Nach den Halbfinalspielen am Samstag stand es fest. Die beiden Rheintaler Faustballvereine FB Widnau und SVD Diepoldsau-Schmitter tragen das „Finale dahoam“ beim Faustball-Finalturnier in der Aegeten aus. Ein Fest für alle Faustballfreunde. Und ein grossartiger Match um die Schweizer Faustballkrone. Denn in den meisten Sätzen ging es knapp hin und her. Lange attraktive Ballwechsel, geniale Angriffsbälle, ambitionierte Verteidigungsarbeit. Kaum ein Ball wurde verloren gegeben, jede Aktion mit grösstem Einsatz durchgeführt. Faustball vom Allerfeinsten. Ja, wahrscheinlich Weltklassefaustball. Von den etwa 400 Zuschauer enthusiastisch begleitet.
Faustball Widnau gewinnt „Finale dahoam“
Relativ leichte Beute
Während der erste Satz noch eine relativ leichte Beute der Widnauer wurde, tat man sich gegen die Rheininsel-Angreifer Raphael Schlattinger und Lukas Lässer im zweiten Satz schon etwas schwerer. FB Widnau konnte diesen Satz nur knapp mit 12:10 für sich entscheiden. Danach kam der Durchhänger von Juliano Fontura und Co.. Nicht nur Angreifer Jan Meier, sondern alle Widnauer schienen auf einmal unkonzentriert, machten unnötige Ballfehler und verloren diesen Heat daher zu Recht mit 6:11. Die Diepoldsauer Schlattinger und Lässer konnten ihre Schlagbälle zum Teil nach Belieben platzieren.
Zweimal die Linie beim Aufschlag übertreten
Im vierten Satz waren beide Teams wieder auf gleicher Höhe. 7:7, 8:8, 9:9, jeder Ballwechsel konnte entscheiden. Die perfekte Ausgeglichenheit. Der sonst sehr gut spielende Raphael Schlattinger verlor den Satz für Diepoldsau, da er gerade bei den letzten beiden Aufschlägen jeweils die Linie übertreten hatte. So endete dieser Satz mit 11:9. Und das war es dann. Denn die Widnauer dominierten den fünften und letzten Satz klarer, als es das Ergebnis von 11:9 verdeutlicht.
Routine und Können entscheiden
Was diesen fünften Satz und vielleicht das ganze Spiel entschied? Die Routine und das Können eines Juliano Fontura, der wie kein anderer auf dem Platz das gegnerische Spiel lesen konnte und seine Bälle immer wieder in den Leerräumen der Diepoldsauer Feldhälfte platzierte. Oder sogar einen beinahe akrobatischen Trickball spielte. Grosse Klasse jedenfalls. Und grosse Freude bei den Widnauern, die ihren zehnten Schweizer Meister auf dem Feld erkämpfen konnten. Der erste seit dem Titelgewinn 2015.