Was viele Leute, die sich kaum mit der Blasmusik befassen, nicht wissen: auf den Kreismusiktagen wird nicht nur kräftig gefestet und gefeiert, nicht nur Humpa-Humpa-Musik gespielt, sondern auch grossartig mit symphonischen Stücken musiziert. Denn zu den Kreismusiktagen gehört immer auch das Wettspiel.
Lasst das Spiel beginnen und die Noten erklingen
Schön, schwierig und interessant
Dabei vergleichen sich die Blasmusiken des Kreises am Samstag bei einem Wettbewerb, an dem sie jeweils ein besonders schönes, schwieriges, jedenfalls interessantes Musikstück vortragen. Und dieser Vortrag wird dann von einer gestrengen Jury aus Musikfachleuten bewertet. Wobei die verschiedenen Blasorchester in vier verschiedenen Stärkeklassen spielen.
Die Wettspiele fanden an diesen Kreismusiktagen in Widnau im Widebaumsaal im Metropol statt, der aufgrund seiner guten Akustik bestens dafür geeignet ist. Für die Jury war extra ein Podest über den normalen Zuschauerrängen errichtet worden. Und bei den meisten Vorträgen war der Saal gestossen voll mit Zuhörern. Denn viele Freunde der Blasmusik liessen sich diese Ansammlung an musikalischen Gustostücken nicht entgehen.
Orchester der 2. Stärkeklasse Harmonie
Auch dem Schreiber dieser Zeilen war es vergönnt, bei zwei dieser Vorträge dabei zu sein. Und zwar beim Wettbewerspiel des MV Berneck, einem Orchester der 2. Stärkeklasse Harmonie. Das unter der musikalischen Leitung von Reinhard Schäfer die «Ouverture Jubiloso» des Komponisten Frank Erickson spielte. Und wie! Die Blechbläser waren in ihrem Element, denn im ersten und letzten Teil des Stücks geht es musikalisch zu, wie weiland in der Titelmusik zu den «Strassen von San Francisco». Treibend, ruhelos, immer nach vorne.
Diese Parforce-Jagd nach Noten wird durch den ruhigen Mittelteil konterkariert. Gelegenheit für die Bernecker Musiker zu zeigen, dass sie auch die leiseren Töne beherrschen. Insgesamt eine schöne Leistung. Ohne der Bewertung durch die Experten vorgreifen zu wollen.
Schmucke Uniform mit Hosenträgern
Dann kam der MV Harmonie Oberriet mit seinen 62 Mitgliedern, die in ihrer schmucken Uniform mit Hosenträgern über den weissen Hemden und dazu gelben Socken die ganze Bühne im Widebaumsaal schmückten und einnahmen. Sie spielten die Komposition «Redhill» von Benjamin Yeo, einem aus Singapur stammenden Musikpoeten. Und, um es gleich zu sagen, die Harmonie Oberriet, die in der 1. Stärkeklasse Harmonie spielte, machte ihre Sache wirklich gut.
Ein wahres Hörvergnügen. Denn der volle, satte Klang der Oberrieter konnte absolut begeistern. Genauso wie die vielen Soli, die das gewählte Wettbewerbsstück ermöglichte. Und die durchgehend komplett fehlerfrei gespielt wurden. Dirigent Stefan Zeller durfte von seinen Musikern begeistert sein. Begeistert auch über die Auswahl des Wettbewerbsstückes, betonte dieses Werk doch die Vorzüge des Oberrieter Klangkörpers.
Parademusik ist angesagt
Nachstehend finden Sie die Bewertungsergebnisse. Morgen, Sonntagmittag geht es für die Musikanten auf die Strasse. Die Parademusik ist angesagt. Jedes Korps konnte sich dafür zwei Marschmusikstücke aussuchen, die im Parademarsch zwischen dem Kreisverkehr vor dem Hotel Metropol und dem Migros gespielt werden müssen. Um 11.30 bis 12.18 Uhr und von 14.00 Uhr bis 14:56 werden die 15 Blasmusikkapellen des Kreises marschieren. Und dabei auch zeigen, wer Kondition und die samstägliche Unterhaltungsnacht gut überstanden hat.
Rheintaler Kreismusiktage 2023 - Rangliste Konzertmusik
Unterhaltungsmusik Mittelstufe: 1. Musikverein Rebstein
3. Stärkeklasse: 1. Musikgesellschaft Thal, 2. Musikgesellschaft St.Margrethen, 3. Musikverein Eichberg, 4. Musikverein Balgach.
2. Stärkeklasse: 1. Musikverein Berneck, 2. Musikgesellschaft Rüthi, 3. Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies, 4. Musikverein Marbach, 5. Musikverein Konkordia Au, 6. Musikgesellschaft Altenrhein-Staad, 7. Musikverein Heerbrugg.
1. Stärkeklasse: 1. Stadtmusik Altstätten, 2. Musikverein Harmonie Oberriet, 3. Musikgesellschaft Kriessern.