Die erste Spielhälfte auf der Rheinau war eher lau. Die über 350 Zuschauer sahen eine sehr hoch, ja zu hoch stehende Städtli-Elf, die immer wieder Gefahr lief, von den Hausherren ausgekontert zu werden. Und trotz mehr Ballbesitzanteil und der Tatsache, dass das Geschehen zum überwiegenden Teil in der Heldsberger Spielhälfte stattfand, gaben die Altstätter bis zur Pause keinen einzigen Schuss direkt auf das Tor von FCSM-Torwart Fabio Staudacher ab. Die Shoshi-Schützlinge hingegen hatten in dieser Zeit vier Grosschancen zu verzeichnen, die je zur Hälfte von Rijad Abazi und Marko Zdravkovic vergeben wurden.
Enges Derby geht an St.Margrethen
Sturm und Drang gegen Routine und Technik
Es war in Halbzeit eins das typische Spiel Sturm und Drang gegen Routine und Technik. Oder anders gesagt: die Städtli-Youngsters gegen die Old Boys Margrethen. FCA-Trainer Francesco Bologna hatte für die zwar ambitionierte, aber noch nicht ausgereifte Leistung seiner Truppe eine gute Erklärung parat: „Das ist unser erstes Meisterschaftspflichtspiel. Und das Cup-Match gegen Diepoldsau liegt schon wieder vier Wochen zurück. Dazu eine im Wesentlichen neue, junge Mannschaft. Dafür haben meine Jungs sehr gut gespielt und letztlich nur mit Pech verloren.“
Was eine durchaus richtige Bewertung des Spiels ist, zieht man auch die zweite Hälfte heran. In diese starteten die Hausherren mit frischen Kräften. Nurkan Ibrahimi und Liridon Maliqi ersetzten den angeschlagenen Marko Zdravkovic und Furkan Sarac. Die Shoshi-Elf ging los wie von einem Gummiband aufgezogen. Für eine Viertelstunde lang wurde Altstätten am eigenen Strafraum eingeschnürt. Angriff auf Angriff wurden meist über Ahmet Cetinkaya, der überhaupt bei den Heldsbergern als „Man of the Match“ bezeichnet werden kann. Zusammen mit Fabio Staudacher, aber dazu kommen wir später. In diesen fünfzehn Minuten voller Elan erzielten die Hausherren auch ihre zwei Tore. Zunächst war es in der 53. Minute der gerade gelobte Ahmet Cetinkaya, der einen Shala-Eckball wuchtig mit dem Kopf ins Lattenkreuz verwertete. Nur fünf Minuten später war es Liridon Maliqi, der einen Querpass von Valdon Axhija von rechts kommend in die linke Torecke schob.
Adis Hujdur scheitert viermal
Was dann geschah, wird wohl ein Rätsel bleiben. Denn für etwa zwanzig Minuten liessen die Heldsberger die Zügel schleifen und gaben die Spielhoheit ab. Allein Goalie Staudacher war es zu verdanken, dass man sich nicht bald in Rückstand befand. Denn vier Mal konnte Staudacher dem anstürmenden Adis Hujdur den Ball praktisch vom Fuss nehmen. Gegen den aus einem Freistoss von Kevin Steiger erzielten Anschlusstreffer zum 2:1 in der 70. Minute war aber auch der heimische Ballfänger chancenlos, da der Schuss von einem Mann in der Mauer unhaltbar abgefälscht wurde. Und Glück und Segen häuften sich auf dem FCSM in der Nachspielzeit, als Adis Hujdur ein weiteres und letztes Mal den Ball nicht über die Torlinie bugsieren konnte, sondern die Spielkugel nur den linken Pfosten streichelte. Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Besart Shoshi als Trainer des siegreichen Teams überglücklich, weiss der doch, dass sich eine derart nachlässige Chancenverwertung wie in Hälfte eins auch rächen kann.
Mit vier Punkten aus drei Spielen liegt St.Margrethen in der Tabelle auf Platz zwei. Was aber eine grob verzerrte Darstellung ist, da sieben Mannschaften erst ein Spiel ausgetragen haben. Nächstes Wochenende wartet auswärts der US Schluein-Ilanz.
Matchtelegramm 05.09.2020
2. Liga regional Gruppe 1
FC St.Margrethen – FC Altstätten 2:1 (0:0)
Rheinau – 350 Zuschauer, SR Egzon Ibrahimi (sehr gut)
Tore: 53. Cetinkaya 1:0, 58. Maliqui 2:0, 70. Steiger 2:1.
FC St.Margrethen: Staudacher; Sinani (78. Dalipi), Lütolf, Forgia, Axhija (71. Gür); Sarac (46. Ibrahimi), Cetinkaya, Eris (81. Birol), Shala (88. Rushiti); Zdravkovic (46. Maliqi), Abazi.
FC Altstätten: Dietsche; Liechti (70. Moser), Ritter, Eugster, Walt; Luca Kuster (75. Schmid), Yves Kuster, Liiro, Berisha; Steger, Hujdur.
Gelbe Karten: 56. Sinani (Foul), 81. Ritter (Reklamieren).