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Fussball Regional
20.08.2020
20.08.2020 15:16 Uhr

Jetzt brennt der Rasen wieder

Die Stapfenwiser vom FC Rheineck haben sich verstärkt (Bild: Ulrike Huber)
Die Stapfenwiser vom FC Rheineck haben sich verstärkt (Bild: Ulrike Huber) Bild: Ulrike Huber
Die 2. Liga Regional Gruppe 1 startet an diesem Wochenende in die Saison. Eine Analyse der drei an diesem Wochenende spielenden Rheintaler Fussballklubs.

Wie bereits berichtet, hat der Covid19-Virus wie eine kleine Bombe bei den fussballspielenden Montlingern und Altstätten eingeschlagen. Es sind jeweils Spieler aus den Reserveteams erkrankt, sodass aus Vorsichtsgründen auch die für dieses Wochenende vorgesehenen Erstrundenspiele der Fanionteams abgesagt und verschoben werden mussten. Mit dem FC Rheineck, dem FC Au-Berneck und dem FC St. Margrethen können die restlichen drei Rheintaler Clubs plangemäss starten. Ein kleiner Überblick über die aktuelle Situation und die Erwartungen dieser drei Musketiere:

Rheineck startet am Freitag durch

 Als erstes Team steigt der FC Rheineck bereits am Freitagabend um 20.00 Uhr mit dem Match gegen die Reserven aus Vaduz in die Meisterschaft ein und lässt hoffentlich daheim auf der Stapfenwis den Rasen brennen. Das Team von Trainer Andi Giger ist gut gerüstet. In der vergangenen Rumpfsaison konnte man als Aufsteiger bereits gute Ansätze zeigen und war eigentlich bei der Musik mit dabei. Die Remis-Könige der Liga mussten sich zwar in der bis in den Sommer prolongierten Winterpause mit dem letzten Platz zufriedengeben, lagen dabei aber nur ganz knapp hinter der Nichtabstiegszone.

Man hat sich auch gezielt verstärkt. Und zeigt gehöriges Selbstbewusstsein. Sportchef Michael Hausmann: «Wir werden uns nach Möglichkeit von der Abstiegszone fernhalten, streben von Anfang an einen Platz im gesicherten Mittelfeld an.» Was sogar realistisch klingt. Denn mit Rückkehrer Lendim Ibrahimi, mit Fatlum Aliu und mit Dalibor Vasic kommt ein gerüttelt Mass an Qualität und Erfahrung auf die Stapfenwis. «Mit diesen Neuzugängen können wir auf ein qualitativ und quantitativ starkes und breites Kader vertrauen», ist sich Michael Hausmann sicher, «die Jungs haben sich schon letzten Herbst gut geschlagen und an das Niveau gewöhnt. Die Mischung aus altbekannten Kaderspielern, vielen Eigengewächsen, die wir an das Liganiveau heranführen wollen, und den erfahrenen und spielstarken Neuerwerbungen müsste eigentlich einschlagen.»

Ziel der Mannschaft:

8. Platz: Die Stapfenwiser wollen  im Mittelfeld mitspielen und den Aufenthalt in der Abstiegszone vermeiden. Mit einem breit aufgestellten und qualitativ guten Kader sowie mit Trainer Andi Giger auch realistisch scheint.

Zuzüge: Fatlum Aliu (Au-Berneck), Agan Fazliu (Au-Berneck), Lendim Ibrahimi (Au-Berneck), Dalibor Vasic (Arbon)

Abgänge: Merat Yürekli (Rheineck II), Sezer Bingöl (Rheineck II), Nicola de Gregorio (Karriereende)

 

Die Rheinecker haben einen Platz im gesicherten Mittelfeld im Visier (Bild: Ulrike Huber) Bild: Ulrike Huber

Au-Berneck vor schwieriger Saison

Ein turbulentes Jahr liegt hinter dem FC Au-Berneck. Schon letzten Sommer kam mit dem Bernecker Ernst Graf ein neuer Präsident. Und nach der verkorksten Herbstsaison, die mehr von Pech als von Unvermögen gezeichnet und als desaströs und meilenweit hinter den selbstgesteckten Erwartungen verblieb, gab es die grosse Wachablöse. Sportchef Philipp Zoller wurde von einer vierköpfigen Kommission unter der Leitung von Guido Böhrer ersetzt. Auf den Trainer Ridvan Yazici folgte mit Roman Hafner ein im Rheintal bestens bekannter und zuletzt erfolgreich beim FC Widnau tätiger ausgewiesener Fussballfachmann.

Auf Hafner wartet eine schwere Aufgabe. Denn der Kern des letztjährigen Teams ist weg. So waren beim Trainingsauftakt vor gut zwei Monaten dann auch noch gut eine Handvoll Spieler mit Zweitligaerfahrung vorhanden. Inzwischen wurde von Sportchef Guido Böhrer eine «Jugendgang»mit viel Talent aber wenig Spielpraxis auf Zweitliganiveau zusammengestellt. Mit einem Durchschnittsalter von nur 21,9 Jahren stellen die Kicker von der Degern das jüngste Team der Liga. Mit dem vom FC Montlingen gekommenen Mario Zivic, mit Doriano Telatin und Ricardas Baklanovas aus Arbon, sollten sich denn doch einige Führungsspieler herauskristallisieren. Es wird spannend zu verfolgen, ob Coach Hafner das «Beinahe-Wunder» Klassenerhalt erreichen kann. Erste Gelegenheit, die dringend benötigten Punkte zu sammeln, wird sich am Samstag auswärts beim FC Mels bieten.

