Nach einer kurzen Begrüssung durch die Kuratorin Monika Meyer gab Werner Ritter den Gästen einen geschichtlichen Überblick über das Wirken des 1498 geborenen Hans Vogler, der Stadtammann von Altstätten war und im Rheintal im Jahr 1528 die Reformation einführte. Im Zuge der Gegenreformation wurde er 1531 aus dem Rheintal vertrieben und lebte fortan in Zürich und im Elsass im Exil.
Gedenktafel für Hans Vogler
Hans Vogler der Jüngere hat das von seinem Vater, Hans Vogler dem Älteren, angefangene Familienbuch weitergeführt, das als bedeutendes Zeitzeugnis gilt. Darin sind wichtige Informationen zur Familiengeschichte der Voglers aufgeführt. Auch Einzelheiten über verschiedenste Themen wie das Wetter, die Weinpreise, bauliche Veränderungen oder Aufzeichnungen über die Reformationsgeschichte geben Aufschluss über das Leben in Altstätten und im Rheintal im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert. Mit Roger Benz, Präsident der Kirchenvorsteherschaft, und Pfarrer Raphael Molina beleuchteten anschliessend zwei Vertreter der evangelischen Kirchgemeinde Altstätten die Bedeutung Voglers aus kirchlicher Sicht. Die Gedenktafel an Hans Vogler den Jüngeren, auf der auch sein Vater erwähnt wird, befindet sich neben dem Haupteingang der Prestegg.
Der Anlass fand am 4. Fastensonntag statt, dem Laetare-Sonntag. Das lateinische Wort «laetare» bedeutet «freue dich» und weist darauf hin, dass die Hälfte der Fastenzeit überschritten ist und Ostern näherkommt. Früher zogen die Rheintaler an diesem Sonntag von Haus zu Haus, um frisch gebackene Öhrli (Fasnachtschüechli) zu erbetteln. Der Museumsverein Prestegg möchte diesen alten Brauch aufleben lassen und offerierte den Gästen daher gratis Öhrli.