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Widnau
03.03.2023

Steuerfuss bleibt bei 76 Prozent

Bild: Ulrike Huber
Unvorhersehbare und ausserordentliche Einnahmen beeinflussten den Rechnungsabschluss in Widnau 2022 positiv, teilt die Gemeinde mit. Für 2023 weist das Budget bei einem gleichbleibenden Steuerfuss ein Defizit von rund 790'000 Franken aus.

Das Jahresergebnis für den Allgemeinen Gemeindehaushalt wird gemäss den Vorgaben des Rechnungsmodells St. Galler Gemeinden (RMSG) als 2-stufige Erfolgsrechnung dargestellt. Dabei werden das operative Ergebnis und – nach Verbuchung der gesetzlich vorgegebenen Reserveveränderungen – das Gesamtergebnis getrennt ausgewiesen. Das operative Ergebnis aus der 1. Stufe der Erfolgsrechnung weist einen Ertragsüberschuss von Fr. 4’158’676.95 aus.

Budgetiert war ein Defizit von rund 3 Mio. Franken. Dieses positive Ergebnis ist nebst unerwarteten Mehrerträgen bei den Nebensteuern von rund 2 Mio. Franken auf Aufwertungsgewinne aus Neuschätzungen von Finanzliegenschaften (sog. «Buchgewinne») im Umfang von 2.8 Mio. Franken zurückzuführen. Zudem wirken sich ausserordentliche Rückerstattungen bei der Sozialhilfe sowie eine unerwartete Nachzahlung von Subventionen im Asylbereich positiv auf die Erträge aus.

Ohne diese nicht budgetierbaren und ausserordentlichen Sonderfaktoren würde das operative Ergebnis ein Defizit von rund 2.8 Mio. Franken ausweisen und damit ganz nahe bei der Budgetprognose liegen.

Auf der 2. Stufe der Erfolgsrechnung müssen gemäss den gesetzlichen Vorgaben Fr. 788’617.47 des Aufwertungsgewinnes der «Wertschwankungsreserve für das Finanzvermögen» zugeführt und aus Liegenschaftserträgen Fr. 492’784.67 in die «Reserve Werterhalt Finanzliegenschaften» eingelegt werden. Nach einem zusätzlichen Bezug aus der Vorfinanzierung für «Abschreibung Telefonanlage» wird auf der 2. Stufe ein Ertragsüberschuss von Fr. 2’894’035.96 ausgewiesen.

Es wird beantragt, Fr. 2’890’000.– in die bestehende Vorfinanzierung für «A-Massnahmen Widnau aus dem Aggloprogramm Rheintal (AP 4)» einzulegen. Der restliche Überschuss von Fr. 4’035.96 sei der Ausgleichsreserve zuzuweisen. Nach Verbuchung dieser Reserveveränderungen innerhalb der zweiten Stufe der Erfolgs¬rechnung weist das Gesamtergebnis einen Saldo von Fr. 0.– aus.

Abschlüsse der anderen Gemeindeunternehmen

Die Jahresrechnung der Elektrizitätsversorgung Widnau (EVW) schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 1’448’651.79 (Budget: Fr. 1’164’100.–) ab. Der Ertragsüberschuss wird in die Investitions- und Unterdeckungsreserve der Elektrizitätsversorgung eingelegt, wie dies von Gesetzes wegen vorgeschrieben ist.

Die ebenfalls gesetzliche Vorgabe, bis 2027 80 Prozent der konventionellen Stromzähler durch Smart Meter zu ersetzen sowie die laufende Netzmodernisierung wegen zunehmender Einspeisung von Solarstrom wird in den nächsten Jahren technische Umrüstungen und Umbauten in sportlichem Tempo zur Folge haben. Beim Kommunikationsnetz Widnau darf ein Ertragsüberschuss von Fr. 1’329’272.06 zur Kenntnis genommen werden. Direkt aus dem Betrieb erwirtschaftet wurden rund 330'000 Franken.

Die restliche 1 Mio. Franken wurde gemäss Beschluss an der Bürgerversammlung 2018 von der Aufwertungsreserve der EVW dem Kommunikationsnetz zur Aufstockung der Bau- und Technologiereserve gutgeschrieben. Dies mit Blick auf die dynamische technologische Entwicklung, die eine laufende Modernisierung des Kommunikationsnetzes erfordert.

Die Jahresrechnung der Wasserversorgung Widnau WVW schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 1’834’736.64 ab. Das Budget rechnete mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 1’481’100.–. Der Mehrertrag wird ins Eigenkapital der Wasserversorgung eingelegt. Die Jahresrechnung vom Haus Augiessen schliesst mit einem Defizit von Fr. 136’916.61 ab. Budgetiert war ein Minus von Fr. 379’400.–. Das Defizit wird durch Bezug aus der Bau- und Betriebsreserve ausgeglichen. Die Spitex weist ein Defizit von Fr. 341’755.53 aus (Budget: Defizit von Fr. 312’500.–). Dieses wird durch den Defizitbeitrag der Gemeinde gedeckt.

Steuerfuss und Budget 2023

Fürs Budget 2023 geht der Gemeinderat im operativen Ergebnis auf der 1. Stufe von einem Defizit von Fr. 2'953'700.-- aus. Auf der 2. Stufe – nach Buchung der Reserveveränderungen – wird im Gesamtergebnis mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 787'700.-- gerechnet. Dieser soll durch Bezug aus der Ausgleichsreserve gedeckt werden.

Dem Budget 2023 liegt ein Steuerfuss von 76 Prozent bei der Einkommens- und Vermögenssteuer und 0.8 Promille des Steuerwerts bei der Grundsteuer zu Grunde. Damit wird der Gemeinderat den Stimmberechtigten an der Bürgerversammlung vom 27. März zusammen mit dem Budget 2023 einen gleichbleibenden Steuerfuss wie im 2022 beantragen.

pd/rheintal24
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