Der Schulrat hat bezüglich der Schulraumentwicklung verschiedene Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben und diese im Herbst des vergangenen Jahres der Bevölkerung präsentiert. Favorisiert wird die Realisierung eines Schulhausneubaus angrenzend an das bestehende Schulhaus Kirchfeld.
Das Gebäude soll auf dem Grundstück der katholischen Kirche Lüchingen gebaut werden. Dort, wo jetzt das sanierungsbedürftige Pfarreiheim steht. Die Kirchgemeinde ihrerseits beabsichtigt einen Pfarreiheim-Neubau an einem neuen Standort direkt neben der Kirche. Damit die Fläche an zentraler Lage durch die Schule überhaupt genutzt und bebaut werden kann, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein.
Einerseits müssen die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger dem Neubau des Pfarreiheims am neuen Standort zustimmen, andererseits braucht es für das Zustandekommen des Baurechtsvertrags eine Einigung zwischen Kirchenverwaltungsrat und Schulrat, die Zustimmung des Administrationsrates sowie von Bischof Markus Büchel.
Wie die laufenden Gespräche zeigen, ist der Kirchenverwaltungsrat grundsätzlich bereit die gewünschte Parzelle der Schule im Baurecht zur Verfügung zu stellen, sofern bezüglich dem Baurechtsvertrag eine Einigung erzielt wird. Die inhaltlichen Vertragsbestandteile sowie die Abgeltungen müssen nach den beiden Versammlungen noch gemeinsam erarbeitet werden. Vorgesehen ist ein Vertrag mit einer Laufzeit von 100 Jahren.
Abstimmung über Vertragsentwurf
Damit die Bürgerschaft die ungefähren Rahmenbedingungen des Baurechtsvertrags erahnen kann, hat der Schulrat einen Diskussions-Entwurf erarbeitet. Über diesen befinden die Schulbürgerinnen und Schulbürger an der ordentlichen Schulbürgerversammlung vom 3. April in einer Grundsatzabstimmung.
«Wir sind überzeugt, dass die Kirche und die Schule mit dem Schulhausneubau Kirchfeld das Dorfzentrum nachhaltig stärken würden. Hinzu kommt die Reduktion der Schulstandorte sowie die zentrale Lage», erklärt Schulratspräsident Mattia Girardi. Synergien zwischen der Schule und Kirche könnten im Bereich der Nutzung von Parkplätzen sowie der Aula entstehen.
Weiter würde der Aussenbereich voraussichtlich gemeinsam gestaltet. Ein gemeinsamer Neubau kommt hingegen für beide Parteien aufgrund der unterschiedlichen Nutzungsbedürfnisse nicht in Frage. Mit der Annahme des Vertragsentwurfs zeigt die Bürgerschaft, dass sie den Standortvorschlag des Planerteams und die weiteren Verhandlungen mit dem Kirchenverwaltungsrat mitträgt. Folglich kann der Primarschulrat bei einem «Ja» die Gespräche mit dem Kirchenverwaltungsrat weiterführen und die zeitlichen Meilensteine definieren.
Kirchfeld klarer Favorit
Für den Schulrat und die Fachplaner ist der Standort Kirchfeld der klare Favorit. Wie die Machbarkeitsstudie zeigt, könnten mit dem Neubau sämtliche Schulklassen an einem Standort beschult werden. Einzig der Sportunterricht würde noch im Roosen stattfinden.
Für die Umsetzung der Gesamtstrategie «Campus Kirchfeld» rechnet der Schulrat mit Investitionskosten in der Höhe von 26,6 Millionen Franken. Dies inklusiv dem Umbau des bestehenden Schulhaus Kirchfeld. Der Neubau einer Turnhalle im Roosen kostet gemäss den neusten Berechnungen 6 Millionen Franken.
Die Investitionen sind aufgrund der steigenden Schülerzahlen sowie den sich verändernden Unterrichtsformen dringend notwendig. Aktuell geht es an der Bürgerversammlung allerdings lediglich um einen Strategieentscheid bezüglich der Standortwahl, respektive dem Baurechtsvertrag in einer ersten Entwurfsfassung.
Über den allfälligen Budgetposten für das Bauprojekt und den Investitionskredit kann erst nach der finalen Erarbeitung des Baurechtsvertrags befunden werden.