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17.01.2023

Kurios: Ersatzlenker genauso berauscht wie der Lenker selbst

Alkohol und Drogen am Steuer - das kommt selten gut
Alkohol und Drogen am Steuer - das kommt selten gut Bild: Deutsches Ärzteblatt
Eine «besoffene Geschichte»: Gleich mehrfach beschäftigte ein aus der Schweiz gekommenes Auto mit ungarischem Kennzeichen die Polizei in Lindau. Der Lenker war berauscht. Auch sein Beifahrer und ein Dritter, die übernehmen wollten, stellten sich als fahrunfähig heraus.

Selbst das Polizeipräsidium Schwaben-Südwest bezeichnet die Vorgänge rund um die erwischten Süchtler und Alkoholiker als «kurioses Aufeinandertreffen an der Autobahn-Anschlussstelle Sigmarszell». Zunächst wurde vom Zoll dort ein ursprünglich aus der Schweiz kommendes, ungarisches Auto aus dem Verkehr gezogen, dessen Insassen im Alter von 20, 27 und 44 Jahren diverse Waren aus der Schweiz nicht verzollt hatten.

Verdacht auf Drogenkonsum

Es ergab sich sofort der Verdacht auf Drogenkonsum, weshalb man die Lindauer Polizei verständigte. Diese nahm beim Fahrer einen Drogentest vor. Das Ergebnis: der Mann war auf Amphetamin und Metamphetamin. Also fahrunfähig. Ab mit dem 27-Jährigen zur Dienststelle für die Blutabnahme.

Zurück beim Auto sass bereits der Bruder des Fahrers am Steuer. Abfahrbereit. Aber auch bei ihm schlug der Drogentest auf mehrere Suchtgifte an. Weil der dritte Insasse des Autos keinen Führerschein aufweisen konnte, behielt die Polizeistreife den Zündschlüssel ein.

Fahrtauglicher Lenker gefunden?

Wenig später dann ein Anruf auf der Polizeidienststelle. Man habe jetzt einen fahrtauglichen Lenker gefunden. Zurück an der Anschlussstelle staunte die Streife der Lindauer Polizei nicht schlecht, als sich ein 21-Jähriger Lindauer als Fahrer präsentierte. Er gab an, zu Fuss über die Autobahn gelaufen zu sein. Im Rucksack hatte er drei Farbspraydosen. Er gab zu, dass er vorhatte, die Polizeicontainer an der Kontrollstelle zu «verzieren».

Er sei dabei von den drei Ungarn angesprochen worden, die ihm Geld geboten hätten, wenn er sich für das kurze Stück bis zur nächsten Autobahnausfahrt hinters Steuer setze, um das Fahrverbot zu umgehen und die Polizei auszutricksen. Der junge Lindauer wurde von der Streife zu seinem abgestellten Fahrrad gefahren. Obwohl die Beamten ihn warnten, dass er im Rausch auch kein Fahrrad lenken dürfe, radelte er der Polizei kurzerhand davon.

In Schlangenlinien nach Hause

Wenig später traf der flüchtige Sprayer in Schlangenlinien an seinem Wohnort ein. Und schaute verdutzt aus der Wäsche, als dort bereits eine Streife auf ihn wartete. Bei der anschliessenden Fahrt zur Blutentnahme auf der Dienststelle gab er an, nicht nachweisbare Betäubungsmittel konsumiert zu haben. Eine Blutprobe wird nun zeigen, was er zusätzlich zum Alkohol konsumiert hatte. Den Mann erwartet ein Strafverfahren aufgrund des Verdachts der Trunkenheit im Verkehr.

rheintal24/gmh/uh
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