Alles war perfekt an diesem Bernecker Torkelfest. Perfekt organisiert und gestaltet. Mit perfektem Programm und Gemütlichkeit in 15 Festwirtschaften. Mit vielen Besuchern bei wolkenlosem Himmel und angenehmen Temperaturen. Und mit einer einmaligen, grandiosen Atmosphäre, als der Rathausplatz zu späterer Stunde in stimmungsvolles Licht getaucht war.
Torkelfest mit festlich-nostalgischem Umzug
Angeführt von beiden Nachtwächtern
Eröffnet wurde dieses Torkelfest mit dem festlichen nostalgischen Umzug. Angeführt von den beiden Bernecker «Nachtwächtern» Felix Indermaur und Paul Koller wandelte der feierliche Tross von den Mobilwerken über die Tramstrasse und die Neugass bis zum Rathausplatz. Wo all die Pferdefuhrwerke und historischen Oldtimer, all die Musiker und Guggen zusammenkamen.
Ein prächtiges, ein erstaunliches, ja ein richtiggehend erhabenes Bild ergab sich für den staunenden Betrachter, wenn er auf die versammelte Menge am Bernecker Rathausplatz blickte. So wie der OK-Präsident des Torkelfestes Oliver Morandi bei seiner kurzen Ansprache: «Ich bin echt ergriffen. Was für eine Kulisse! Einfach wunderbar.»
Wunderbare Beizen gestaltet
Der Dank von Oliver Morandi galt den vielen Vereinen, die mit viel Aufwand wunderbare Beizen gestaltet hatten. Beizen, die zum Verweilen und Verkosten der ausgezeichneten Bernecker und Rebsteiner Weine einluden. Und der OK-Präsident erwähnte auch extra, dass es in diesem Jahr erstmals einen eigenen Festwein gebe, der an allen Ständen kredenzt würde.
Richtig fesch im alten Gewand hielt auch Gemeindepräsidentin Shaleen Mastroberardino eine kurze Ansprache. Und erwähnte natürlich, dass Berneck das grösste Weindorf im Kanton St.Gallen ist. «Das Torkelfest, das ja alle zwei Jahre stattfindet, musste 2021 wegen Corona ausfallen, dafür wird das heurige Fest doppelt so gut!»
Ein Lob auf den Wein und das gute Leben
Wie von den letzten 23 (!) Torkelfesten gewohnt, war auch der Bernecker Nachtwächter Felix Indermaur berufen, eine «Bekanntmachung» anlässlich des Festanlasses an die vielen Besucher zu richten. Wie gewohnt sprach er in Versform ein Lob auf den Wein und das gute Leben und begrüsste alle Freunde des Bernecker Weins von Nah und Fern.
Dazu gab es noch gute Ratschläge: «Lass dich vom Taxi nach Hause bringen, dann wird die Rückfahrt gut gelingen!» Oder: «Man kann zwar zu viel trinken, aber trinken kann man nie genug!» Ein philosophisches Paradoxon, das vielleicht vielen beim anschliessenden - hoffentlich nicht allzu exzessiven - Weingenuss zu denken gab.
Nach 23 Teilnahmen geehrt
Doch aus einem weiteren Grund gehörte Felix Indermaur zu den wichtigsten Personen des Abends. Er wird nämlich endgültig sein Amt als Nachtwächter niederlegen und wurde daher auch vom OK des Torkelfestes nach 23 Teilnahmen geehrt und würdig «in den Ruhestand» verabschiedet. Als Geschenk erhielt er eine Doppel-Magnum-Flasche vom erstmals gekelterten Festwein.
Video: Ulrike Huber
Apropos Gäste aus Nah und Fern. Nicht nur gefühlt alle Bernecker und viele Rheintaler füllten die Festmeile, die von der Alpha-Rheintal-Bank bis zum Haus des Weines reichte. Es waren auch einige Gemeindepräsidenten oder Gemeinderäte aus benachbarten oder befreundeten Gemeinden gekommen, um mit ihrer Neo-Kollegin Shaleen Mastroberardino zu feiern. So konnte man Christian Sepin und Franco Frisenda aus Au, Ralph Lehner aus Diepoldsau, Bruno Seelos aus Widnau sowie Michel Bawidamann aus Walzenhausen schon beim Umzug willkommen heissen.