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Altstätten
12.01.2026
12.01.2026 08:25 Uhr

Tierischer Aufruhr im Ruhestand

Die Verwandlung bringt Freude (v.l.: Judith Schmid, Erika Zippert, Renate Arends, Renate Sonderegger, Adelheid Hasler, Margrith Friedrich, Gerda Hasler, Susanne Schmidt, Silvia Graf, Stefan Benz, Marlies Aebi, Ulla Thomsen, Marlies Heeb, Christian Schlegel, Werner Heeb, Denise Eugster, Tatjana Mahr, Elena Colaianni und Peter W. Kretz).
Die Verwandlung bringt Freude (v.l.: Judith Schmid, Erika Zippert, Renate Arends, Renate Sonderegger, Adelheid Hasler, Margrith Friedrich, Gerda Hasler, Susanne Schmidt, Silvia Graf, Stefan Benz, Marlies Aebi, Ulla Thomsen, Marlies Heeb, Christian Schlegel, Werner Heeb, Denise Eugster, Tatjana Mahr, Elena Colaianni und Peter W. Kretz). Bild: Robin Egloff
Mit viel Witz, Fantasie und Tiefe präsentierte die Theater Company ihr neues Stück «Die Verwandlung». Die Inszenierung erzählt vom Widerstand im Alter – und davon, was geschieht, wenn Menschen sich nicht länger zähmen lassen.

Mit viel Witz, Fantasie und Tiefe präsentierte die Theater Company ihr neues Stück «Die Verwandlung». Die Inszenierung erzählt vom Widerstand im Alter – und davon, was geschieht, wenn Menschen sich nicht länger zähmen lassen. Die Premiere im Diogenes Theater Altstätten wurde vom Publikum mit grosser Begeisterung aufgenommen.

Humorvolle Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen

Am Sonntag feierte die Theater Company – das Ausbildungstheater der Freilichtbühne Rüthi – mit der Produktion «Die Verwandlung» Premiere. Das Stück verhandelt auf humorvolle Weise aktuelle Fragen unserer Zeit und fesselte dabei das Publikum im Diogenes Theater Altstätten sichtlich.

Im Mittelpunkt stehen die Bewohner einer fiktiven Altersresidenz. Ihr Alltag wird zunehmend von technischen Neuerungen bestimmt. QR-Codes, Apps und neue Regeln halten Einzug – sehr zum Unmut der Betroffenen. Rasch entwickelt sich ein ungewöhnlicher Aufstand.

Aus Anpassung wird Widerstand, aus Frust Fantasie: Die Figuren beginnen, sich in Tiere zu verwandeln – schliesslich ist sich die 68er-Generation an Rebellion gewöhnt. So wird Herr Wolf wirklich zum Wolf, der Löwe zum brüllenden Aufbegehrer und Frau Boa-Tschek zur gefährlichen Schlange. Da hat das Erdmännchen eine Idee.

Digitale Neuerungen stossen bei den Bewohnern der Altersresidenz auf Widerstand (v.l.: Stefan Benz, Susanne Schmidt, Elena Colaianni, Renate Arends und Werner Heeb). Bild: Robin Egloff

Eindrückliche Bühnenpräsenz

Regisseur und Autor Kuno Bont nutzt diese Ausgangslage geschickt, um eine vielschichtige und spannende Geschichte zu entfalten. Hinter der tierischen Verwandlung verbirgt sich eine Auseinandersetzung mit Selbstbestimmung, Würde und dem Umgang mit einer Welt, die sich immer schneller verändert.

Mit Ausnahme des jungen SRF-3-Moderators Dario Cantieni aus Gams – welcher der Stubenfliege seine Stimme lieh – besteht das Rheintaler und Werdenberger Ensemble aus Personen über 55 Jahre. Mit ihrem Auftritt bewies es eindrücklich, dass Talent auch im fortgeschrittenen Alter nicht vergeht.

Während Menschen in anderen Bereichen mit zunehmender Lebenserfahrung häufig zurückgestellt werden, zeigt dieses Stück, welches kreative Potenzial freigesetzt wird, wenn Menschen – unabhängig vom Alter – Raum für ihre Hingabe und Freude erhalten.

Mit eindrucksvoller Bühnenpräsenz erschufen sie Figuren, die lebendig und tiefgründig zugleich sind – ein überzeugender Beleg dafür, dass künstlerische Ausdruckskraft keine Frage des Alters ist.

Verbindung zwischen Inhalt und Gestaltung

Passend dazu wurden die liebevoll gestalteten, ausdrucksstarken Masken von der Malia Stiftung Altstätten angefertigt, die sich für die soziale und berufliche Integration von Menschen mit psychischen Herausforderungen einsetzt. Genau wie im Stück geht es auch hier um Inklusion: Personen jeglicher Art erhalten die Möglichkeit, sich kreativ einzubringen – eine stimmige und eindrucksvolle Verbindung zwischen Inhalt und Gestaltung.

Unterstützt wurde die Inszenierung zudem durch die junge Regieassistentin und Aufführungsleiterin Christina Klein und die künstlerische Beraterin Bernarda Mattle. Zum guten Gelingen trugen auch Kostüme, Technik, Effekte sowie die atmosphärische Musik der damaligen Zeit bei.

Standing Ovation für alle Beteiligten

Als Ausbildungstheater beweist die Theater Company einmal mehr, wie viel Qualität im lokalen Theater steckt. Immer wieder reagierte das Publikum spontan mit Lachen und Zwischenapplaus. Die ausverkaufte Premiere endete mit einer Standing Ovation.

Etliche Gäste blieben nach der Vorstellung noch im passend dekorierten Foyer, um sich auszutauschen. Dabei zeigte sich, wie sehr Autor Kuno Bont mit seinem Stück den Nerv der Gegenwart getroffen hat: Der Umgang mit der Digitalisierung sowie die ständig wechselnden Neuerungen spiegeln Erfahrungen wider, die viele Menschen aus ihrem Alltag kennen.

Das Stück «Die Verwandlung» hat somit nicht nur unterhalten, sondern auch Gespräche angestossen und gezeigt, dass man mit Humor und Tatendrang auch den Ruhestand gut meistern kann.

Hinweis: An folgenden Daten sind noch Tickets erhältlich: Mittwoch, 14. Januar, 20 Uhr; Donnerstag, 15. Januar, 20 Uhr; Sonntag, 18. Januar, 20 Uhr; Samstag, 24. Januar, 20 Uhr: https://theatercompany.ch/tickets/

Das Ensemble der Theater Company besteht aus: Renate Arends, Marlies Aebi, Stefan Benz, Dario Cantieni, Elena Colaianni, Denise Eugster, Margrith Friedrich, Silvia Graf, Adelheid Hasler, Gerda Hasler, Marlies Heeb, Werner Heeb, Peter W. Kretz, Tatjana Mahr, Christian Schlegel, Judith Schmid, Susanne Schmidt, Renate Sonderegger, Ulla Thomsen und Erika Zippert.

 

pd/ako
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