Kuno Bont nutzt diese Ausgangslage geschickt, um eine vielschichtige und spannende Geschichte zu entfalten. Hinter der tierischen Verwandlung verbirgt sich eine Auseinandersetzung mit Selbstbestimmung, Würde und dem Umgang mit einer Welt, die sich immer schneller verändert.
Mit Ausnahme des jungen SRF-3-Moderators Dario Cantieni aus Gams – welcher der Stubenfliege seine Stimme lieh – besteht das Rheintaler und Werdenberger Ensemble aus Personen über 55 Jahre. Mit ihrem Auftritt bewies es eindrücklich, dass Talent auch im fortgeschrittenen Alter nicht vergeht.
Während Menschen in anderen Bereichen mit zunehmender Lebenserfahrung häufig zurückgestellt werden, zeigt dieses Stück, welches kreative Potenzial freigesetzt wird, wenn Menschen – unabhängig vom Alter – Raum für ihre Hingabe und Freude erhalten.
Mit eindrucksvoller Bühnenpräsenz erschufen sie Figuren, die lebendig und tiefgründig zugleich sind – ein überzeugender Beleg dafür, dass künstlerische Ausdruckskraft keine Frage des Alters ist.
Verbindung zwischen Inhalt und Gestaltung
Passend dazu wurden die liebevoll gestalteten, ausdrucksstarken Masken von der Malia Stiftung Altstätten angefertigt, die sich für die soziale und berufliche Integration von Menschen mit psychischen Herausforderungen einsetzt. Genau wie im Stück geht es auch hier um Inklusion: Personen jeglicher Art erhalten die Möglichkeit, sich kreativ einzubringen – eine stimmige und eindrucksvolle Verbindung zwischen Inhalt und Gestaltung.
Unterstützt wurde die Inszenierung zudem durch die junge Regieassistentin und Aufführungsleiterin Christina Klein und die künstlerische Beraterin Bernarda Mattle. Zum guten Gelingen trugen auch Kostüme, Technik, Effekte sowie die atmosphärische Musik der damaligen Zeit bei.
Standing Ovation für alle Beteiligten
Als Ausbildungstheater beweist die Theater Company einmal mehr, wie viel Qualität im lokalen Theater steckt. Immer wieder reagierte das Publikum spontan mit Lachen und Zwischenapplaus. Die ausverkaufte Premiere endete mit einer Standing Ovation.
Etliche Gäste blieben nach der Vorstellung noch im passend dekorierten Foyer, um sich auszutauschen. Dabei zeigte sich, wie sehr Autor Kuno Bont mit seinem Stück den Nerv der Gegenwart getroffen hat: Der Umgang mit der Digitalisierung sowie die ständig wechselnden Neuerungen spiegeln Erfahrungen wider, die viele Menschen aus ihrem Alltag kennen.
Das Stück «Die Verwandlung» hat somit nicht nur unterhalten, sondern auch Gespräche angestossen und gezeigt, dass man mit Humor und Tatendrang auch den Ruhestand gut meistern kann.