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Widnau
26.08.2023
26.08.2023 18:26 Uhr

Biomasseheizung, Wahlbeteiligung und ein Impulsreferat

Die bäuerliche Politprominenz gab sich ein Stelldichein auf dem Tratthof: vl. Peter Nüesch, Esther Friedli, Markus Ritter und Martin Rufer
Die bäuerliche Politprominenz gab sich ein Stelldichein auf dem Tratthof: vl. Peter Nüesch, Esther Friedli, Markus Ritter und Martin Rufer Bild: Ulrike Huber
Beim Sommeranlass der Landwirtschaftlichen Vereinigung Rheintal und der Bäuerlichen Vereinigung Unteres Rheintal wurde auf dem Tratthof von Peter Nüesch die neue Biomasseheizung besichtigt und für eine Mobilisierung der Landwirte für die kommenden Wahlen Stimmung gemacht.

Ein grosser Erfolg war am Freitagabend der Sommeranlass der Landwirtschaftlichen Vereinigung Rheintal und der Bäuerlichen Vereinigung unteres Rheintal. Über 180 Interessierte hatten sich auf dem Tratthof in Widnau eingefunden, um die neue Biomasseheizung der Rhybiogas AG zu besichtigen, ein Impulsreferat von Martin Rufer, Direktor Schweizer Bauernverband, zu hören und sich mit bekannten landwirtschaftlichen Interessensvertretern, wie Ständerätin Esther Friedli oder Hausherr und Nationalratskandidat Peter Nüesch unterhalten zu können.

Der Sommeranlass der bäuerlichen Vereinigung Rheintal begann mit der Besichtigung der neuen Heizung der Biogasanlage Bild: Ulrike Huber
Bild: Ulrike Huber

Neue Biomasseheizung

Der frühere Kantonsrat Stefan Britschgi besichtigte mit den Besuchern an Ort und Stelle im Tratthof die neue Biomasseheizung der Rhybiogas AG. «Bisher mussten wir einen Teil des produzierten Biogases für die Heizung des Fermenters, der für eine optimale Gärung eine Temperatur von 42 Grad aufweisen sollte, verwenden. Mit der neuen Holzheizung kann dieses Gas durch Abfallholz ersetzt werden.»

Martin Rufer (li.) mit Gastgeber Peter Nüesch Bild: Ulrike Huber
Stefan Britschgi erläuterte die neue Heizungsanlage, die mit Abfallholz betrieben wird Bild: Ulrike Huber

Die neue Anlage, die bereits seit fünf Wochen problemfrei in Betrieb ist, habe rund eine Million Franken gekostet. Britschgi: «Ein Drittel ist in den Bau gegangen, ein Drittel in die neue Anlage und ein Drittel in die Installation.» Das von der Rhybiogas AG produzierte Gas wird in das Erdgasnetz eingespeist.

Über 180 Interessierte versammelten sich zum Referat von Martin Rufer Bild: Ulrike Huber

Vielfältige und starke Landwirtschaft

Nach der Anlagenbesichtigung hörten die Besucher einen Vortrag von Martin Rufer, der für die solothurnische FDP auch für den Nationalrat kandidiert, zum Thema «Herausforderungen der Schweizer Landwirtschaft». Rufer konzentrierte sich dabei auf die Wichtigkeit einer vielfältigen und starken Land- und Ernährungswirtschaft, die einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz leiste.

Es gab für alle die Gelegenheit, mit den Politikern, wie etwa mit Markus Ritter, zu sprechen Bild: Ulrike Huber

«Die Schweizer Gesellschaft steht hinter der Landwirtschaft! Der Rückhalt in der Bevölkerung ist gross!», so Martin Rufer. Dies machte er insbesondere an den Ergebnissen der Volksabstimmungen der Agrar- und der Massentierhaltungsinitiative fest. «In gewissen politischen Kreisen ist der Rückhalt nicht gross. Wenn man diesen Leuten zuhört, könnte man glauben, es essen bereits alle nur noch vegan. Dabei sind es in Wahrheit nur 0,6 Prozent der Bevölkerung. Und 4 Prozent sind Vegetarier.»

 

Peter Nüesch hiess alle auf dem Tratthof willkommen Bild: Ulrike Huber

Katastrophe für die Landwirtschaft

So komme es immer wieder zu Initiativen, die gegen eine gesunde Landwirtschaft gerichtet sind. Wie etwa die Biodiversitätsinitiative, die 30 Prozent der Landefläche für die Biodiversität unter Schutz stellen will. «Eine Katastrophe für die Landwirtschaft!». Matchentscheidend für eine starke Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen in Bundesbern sei eine hohe Wahlbeteiligung bei den kommenden Wahlen auch in den ländlichen Gebieten.

Stefan Britschgi mit NR-Kandidatin Vivienne Oggier Bild: Ulrike Huber

«Beim Linksruck 2019 hatten wir ein Mobilisierungsproblem», so Martin Rufer. Ins gleiche Horn stiess auch der Altstätter Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbands Markus Ritter: «Das Ergebnis der Agrarinitiative 2021 hat uns einen Riesenrespekt eingebracht. Dennoch haben diverse politische Kreise kein Interesse an einer funktionierenden Landwirtschaft. So werden im Parlament extrem viele Vorlagen gegen landwirtschaftliche Interessen eingebracht.» Umso wichtiger sei für die kommende Wahl eine bürgerliche, vernünftige und wirtschaftsrationale Mehrheit.

Martin Rufer redete einer möglichst breiten Mobilisierung zur Wahl das Wort Bild: Ulrike Huber
Esther Friedli berichtete kurz aus dem Ständerat Bild: Ulrike Huber

Überparteiliche Einigkeit

Ritter verwies auf die Wahl von Esther Friedli in den Ständerat. «Das war ein Versuchsballon. Und es hat gezeigt, was möglich ist, wenn sich die Landwirtschaft überparteilich einig ist. Jetzt geht es ans Mobilisieren für die Wahl, die Jungen sollen über alle möglichen Kanäle aktiviert werden. Wir brauchen eine massive Wahlbeteiligung im ländlichen Raum.»

Das Publikum hörte aufmerksam zu Bild: Ulrike Huber
Die bei der Veranstaltung anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten zur im Herbst bevorstehenden Wahl Bild: Ulrike Huber

Unter den Besuchern der Veranstaltung befanden sich neben Standesrätin Esther Friedli unter anderen auch die NR-Kandidaten Vivienne Ogier, Barbara Dürr und Andreas Widmer. Sowie Christian Eugster als Präsident der Bäuerlichen Vereinigung Unteres Rheintal. In einer kurzen Ansprache thematisierte Esther Friedli noch die derzeit akute Wolfsproblematik und berichtete von ihrer Tätigkeit im Ständerat: «Ich zeige dort vollen Einsatz mit allem, was ich habe.»

rheintal24/gmh/uh
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