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Widnau
18.03.2023

Knalleffekt in katholischer Kirchgemeinde Widnau

Wird die katholische Glaubensschar in Widnau im nächsten Jahr zur Ruhe kommen?
Wird die katholische Glaubensschar in Widnau im nächsten Jahr zur Ruhe kommen? Bild: Ulrike Huber
Der Verwaltungsrat der katholischen Kirchgemeinde Widnau hat anlässlich der Kirchbürgerversammlung vom Donnerstag, bekannt gegeben, sich nach Ablauf dieses Jahres beinahe vollständig zurückzuziehen und nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Ein Jahr ist es her, dass es anlässlich einer Orientierungsversammlung zur Kirchbürgerversammlung in der Widnauer Kirche zu heftigen Wortgefechten zwischen Vertretern des Verwaltungsrates und Kirchbürgern gekommen war. Das Thema, dass damals die Gemüter erhitzte, war die seitens des Verwaltungsrates ausgesprochene und nicht begründete Kündigung des beim Kirchvolk beliebten Mesmers.

Tischtuch war zerschnitten

Tatsächlich warnte schon damals in einer Wortmeldung Schulratspräsident Richard Dünser, dass man sich überlegen müsse, die Mitglieder des Verwaltungsrates so schlecht zu behandeln, und ob sie dann noch bleiben würden. Jedenfalls war damals offensichtlich bereits das Tischtuch zwischen der Kirchenverwaltung einerseits und vielen Gläubigen andererseits zerschnitten.

Was sich auch nicht besserte, als man mit dem gekündigten Mesmer vor Gericht eine Vergleichslösung fand. Und auch nicht, als die katholische Kirchgemeinde von Diepoldsau, die derselben Seelsorgeeinheit wie Widnau zugehört, eben jenen Mesmer einstellte. Im Grunde genommen ein Affront gegen den Widnauer Kirchverwaltungsrat.

Hauptangriffspunkt schlechtes Verhältnis

Auch im Vorfeld zur donnerstäglichen Kirchbürgerversammlung war zu hören, dass es wieder zu starker Kritik am Verwaltungsrat kommen würde. Hauptangriffspunkt diesmal sei das schlechte Verhältnis zu Pfarrer Georg Changeth. Augenscheinlich kam es bereits im Vorfeld zu massiver Kritik. Sodass die Mitglieder dieses Gremiums jetzt den Stecker zogen.

Präsident Jean-Pierre Chéreau laut Meldung des «Rheintaler»: «Wir haben genug von den persönlichen Anfeindungen und Beleidigungen!». So fasste er den Entschluss zusammen, wieso der Verwaltungsrat sich beinahe vollständig nach Ablauf dieses Jahres zurückziehen wird. Diese Nachricht wurde von vielen der Kirchbürger begrüsst.

Nicht mehr zur Verfügung stehen ab Ende 2023 somit Präsident Jean-Pierre Chéreau, Vizepräsidentin Nicole Rüttimann, Karin Schwarz, Petra Stieger, Michael Kaufmann und Simon Rohrer. Birgit Christine Törnell hat sich noch nicht entschieden, ob sie noch einmal kandidieren wird.

Personalaufwand erhöht

Ausserdem wurde in der Kirchbürgerversammlung beschlossen, den Personalaufwand um 100´000 Franken zu erhöhen, um allenfalls einen dritten Seelsorger anstellen zu können. Und um die Notwendigkeit einer Sanierung von Jakobihus, Kathrinahus und der Kirche genauer prüfen zu können, wurde beschlossen, dass mit professioneller Unterstützung ermittelt werden soll, welchen räumlichen und gestalterischen Bedarf die katholische Kirchgemeinde in etwa zwanzig bis dreissig Jahren haben wird. Das vom Kirchverwaltungsrat vorgelegte Budget samt Steuerplan wurde ebenso mehrheitlich angenommen, wie der Rechnungsabschluss.

rheintal24/gmh/uh
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