Widnaus Trainer Andreas Lüchinger war die Erleichterung nach dem Sieg gegen Rüti ins Gesicht geschrieben: „Endlich ist das Spiel in unsere Richtung gelaufen. Zwei Schüsse in der Anfangsphase auf das Zürcher Gehäuse, zwei Tore. Was will man mehr. Dann läuft es einfach. Das ganze Team hat toll aufgespielt.“ Was absolut richtig ist. Es war an diesem Abend auf dem Nebenplatz der Aegeten im Widnauer Team kein einziger Schwachpunkt zu finden. Alle spielten wie aus einem Guss. Vor allem auch die Neuen. Rückkehrer Michael Alder spielte, als wäre er nie weg gewesen und erzielte als linker Aussenverteidiger bereits in der 3. Minute das Führungstor für die Blau-Weissen. Ausgangspunkt war Neuerwerbung Ceyhun Tuccar, der das Spielgerät von rechts in den Strafraum befördert hatte. Im Gewühl der versammelten Spieler beider Teams hatte Alder den richtigen Riecher und stocherte den Ball ins Tor.
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Wuchtig wie Horst Hrubesch
Fünf Minuten später fiel ein weiteres Tor für die Widnauer aus einem Standard. Ein von Daniel Lässer getretener Eckball wurde von Valentin Aggeler per Kopf wuchtig á la Horst Hrubesch (die Älteren erinnern sich noch an das HSV-Kopfballmonster) in die Maschen gesetzt.
Und bereits nach einer Viertelstunde Spielzeit hatten die Blau-Weissen gegen einen vor allem defensiv sehr schwachen Gegner alles klar gemacht. Lars Ivanusa brachte das Leder in einem Sprint, der Usain Bolt alle Ehre gemacht hätte, auf der rechten Aussenbahn nach vorne, halbhoher Pass vor das Tor. Wo Daniele Varano genau getimt herangeprescht kam und mit einem schönen Hechtkopfball einnetzte. 3:0. Herz, was will man mehr.
Im Funzellicht des Trainingsplatzes
Verständlich, dass die Lüchinger-Schützlinge dann etwas zurückschalteten. Nicht verständlich, dass sie nach einer halben Stunde Spielzeit zu sehr zurückschalteten, sodass die Gäste auf einmal ins Spiel fanden und die Kommandohoheit im Funzellicht des Trainingsplatzes übernahmen (der Hauptplatz auf der Aegeten verfügt über keine Flutlichtanlage). Dass gerade in dieser stärkste Phase der Zürcher die Gastgeber ihren vierten Treffer landeten, zog Rüti wohl endgültig den Nerv. Zugleich war der in der letzten Minute vor der Halbzeit erzielte Treffer das Premierentor von Neuerwerbung Ceyhun Tüccar in seinem erste Spiel für die Aegeten-Boys.
Grätschen und Kämpfen bis zum Schluss
In der zweiten Hälfte spielten nur noch die Hausherren, Rüti kam zu keinen echten Tormöglichkeiten. Das Spiel lebte jetzt vom Kampf und dem dauernden Willen von Liechti und Co., keinen einzigen Ball verloren zu geben, zu grätschen und zu kämpfen bis zum Schluss. Was den Rüti-Spieler Christian Giallongo zu einem hässlichen Ausrutscher verleitete, der mit einem Tritt in die Rippen von Varano ein typisches Frustfoul beging. Ergebnis war die gelb-rote Karte für Giallongo.
Und ja, es gab sogar noch ein weiteres Tor. Durch einen Flachschusshammer von Daniel Lässer aus zwanzig Metern in die linke untere Torecke fiel das 5:0 für den FC Widnau. Wenn die Akteure des Mittwochabends zur Verfügung stehen, wenn die noch Verletzten aus der Rekonvaleszenz zurückkehren und im Training den Konkurrenzkampf um die Plätze anheizen, wenn keiner gesperrt fehlt, dann müssen die Aegetenspieler wahrlich vor keinem Gegner in der Interregio Gruppe 6 Angst haben.
Matchtelegramm 09.09.2020
2. Liga Interregional – Gruppe 6
FC Widnau – FC Rüti ZH 5:0 (4:0)
Aegeten – 280 Zuschauer – SR Nicola Riva (sehr gut)
Tore: 3. Alder 1:0, 8. Aggeler 2:0, 16. Varano 3:0, 45. Tüccar 4:0, 75. Lässer 5:0.
FC Widnau: Schatzmann; Massari (77. Giuliano Lamorte), Aggeler, Ivic, Alder; Ivanusa (64. Daniele Lamorte), Varano (77. Techt), Liechti, Lässer, Noah Thönig (68. Samuel Thönig); Tüccar (72. Faleschini).
FC Rüti ZH: Jovanovic; Hämmerli, Belotti, Küng, Sejdiu; Edison Syla (72. Smajovic), Simijonovic, Milano (82. Alves), Giallongo; Rastoder (82. Feusi), Taulent Syla.
Gelbe Karten: 13. Hämmerli, 44. Noah Thönig, 47. Maloku, 53. Giallongo, 86. Faleschini (alle Foul).
Gelb-rote Karte: 60. Hämmerli (Foul).
Aktueller Tabellenstand
| 1. | FC Wil 1900 2 | 3 | 2 | 1 | 0 | (8) | 8 | : | 3 | 7 | |
| 2. | FC Uzwil 1 | 3 | 2 | 1 | 0 | (19) | 5 | : | 1 | 7 | |
| 3. | FC Amriswil 1 | 2 | 2 | 0 | 0 | (4) | 7 | : | 0 | 6 | |
| 4. | Chur 97 1 | 3 | 2 | 0 | 1 | (6) | 5 | : | 3 | 6 | |
| 5. | FC Weesen 1 | 3 | 2 | 0 | 1 | (10) | 6 | : | 4 | 6 | |
| 6. | AS Calcio Kreuzlingen 1 | 2 | 1 | 1 | 0 | (8) | 4 | : | 2 | 4 | |
| 7. | FC Seuzach | 3 | 1 | 1 | 1 | (10) | 6 | : | 6 | 4 | |
| 8. | FC Bazenheid 1 | 3 | 1 | 1 | 1 | (12) | 4 | : | 4 | 4 | |
| 9. | FC Bassersdorf 1 | 3 | 1 | 0 | 2 | (6) | 3 | : | 5 | 3 | |
| 10. | FC Widnau 1 | 3 | 1 | 0 | 2 | (7) | 6 | : | 5 | 3 | |
| 11. | FC Rüti 1 | 3 | 0 | 1 | 2 | (3) | 3 | : | 11 | 1 | |
| 12. | FC Kreuzlingen | 2 | 0 | 0 | 2 | (5) | 0 | : | 5 | 0 | |
| 13. | FC United Zürich | 3 | 0 | 0 | 3 | (7) | 0 | : | 8 | 0 |