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Kommentar
Region Rheintal
25.04.2023
25.04.2023 18:16 Uhr

«hüben und drüben» - S18 treibt seltsame Blüten

Die Rheintaler auf beiden Seiten des Rheins verstehen sich gut - aber manchmal auch nicht
Die Rheintaler auf beiden Seiten des Rheins verstehen sich gut - aber manchmal auch nicht Bild: shutterstock.com
Rheintal24 konnte den bekannten Rheintaler Journalisten Kurt Latzer als freien Mitarbeiter gewinnen. In unregelmässigen Abständen wird er in seiner Glosse "hüben und drüben“ einen Blick auf die grenzüberschreitenden Beziehungen im Rheintal werfen.

Ein wenig erinnert das, was sich derzeit ennet der Grenze abspielt, schon an jene Stadt namens Schilda, in der die Bürger versuchten, das Sonnenlicht mit Jutesäcken ins Rathaus zu tragen. Während der Sand in der «S18-Uhr» weiter verrinnt, diskutiert man in Lustenau über die Strassenvariante CP. Eine Volksabstimmung soll Klarheit schaffen über die S18-Variante, ist die Mehrheit der Lustenauer Gemeindevertretung überzeugt.

Eine weitere Verzögerung

Das Einzige, was die Lustenauer erreichen werden, ist eine weitere Verzögerung «ihrer» Entlastung. Wie jüngst in den «Vorarlberger Nachrichten» (VN) zu lesen war, steht bisher nicht einmal die Fragestellung zu einer Abstimmung fest. Zu einer Volksabstimmung ist nicht nur die Fragestellung, sondern auch «eine fundierte Informationsbroschüre nötig», ist Matthias Schwabegger überzeugt, Chef der Ortspartei Neos.

Die Vorbereitung dieser Abstimmung, bei der es sich juristisch um eine Volksbefragung handelt, kostet nicht nur Zeit und viel Geld, sondern auch Nerven. Letzteres über die Vorarlberger Landesgrenzen hinaus. Denn in St. Margrethen wäre man längst parat, für den «CP-Anschluss». Und nun zurück zum Sonnenlicht und den Jutesäcken. Egal, wie das Lustenauer Stimmvolk entscheidet, einen Einfluss auf den Bau der S18 hat das Ganze nicht.

Gemeinde hat keine Einflussmöglichkeit

Martin Fitz, Obmann der FPÖ-Ortspartei, sagte laut VN, er sehe den Sinn der Volksabstimmung nicht: «Beim Thema S18 haben wir als Gemeinde keine Einflussmöglichkeit.» Richtig: Bei der Vorarlberger Landesregierung und dem Verkehrsministerium in Wien werden die S18-Karten gemischt.

Das liebe Geld betreffend kommen einem wieder die Jutesäcke tragenden Leute in Schilda in den Sinn. Als eines Tages die Stadt der Sonnenlicht-Träger bedroht wurde, versenkten sie den Gemeindeschatz im See. Um ihn wieder zu finden, schnitten die wackeren Bürger eine Kerbe ins Boot, an der Stelle, an der sie das Gold versenkten. Ähnlich die Lustenauer Gemeindevertretung: Sie versenkt Geld in eine Abstimmung, die nicht nötig, ja geradezu überflüssig ist.

Kurt Latzer, Freier Mitarbeiter von Rheintal24

rheintal24/Kurt Latzer
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