Da wurde sogar Schulratspräsidentin Annemarie Keel etwas nervös. Hatte sich doch die imposanten Zuhörerkulisse von etwa 300 Berneckerinnen und Bernecker am Dienstagabend im der MZH Bünt eingefunden, um der Vorstellung der Kandidaten für das Amt des Gemeindepräsidenten beizuwohnen.
Fünf Kandidaten für den Schulrat
Fünf Kandidaten für zwei Plätze
Die Gelegenheit wurde genutzt, um vorab auch die fünf Kandidaten für die zwei im Schulrat freigewordenen Plätze vorzustellen. Erfreulich, dass so viele Interessenten in diesem Gremium mitwirken wollen, waren doch die im Januar kommunizierten Abgänge von Ursi Bücheler und Daniel Zogg Gerüchten zufolge nicht ganz friktionsfrei erfolgt.
Die Dorfpartei «Dorf und Umwelt» nominierte gleich zwei Wahlwerbende. Antonio Aiello erhielt wie die anderen Nominierten fünf Minuten Zeit, um sich vorzustellen. Der zweifache Vater, dipl. Techniker HF Hochbau und Geschäftsinhaber sagte, dass er eine «zuukunftsorientierte Schule mitgestalten und weiterentwickeln wolle».
Offen für neue Herausforderungen
Seine Mitbewerberin Corina Pinchera, 39 Jahre alt, ist Fotografin und Mutter. Was sie für den Schulrat prädestiniere? Sie sei offen und nehme gerne neue Herausforderungen an. «Die Zukunft der Kinder liegt mir am Herzen!»
Luca Würth tritt als Vater zweier Töchter an. Der Senior Consultant und Digitalisierungsfan wurde von der Mitte nominiert und bezeichnete sich als offen für den Austausch von Meinungen und Argumenten. «Bei allen Vorteilen einer frühen Schulung der Kinder im digitalen Bereich sollen diese aber keine Versuchskaninchen sein.»
Sich selbst nominiert
Nicht von einer Partei, sondern von sich selbst nominiert, wurden Jael Anderegg und Paolo Vaccariello. Anderegg ist Mutter dreier Kinder, ausgebildete Kindergärtnerin und bezeichnet sich als «Familienfrau». Sie will für eine transparentere Kommunikation seitens der Schule sorgen, das Miteinander und die Diskussion von Themen fördern.
Paolo Vaccariello outete sich als grosser Fan von Schulbüchern. «Das sollte es wieder in allen wichtigen Fächern geben.» Schon bisher habe er von aussen erlebt, dass man mit den Schulräten kooperativ zusammenarbeiten könne. «Da will ich mich mit Herzblut engagieren.»
Allgemeine Aussagen
Allgemein hat man bei dieser Kandidatenvorstellung in Wahrheit nicht allzu viel über die Kandidaten erfahren. Diese blieben bei ihren «Wahlreden» überwiegend bei Plattitüden und allgemeinen Aussagen: «Ich will mich mit aller Kraft engagieren» oder «die Zukunft der Schule ist wichtig». No na, das ist doch selbstverständlich, wenn man sich für den Schulbereich engagieren will.
Vielleicht war aber auch das Format dieser Kandidatenvorstellung ein Falsches. Nicht nur fünf Minuten für jeden der Wahlwerber vor einem Publikum, das für ein anderes Thema, nämlich die Gemeindepräsidentenwahl gekommen ist. Sondern eine persönliche Vorstellung in eigener Veranstaltung vor jenen Schulbürgerinnen und Schulbürgern, die sich wirklich für das Thema interessieren. Und dann natürlich für jeden genug Zeit, um nicht nur Oberflächlichkeiten auszutauschen, sondern um zu sehen, wie tief das Wissen der einzelnen über die Bernecker Schulangelegenheiten wirklich ist.