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Altstätten
18.09.2023

«Zeitreisen» mit Meinrad Gschwend

Bild: pd
Die Geschichte einer Kapelle und die Geheimnisse von Heiligenbildern können ganz schön spannend sein. Das zeigte sich am Samstag in Altstätten, als Meinrad Gschwend zu einer Zeitreise einlud und dem Publikum eine fast unbekannte Person vorstellte, die vor rund 1200 Jahren im Rheintal gelebt hat.

Eusebius von Viktorsberg führte ein Leben wie es nur wenige gab. Er war Einsiedler, vom Volk hoch verehrt, wurde geköpft, trug sein abgeschlagenes Haupt kilometerweit. Im Verlaufe der Jahrhunderte wurde die Erinnerung an ihn wachgehalten. Als er 1730, über 800 Jahre nach seinem Tod, heilig gesprochen wurde, entwickelte sich ein eigentlicher Kult um diesen Märtyrer. Zahlreiche Bilder zeugen davon. Diese Darstellungen bergen eine Reihe von Geheimnissen.

Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Stiftung Frauenhof-Kapelle wurde zam vergangenen Samstag zu zwei Vorträgen von Meinrad Gschwend eingeladen. Zuerst beleuchtete er die wechselvolle Geschichte der Kapelle, die 1648 erbaut wurde. «Diese Kapelle ist einzigartig und vor allem wissen wir im Vergleich zu anderen Bauten aus dieser Zeit sehr viel», betonte Gschwend. In einer Zeitreise führte er die Teilnehmer vom Ende des Dreissigjährigen Krieges bis ins Jahr 1998. In diesem Jahr wurde die Kapelle, die jahrzehntelang geschlossen war, fachgerecht restauriert und wieder geöffnet.

Im zweiten Vortrag ging es um die Kunstwerke, die von Eusebius erzählen. Nicht die Bilder, die in der Frauenhof-Kapelle zu sehen sind, sondern weitere Werke aus Vorarlberg und aus dem Gebiet der ehemaligen Abtei St. Gallen wurden erläutert. Dabei verstand es Meinrad Gschwend auf Details und Besonderheiten hinzuweisen, die auf den ersten Blick kaum erkennbar sind. Je genauer man hinschaut, desto mehr erfährt man.

Sozusagen hinter den Darstellungen verbergen sich nämlich zahlreiche Botschaften. Nicht nur über die dargestellten Personen, sondern auch über die Zeitumstände und über Not und Erwartungen der entsprechenden Zeit. Kurzum, es war eine sehr spannende Reise durch die Jahrhunderte, engagiert und lebendig vorgetragen von Meinrad Gschwend, der sich seit Jahren mit der regionalen Geschichte auseinandersetzt und als Stiftungsrat seit 25 Jahren zum Erhalt der Kapelle beiträgt.

pd/rheintal24.ch
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