Nicht nur das Budget der politischen Gemeinde Au war auf einer denkwürdigen Bürgerversammlung vor exakt acht Wochen in die Verlängerung geschickt worden, sondern auch jenes des Alters- und Pflegeheims Hof Haslach. Dies erfolgte damals nach einer Wortmeldung von Alt-Gemeinderat Alex Frei, der moniert hatte, dass die Pflegetaxen und -gebühren zu hoch seien, wenn man jedes Jahr 400´000 Franken Gewinn ausweise.
Bonuszahlungen im Alters- und Pflegeheim Hof Haslach?
Seriöse Arbeit bei Budgeterstellung
In der Zwischenzeit hatte der Gemeinderat zusammen mit der Heimleitung den ursprünglich vorgelegten Voranschlag für 2023 durchforstet. «Wir haben dabei nichts gefunden, was nicht gebundene Kosten sind. Was zeigt, dass schon bei der Erstellung des ersten Budgets seriöse Arbeit geleistet wurde. Die Kostenrechnung wird jeweils vom Kanton geprüft und nicht beanstandet. Der «Preisüberwacher» schreibt, dass er mit den Zahlen einverstanden ist und keine Einwände hat. Branchenfachleute geben ein gutes Zeugnis. Im Heim Hof Haslach läuft alles sehr gut, nur die letzten Wochen Unsicherheit haben gestört.»
Auf dieser Grundlage wurde das leicht angepasste Budget mit einem Aufwand von 6´419´400 und einem Ertrag von 6´474´900 Franken zur Abstimmung vorgelegt. Der Stimmbürger René Hutter regte in einer fundierten Wortmeldung an, die Umbuchung des für die Strategieplanung vorgesehenen Kredits aus der Ausgleichsreserve zur Einlage in die Vorfinanzierung der Infrastrukturstrategie in Höhe von 450´000 auf 100´000 Franken zu beschränken. Die weiteren Beträge sollten dann jeweils nach Projektphase mit separatem Kredit freigegeben werden.
Grossmehrheitlich angenommen
Was auf Verständnis bei Gemeindepräsident Sepin stiess und von den Stimmbürgern auch grossmehrheitlich angenommen wurde. Was bedeutet, dass das Budget dann letztlich mit einem Aufwand von 6´069´400 und einem Ertrag von 6´824´900 Franken beschlossen wurde.
Die Crux der Bonuszahlungen
In der Diskussion zum Budget des Alters- und Pflegeheims Hof Haslach tat sich, wie wiederholt an dieser ao. Bürgerversammlung, Alt-Gemeinderat Alex Frei hervor. Er hob zu einem Monolog über die Crux der Bonuszahlungen bei den Banken und insbesondere die Crédit Suisse an. Und führte unter Verweis auf diverse angebliche Experten aus, dass Bonuszahlungen der Leistung eines Unternehmens oder einer Institution in Wahrheit abträglich seien.
Dann vermeinte er zu wissen, dass auch im Alten- und Pflegeheim Hof Haslach Bonuszahlungen erfolgen würden und fragte nach, ob das auch stimme. Zudem stellte er den Antrag, die Gemeinde Au dürfe im Hof Haslach keine Boni oder Kaderboni ausrichten. Und der Wegfall derselben dürfe in Folge nicht zu einer Erhöhung der Gehälter führen. Es dürfte nur mehr Leistungsprämien für aussergewöhnliche Leistungen geben.
Gute Erfahrungen gemacht
Gemeindepräsident Christian Sepin erläuterte, dass Alex Frei als früherer Gemeidnerat die Fakten sehr wohl kenne. «Tatsächlich gibt es Leistungsprämien für die Finanzverantwortlichen des Heims. Womit wir aber sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Ausserdem ist ja allgemein bekannt, dass sich der allgemeine Fachkräftemangel gerade im Pflegebereich eminent auswirkt und wir als Arbeitgeber attraktiv bleiben müssen.»
Zu einer Abstimmung über den Antrag des Alex Frei kam es nicht, weil die Bürgerschaft für die Zahlung einzelner Lohnbestandteile und den Abschluss bzw. die Mutation von Arbeitsverträgen schlicht nicht zuständig ist. Was jemand, der wie Alex Frei bis vor Kurzem selber noch im Gemeinderat gesessen ist, eigentlich wissen sollte.