Alle Rheintaler Motorsportfans haben dem Motorradcrack Dominic Schmitter in den letzten Jahren die Daumen gedrückt. Und waren in Gedanken dabei, wenn sich der Altstätter auf seinen Bikes ins sportliche Schlachtgetümmel stürzte. Als er zweimal den Schweizer Meistertitel bei den Superbikes holte. Oder sogar bei der Superbike-Weltmeisterschaft am Start war. Bis er vor knapp zwei Jahren nach einem furchterregenden Sturz beim IDM-Lauf in Assen seinen Rücktritt vom aktiven Sport bekannt gab.
Mit dem Schweizer Meister zum Fahrausweis
Zielstrebig und auf direkter Linie
Seither hat er, wie es seine Art ist, zielstrebig und auf direkter Linie seine neue Berufung verfolgt. Sein Vater Peter hatte ihn auf die Idee gebracht, es doch als Fahrlehrer zu versuchen. «Ich sagte ihm, er könne nicht ewig als Racer unterwegs sein, müsse einen Ausweg aus diesem Geschäft finden. Er solle etwas Neues probieren, das ihm Freude macht. Und da er damals schon viele Hobbyfahrer auf der Rennstrecke ausgebildet hat, lag der Beruf des Fahrlehrers nach. Denn Dominic hat den Flow, auch schwierige Dinge einfach erklären zu können.»
Gesagt, getan. Nach Corona fing der «schnellste Rheintaler auf zwei Rädern» mit seiner Aus- und Fortbildung als Fahrschullehrer an und kann diesen Beruf seit einem Jahr ausüben. Und hat sich mit seiner «Rheintal Fahrschule Schmitter» bereits selbstständig gemacht. Am Freitagabend wurde dann auch sein neues Geschäftslokal in der Engelgasse in Altstätten mit einer kleinen Feier zusammen mit alten Freunden, Sponsoren, Wegbegleitern und aktuellen Fahrschülern eröffnet.
Nicht mit dem eigenen Auto vorfahren
Dass es im Umfeld seines neuen Geschäftslokals mitten in der Altstadt von Altstätten kaum Parkplätze gibt, begründet der Jungunternehmer mit einem Schmunzeln: «Meine Kunden kommen ja nicht mit dem eigenen Auto angefahren. Und mit dem Töff oder den Öffis bin ich wunderbar erreichbar.» Apropos Töff: bisher ist Schmitter «nur» Fahrlehrer zur Ausbildung von neuen Autolenkern. Aber voraussichtlich in wenigen Wochen wird er auch Fahrstunden für Motorradaspiranten anbieten. Lernen beim Schweizer Meister sozusagen.
«Ich habe meinen Traumberuf gefunden», erklärt ein strahlender Dominic Schmitter, «es macht ganz einfach mega Spass, die jungen Fahranfänger zu unterrichten.» Was er mit Erfolg macht, haben doch in seinem ersten Jahr als Fahrlehrer nur zwei seiner Eleven die Prüfung nicht geschafft. «Ich bin derzeit auch mehr als ausgebucht…».
Alles ist prächtig gelaufen
Auch seine Fahrschüler schwärmen von ihm. Wie etwa Pedro, der es zuerst in einer anderen Fahrschule versucht hat. «Das hat aber nicht funktioniert. Bei Dominic ist dann alles prächtig gelaufen. Er konnte mir genau sagen, was ich zu tun und zu lernen habe.» Oder Sara Kehl, die sich begeistert zeigt: «Zum einen hat Dominic eine Engelsgeduld und zum anderen kann er alles super erklären. Man lernt bei ihm wirklich viel, sogar der Verkehrsunterricht ist mega spannend.»
Kein Wunder, dass es den jungen Leuten in der Rheintal Fahrschule Schmitter so gut gefällt. Denn das ganze Geschäftslokal atmet noch den Duft der grossen Superbike-Welt. Rennanzüge, Pokale, Fotos verweisen auf die Vergangenheit von Schmitter als erfolgreichem Motorradsportler. Und im Schaufenster ist sogar jene Yamaha-Maschine aufgebockt, mit der er bei seinem letzten Antreten in der Superbike-WM am WM-Lauf in Katar auf der Losail-Rennstrecke teilgenommen hat.
«Seither kann ich wieder ruhig schlafen»
Bei der Eröffnung waren neben seinen treuen Sponsoren von Castratori-Keramik und Kühnis-Brillen und vielen anderen selbstverständlich auch Dominics Eltern Petra und Peter mit dabei. Denn die beiden haben ihn sein ganzes Rennsportleben lang begleitet. Und sind in Wahrheit sehr froh, dass er ohne bleibende körperliche Schäden seine Karriere als Racer beendet hat. «Seither kann ich endlich wieder ruhig schlafen», so eine sichtlich erleichterte Petra Schmitter.