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Altstätten
04.08.2023
04.08.2023 16:33 Uhr

Angebotszusagen für Gesundheits- und Notfallzentrum «nicht sinnvoll»?

Altstättens Stadtpräsident Ruedi Mattle fragte der Kantonsregierung nach, wie ein künftiges Angebot an einem Gesundheits- und Notfallzentrum ausschauen soll.
Altstättens Stadtpräsident Ruedi Mattle fragte der Kantonsregierung nach, wie ein künftiges Angebot an einem Gesundheits- und Notfallzentrum ausschauen soll. Bild: Ulrike Huber
Im Jahre 2027 ist endgültig Schluss mit dem Spital Altstätten. Stadtpräsident Ruedi Mattle wollte von der Regierung eine Aussage, welche Angebote in einem Gesundheits- und Notfallzentrum vorgesehen sind. Eine inhaltliche Antwort wurde im Wesentlichen verweigert.

Im Dezember 2020 wurde es vom Kantonsparlament beschlossen: Das Spital Altstätten wird 2027 nach der erfolgten Erweiterung des Krankenhauses in Grabs zugesperrt. Geplant ist in Altstätten für die Akutnahversorgung ein sogenanntes Gesundheits- und Notfallzentrum.

Medizinische Versorung sicherstellen

Altstätten hat die Vorkehrungen für eine solche Nachfolgelösung vorangetrieben, «um die medizinische ambulante Versorgung in der Region nahtlos sicherzustellen», wie Stadtpräsident Ruedi Mattle sagt. So wurde bereits ein möglicher Standort für ein solches Gesundheits- und Notfallszentrum in der Nähe des heutigen Spitals bestimmt und gesichert. Die Liegenschaft steht im Eigentum der Stadt.

Mehrere Ärzte sollen planen, gemeinsam ein «Ärztehaus» an dieser Stelle zu realisieren, das nach den Vorstellungen von Mattle unter massgeblichem Einbezug der Spitalverbunde zum Gesundheits- und Notfallzentrum ausgebaut werden soll. Mattle ist der Ansicht, dass es jetzt, vier Jahre vor einer möglichen Inbetriebnahme dringend notwendig sei, für eine seriöse Planung den künftigen Leistungsumfang und damit den konkreten Raumbedarf festzulegen. Ruedi Mattle stellte eine entsprechende Anfrage an die Regierung.

Das Spital in Altstätten schliesst im Jahr 2027 endgültig seine Pforten Bild: srrws.ch

Konkrete Aussagen noch nicht sinnvoll

Jetzt liegt die Antwort vor. Eigentlich ein Affront gegenüber der Rheintaler Bevölkerung, die künftig auf diese Art der Nahversorgung angewiesen sein wird. Denn die Regierung hält fest: Konkrete Aussagen, wie ein künftiges Angebot an einem solchen Gesundheits- und Notfallzentrum ausschauen soll, seien derzeit «noch nicht sinnvoll». Man wisse noch gar nicht, wie die spezialärztliche Versorgung im Jahre 2026 ausschaue. «Je mehr frei praktizierende Spezialärztinnen und -ärzte dannzumal im Rheintal tätig sind, desto weniger spezialärztliche Leistungen drängen sich am Gesundheits- und Notfallzentrum auf.»

Die Spezialverbunde würden jedenfalls nur subsidiär ergänzende Leistungen zu den frei praktizierenden Ärzten erbringen. Und so drängen sich «weitere Garantien noch nicht auf». Eine höchst eigenwillige Sicht der Dinge. Denn die baulichen Massnahmen und damit die notwendigen Planungen drängen, wenn das Gesundheits- und Notfallzentrum bei der Schliessung des Spitals 2027 seinen Dienst aufnehmen soll. Und Voraussetzung für eine gelungene und sachgerechte Planung war es noch immer, rechtzeitig den zu verplanenden Raumbedarf zu kennen. Es könnte einem glatt das Bonmot des Wiener Kabarettisten und Grantler Helmut Qualtinger aus seinem Stück «Der Wilde auf seiner Maschin» in den Sinn kommen: «Ich weiss nicht, wohin ich will, dafür bin ich umso schneller dort.»

rheintal24/gmh/uh
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