«Der Gebäudewärmebedarf in Altstätten wird derzeit gut zur Hälfte mit Heizöl oder Gas gedeckt», berichtete Stadtpräsident Ruedi Mattle in seinem Vortrag an der Veranstaltung «Gebäudesanierung mit Konzept», das von etwa vierzig Interessenten im Sonnensaal besucht wurde. Und weiter: «Und aus diesen beiden Energiequellen stammen 87 Prozent des CO2-Ausstosses von Altstättens Wärmebedarf.»
Green Day und «Gebäudesanierung mit Konzept»
Gebäude wärmetechnisch sanieren
Es sei also unbedingt notwendig, die Gebäude wärmetechnisch zu sanieren und Heizungsanlagen umzustellen. Wobei es dabei von Vorteil ist, dass gerade die vielen in den Sechziger- bis Achtzigerjahren errichteten Gebäude, bei denen man durchgängig auf Öl oder Gas setzte, jetzt in ein Alter kommen, wo ohnehin eine Sanierung angesagt ist.
Silvia Gemperle, Leiterin der Sparte Energie und Bauen bei der Energieagentur St.Gallen referierte zum Thema «Wärmetechnische Gebäudesanierung mit Konzept». Sie zog einen Vergleich heran. Während früher auf eine Person in der Schweiz drei Apfelbäume gekommen seien, sei es heute ein Apfelbaum auf fünf Personen. Die Pflanzung von Apfelbäumen sei genauso ein Generationenprojekt wie das Bauen.
Enkeltaugliche Gebäude
Das Ziel müsse in der Errichtung enkeltauglicher Gebäude liegen. «Gebäude, die für Natur und Menschen erstellt werden. Gebäude, die schon beim Bau weniger graue Energie benötigen, die im Betrieb durch eine optimale Dämmung energiesparend sind. Und die aus langlebigen, wiederverwertbaren Materialien bestehen. Dasselbe müsse, wo möglich, auch für die Sanierung von Bauten gelten.
An vielen Punkten ansetzen
Wobei bei einer Gebäudeerneuerung an vielen Punkten anzusetzen sei. Von der Betriebsoptimierung über den Einbau neuer Fenster und einer besseren Dämmung, über Lüftungssysteme, neue Heizungsanlagen, Anschluss an Wärmeverbunde, Wärmepumpen, PV-Anlagen bis zum Einbau von Elektroladestationen in den Garagen.
Vor jeder Sanierung soll sich der Bauherr unbedingt über die Föderprogramme von Bund, Kanton und Gemeinden informieren. Und ganz wichtig: die Förderung unbedingt bereits vor Baubeginn beantragen. Nachher ist es zu spät. Und auch vorher anzuraten: die Gebäudesanierung im Dialog mit einem Energieberater der Energieagentur erstellen. Dann könne man damit rechnen, dass etwa sieben bis acht Prozent der Investitionskosten übernommen werden.
Komplettsanierung einer Mietwohnungssiedlung
Von der Theorie in die Praxis begab sich Mesut Schmid, der Leiter des Bereichs Immobilien der St.Galler Pensionskasse. Als solcher verwaltet er 2´300 Wohnungen in 76 Objekten aller Altersstufen. Schmid berichtete ausführlich von einer Komplettsanierung einer Mietsiedlung aus den Achtzigerjahren in Rapperswil sowie von der geplanten Teilsanierung eines grossen gemischt genutzten Gebäudes in der Rapperswiler Altstadt. Und brachte auch Beispiele für kurzfristig erreichbare Effizienzsteigerung, etwa beim Einbau von LED-Beleuchtungen mit intelligenten Bewegungsmeldern in Tiefgaragen. «Das amortisiert sich bereits in fünf Jahren. Also keine Frage, dass dies umzusetzen ist.»
Als Leiter der Technischen Betriebe der Stadt Altstätten kam Thomas Stofer zu Wort, der die für die Sanierung des Gebäudebestandes in Frage kommenden Fördermöglichkeiten thematisierte. Er verwies dabei insbesondere auf das Förderportal www.pronovo.ch für Photovoltaikanlagen. Und natürlich auf die Förderung des Kantons St.Gallen, die über das Portal www.energieagentur-sg.ch beantragt werden könne. Dabei kann sich jeder Sanierungswillige durch einen Subventionsrechner im Vorhinein schlau mache, was er denn erwarten könnte. Dazu gibt es noch die koordinierten Förderrichtlinie der Rheintaler Gemeinde.