Und wieder einmal war das Diogenestheater voll besetzt. Das neue Theater an der Rabengasse ist eine Erfolgsgeschichte. Beinahe jede Aufführung ist seit dem Umzug in die Prestegg bis auf den letzten Stuhl ausverkauft. Kein Wunder, geben sich doch Woche für Woche die besten deutschsprachigen Kleinkünstler die Klinke in die Hand. Am Freitagabend war Reeto von Gunten da. Und unterhielt das Publikum mit «Geronto-Science-Fiction».
2050 - Chaos im Altersheim
Fiktive Bücher
Von Gunten nimmt seine Zuhörer mit ins Jahr 2050 in ein fiktive Altersheim, in das er sich einquartiert hat. All die Jahre hat er Tagebuch geführt. Jetzt natürlich auch im Heim. Dazu noch ein «Wow-Buch», in das er besonders besondere Erlebnisse einträgt. Und aus diesen fiktiven Büchern liest der Comedian vor.
Er berichtet so, was er mit seinen Mitbewohnern, der «Gang», im Altersheim so alles treibt. Etwa wenn die Gang ein Paint-Ball-Duell mit dem Pflegepersonal inszeniert. Und haushoch gewinnt, da die Pfleger gar nichts von diesem Duell gewusst haben, und anschliessend als «Papageien» ihre Arbeit verrichten.
Keine Schenkelklopfer
Reeto von Gunten hat einen ganz eigenen Humor. Keine Schenkelklopfer, keine Lachkrampfanfälle. Nein, in seinen Geschichten reihen sich kleine Hoppalas an subversive Vorgangsweisen der Heimbewohner. Stets mit dem notwendigen Respekt vor dem Alter. Er schafft die heikle Gratwanderung zwischen pragmatischer Realität und würdevollem Humor. Ab und zu wird es ein bisschen derb. Was man dem Comedian angesichts der Tatsache, dass er sich manchmal selbst über seine Gags freut, wie ein kleines Kind an Weihnachten, nicht übelnehmen kann.