 

Ziel der Mannschaft:

 10. Platz: Auf der Degern hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Allzu lange wollte man bei Au-Berneck mit dem sich wiederholenden Engagements von teuren auswärtigen Spielern einen Tabellenspitzenplatz anstreben. Jetzt wird man mit dem zur Verfügung stehenden Team aus wenigen Routiniers und vielen Neulingen gegen den Abstieg anspielen wird.

Zuzüge: Ricardas Baklanovas (Arbon), Tristen Boog (Heiden), Murat Büyüktunaglio (Dornbirn), Fabian Gashi (St. Margrethen), Joel Kehl (Romanshorn), Daniel Niederl (Rebstein), Doriano Telatin (Arbon), Mario Zivic (Montlingen), Cedric Kriebel (Arbon), Moé Schärer (Au-Berneck II), Tim Hinteregger, Endrit Bkjiri, Fabio Lamorte (alle eigene Junioren), Fabian Dierauer (Team Bodensee-Rheintal)

Abgänge:  Lendim Ibrahimi, Fatlum Aliu (beide Rheineck), Rilind Shala, Rijad Abazi, Lotrim Hajrullahu, Fabio Künzler (alle St. Margrethen), Sebastian Roth (Viktoria Bregenz), Burak Uzundere (Doren), Nurkan Ibrahimi (Eschen-Mauren), Marcel Riedeberger (Bezau), Severin Schwendener (Steinach).

 

Mit einem Durchschnittsalter von 21,9 Jahren stellt der FC Au-Berneck ein sehr junges Team (Bild: Ulrike Huber) Bild: Ulrike Huber

St. Margrethen mit vielen Rückkehrern

Das wird eine gute Saison für die Heldsberger. Eine gewagte Prognose? Nein, denn nach einem turbulenten Jahr mit Präsidenten- und Trainerwechsel sind viele alte Bekannte aus Interregio-Zeiten wieder auf die Rheinau zurückgekehrt. FC St.Margrethen reloaded sozusagen. Und dies obwohl der Verein im Vergleich zu früheren Jahren, als noch Natal Schnetzer als Präsident und Sportchef die Zügel in der Hand hielt, finanziell weit kleinere Brötchen backen muss. Jetzt ist Fabio Künzler als Spieler und neuer Sportchef zurückgekehrt. Und hat gemeinsam mit dem seit der verlängerten Winterpause amtierenden Neo-Trainer Besart Shoshi eine sehr kompetititve Zweitligamannschaft zusammengestellt.

Die Rückkehrer prägen das Bild des neuen alten Heldsberger Teams. Rijad Abazi, Salvatore Forgia, Lotrim Hajrullahu, Rilind Shala und Marko Zdravkovic: lauter Spieler, die bereits in den vergangenen Jahren auf der Rheinau aufgelaufen sind. Dazu ist der damalige Interregio-Trainer Dorde Duvnjak als Co-Trainer zurück. Er wird Coach Besart Shoshi an der Seitenlinie als erfahrener Stratege und Taktiker unterstützen. Wie das möglich war, zumal die Ballkünstler nach glaubhafter Versicherung des neuen Präsidenten Dennis Ritz ohne Salär und ohne Punkteprämien dem runden Leder nachjagen werden? Die alten Bande, die Besart Shoshi mit seinen früheren Mitspielern verbinden sollen es möglich gemacht haben. «Ich musste nur kurz mit meinen Freunden und Mitspielern sprechen, dann haben sie zugesagt, auch umsonst hier zu spielen. Das immer wieder kolportierte Gerücht, wir seien nur eine Truppe von geldgeilen Fussballern gewesen, stimmt einfach nicht». Shoshi glaubt an einen Platz an der Sonne: «Obwohl wir kein breites Kader haben. Aber wenn die elf, zwölf wirklich guten Akteure gesund und ohne Sperren bleiben, ist viel drin.» Wie viel wirklich in der Mannschaft drin ist, werden die Rheintaler Fussballfans am Sonntag ab 14.30 Uhr erfahren, wenn der FCSM auf eigenem Platz gegen den FC Ruggell antritt.

Ziel der Mannschaft:

 4. Platz: Trainer Besart Shoshi vertraut voll und ganz auf seine Freunde und Mannschaftskollegen. Und diese haben ja auch einen Vertrauensbeweis geleistet, indem viele von ihnen von auswärts wieder auf die Rheinau zurückkehren, obwohl sich der Verein finanziell an die Decke strecken muss. Technisch kann jeder der Spieler mit dem Ball umgehen. Und mit Co-Trainer Dorde Duvnjak steht ein alter Taktikfuchs an der Outlinie.

Zuzüge: Rijad Abazi (Au-Berneck), Salvatore Forgia (vereinslos), Lotrim Hajrullahu (Au-Berneck), Fabio Künzler (Au-Berneck), Rilind Shala (Au-Berneck), Marko Zdravkovic (Montlingen), Sinan Polat (FC Lustenau), Joshua Braun (Rheineck)

Abgänge: Fabian Gashi (Au-Berneck), Boban Antic, Bozo Jevic (beide unbekannt, Sevalj Ljatifi (Brühl St. Gallen II)

 

Beim FC St. Margrethen sind viele alte Bekannte zu sehen (Bild: zVg) Bild: zVg
gmh/uh
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