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Region Rheintal
11.08.2023

Rabenschwarzer Tag für das Heidener Spital

Nach dem verheerenden Unwetter im Juli 1998 war das Vorderländer Spital in Heiden bereits im März 1999 wieder in Stand gestellt.
Nach dem verheerenden Unwetter im Juli 1998 war das Vorderländer Spital in Heiden bereits im März 1999 wieder in Stand gestellt. Bild: Peter Eggenberger
Der 3. Juli 1998 ging als Tag des Schreckens in die Geschichte des Vorderlands ein. Sintflutartige Regenfälle mit Hagel zerstörten das erneuerte Spital, und die zur Einweihung eingeladenen Gäste mussten das Festzelt fluchtartig verlassen.

1967 erhielt die Region Vorderland in Heiden ein neues Spital, welches das heute als Dunant-Haus bekannte Gebäude ablöste. Rund dreissig Jahre später wurden Spital und Einrichtungen mit Kosten in der Höhe von 28 Millionen Franken erweitert und erneuert.

Am 3. Juli fanden sich 150 festlich gekleidete Gäste zur Eröffnung im Festzelt neben dem Spital ein. In ihrem Grusswort freute sich Gesundheitsdirektorin Alice Scherrer-Baumann als verantwortliches Mitglied der Ausserrhoder Regierung über die gelungene Spital-Sanierung, die sie seit 1994 mit Herzblut begleitet hatte.

Barfuss geflüchtet

«Plötzlich aber war die Ansprache zum Auftakt der Festlichkeiten nicht mehr zu verstehen, weil der auf das Zeltdach niederprasselnde Regen und dann heftiger Hagel alles übertönte», heisst es im appenzellischen Jahrbuch.

«Rasch wurde der bittere Ernst der Lage erkannt, und fluchtartig verliessen Besucherinnen und Besucher teils barfuss das Zelt. In der Folge überflutete der zum reissenden Gewässer gewordene Werdbach vor allem die unteren Geschosse des Spitals, wobei an Lokalitäten und Gerätschaften innert weniger Minuten verheerende Schäden entstanden. Das für die Öffentlichkeit geplante Spitalfest vom 4. Und 5. Juli musste abgesagt werden. Die Instandstellungsarbeiten wurden sofort aufgenommen.»

450 Kinder wurden geboren

Gefordert waren nun nicht nur Baufachleute, sondern vor allem auch die Spital-Belegschaft mit Verwaltungsleiter Eduard Abderhalden an der Spitze. Trotz grösster Einschränkungen hatte der Betrieb zu funktionieren, und grosser Lichtblick im Unglücksjahr 1998 war die Geburt von 450 Kindern. Bereits am letzten März-Wochenende 1999 wurde der Öffentlichkeit Gelegenheit geboten, das wiederhergestellte Spital zu besichtigen.

pd/Peter Eggenberger
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