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Heerbrugg
12.08.2022
12.08.2022 15:36 Uhr

Bürogeplauder: «Ich war und bin ein Glückskind»

Guido Mitterer: «Wenn es so weitergeht, werde ich dereinst einmal ein glücklicher Pensionierter sein.»
Guido Mitterer: «Wenn es so weitergeht, werde ich dereinst einmal ein glücklicher Pensionierter sein.» Bild: Ulrike Huber
Rheintal24 redet in unregelmässigen Abständen unter dem Titel „Bürogeplauder“ mit den wichtigen Persönlichkeiten des Rheintals. Was treibt diese Menschen an? Woher kommen sie und wohin wollen sie? Dieses Mal waren wir bei Guido Mitterer, Geschäftsführer bei der rhenusana Krankenversicherung.

Rheintal 24: Man merkt es gleich beim Gespräch. Da sitzt ein in sich ruhender Mensch. Ein Mensch, der am richtigen Ort ist, der seine Bestimmung gefunden hat. Dennoch ein Ruheloser, wenn es darum geht, «seine» rhenusana-Krankenkasse weiterzubringen. Das nächste Ziel zu erreichen.

Guido Mitterer: «Ich bin seit Januar 2016 bei der rhenusana. Und ich freue mich über unsere Entwicklung, darüber, was wir mit unserem Team erreicht haben. Mit meinen grossartigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnten wir trotz der aktuellen Krisenzeiten unsere Solvenzquote von 130 auf 204 Prozent steigern. Dieser Wert zeigt, dass wir für jede Krise gerüstet sind. Das ist übrigens ein guter Wert für eine kleine Krankenversicherung im Vergleich zu den Grossen der Branche.»

Die Rhenusana-Zentrale in Heerbrugg Bild: Ulrike Huber

Der Rheintaler Krankenversicherer rhenusana ist als Verein organisiert. Das mutet zunächst seltsam an, leben wir doch im Land der Aktiengesellschaften. Aber diese Organisationsform hat ihre Vorteile. Dürfen sich doch die Kunden als Vereinsmitglieder als Teil des Ganzen verstehen und jährlich bei der Hauptversammlung auch mitreden.

«Wir sind gut positioniert und wachsen mit den Kunden. Wenn es so weitergeht, werde ich dereinst einmal ein glücklicher Pensionierter sein. Sowohl die Mitgliederzahlen als auch die finanzielle Substanz entwickeln sich sehr gut. Sehr schön und wichtig war auch der Wechsel unseres Standorts vom Industriegebiet Richtung Balgach. Früher waren wir zu sehr versteckt untergebracht. Hier an der Bahnhofstrasse von Widnau und Heerbrugg merken wir, dass wir viel mehr persönlichen Kontakt zu unseren Kunden haben.»

Guido Mitterer war schon immer ein Versicherungsmensch. 1983 machte er seinen kaufmännischen Lehrabschluss und war dann bei der National Versicherung in St.Gallen. Darauf folgten Stationen bei der La Suisse, Elvia und bei der Helvetia Versicherung.

«Als junger Mensch wollte ich entweder zu einer Bank oder zu einer Versicherung, denn das waren damals sichere Werte. So war ich glücklich, als ich bei einer Versicherung die Lehre beginnen konnte, einer Berufslehre, die eine breite Ausbildung garantierte. Wir haben in der Branche so universelle Ausbildungen mit Sekretariat, Kundenkontakt, Rechtlichem, Verwaltung, dass man nach der Lehre auch leicht in anderen Betrieben unterkommt. Ich war in der Folge immer bei Versicherungen tätig.»

  • Guido Mitterer im Gespräch mit rheintal24 Bild: Ulrike Huber
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Mitterer hat dann Betriebswirtschaft studiert und war eigentlich offen für Neues. Landete aber wieder im Versicherungsgeschäft und war dann in Genf und Zürich beschäftigt. Bis er das Inserat entdeckte, in dem ein Geschäftsführer für die rhenusana in Heerbrugg gesucht wurde.

«Das Inserat hat mich gleich angesprochen. Ich fand die Aufgabe wahnsinnig spannend. Ein kleiner, überschaubarer Apparat, wo man überall dabei sein kann: Sehr nahe am Kunden, sehr nahe am Produkt. Hier bin ich beruflich superglücklich und sehr zufrieden. Das ist ein Glücksfall, denn ein solch toller Jobwechsel ist nicht jedem Fünfzigjährigen vergönnt. Heute komme ich jeden Tag gerne zur Arbeit und habe viel Freude und Spass daran.»

  • Guido Mitterer: «Die Pandemie hat uns schon getroffen, aber es hätte schlimmer kommen können.» Bild: Ulrike Huber
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  • Bild: Ulrike Huber
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Wie war das denn eigentlich mit der Corona-Pandemie? Hat sich durch diese Krise im Geschäft der Krankenversicherer etwas geändert?

«Die Pandemie hat uns schon getroffen, aber es hätte schlimmer kommen können. Die eine Seite war, dass natürlich die Kosten durch die Krankheit höher waren. Auf der anderen Seite hatten wir auch eine Entlastung, weil weniger Operationen stattfanden. Beide Auswirkungen haben sich in etwa ausgeglichen. Was wir sehr spüren, ist die aktuelle Krise auf den Kapitalmärkten. Wir sind einer der grossen Anleger in der Region. In den vergangenen Jahren hatten wir zusätzliche Einnahmen durch unsere Kapitalanlagen. Aber dieses Jahr schaut das eher düster aus.»

Guido Mitterer: «Was wir sehr spüren, ist die aktuelle Krise auf den Kapitalmärkten.» Bild: Ulrike Huber

Der Versicherungschef war schon als kleiner Junge ein Glückskind. Aufgewachsen mit drei Geschwistern in einem schönen Daheim hat er eine tolle Jugend verbracht. In guten, soliden Verhältnissen in St.Gallen.

«Mein Vater war Coiffeur und immer selbständig. Mutter, Bruder, Schwester – alle sind Coiffeure. Nur ich bin aus der Art gefallen (lacht). Ich kenne also auch das Coiffeur-Business. Und wenn du so nahe an einem Gewerbe aufwächst und die unternehmerischen Diskussionen zu Hause am Tisch miterlebst, dann weisst du, woher das Geld kommt und wie wichtig der Kunde und seine Zufriedenheit für jede Geschäftsbeziehung sind.»

  • «Meine Partnerin und ich sind beide Hundeliebhaber» Bild: zVg
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  • Bild: zVg
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2015 war überhaupt ein spannendes Jahr für Guido Mitterer. Denn nicht nur, dass er seinen Arbeitgeber wechselte, hat er auch eine neue Liebe gefunden.

«Ja, wir sind sehr happy miteinander. Beide sind geschieden, mit zwei bzw. drei Kindern. Für mich war es ein zweiter Frühling und ein neuer Schub. Und wir hatten einen tollen Hund, einen schwarzen Labrador, der leider im Dezember gestorben ist. Er war sogar mit mir auf einem Plakat. Meine Partnerin und ich sind beide Hundeliebhaber. Da aber auch meine Partnerin einen 80-Prozent-Job hat, bleibt keine Zeit für einen neuen, jungen Hund, den man noch erziehen muss. Wir gehen gerne Wandern, trinken gerne zusammen mit Freunden ein Glas guten Wein. Dazu geniesse ich ab und zu eine Zigarre. Nur das Skifahren habe ich aufgehört, da sind mir zu viel Risiken drin.»

Ansonsten fühlt er sich beruflich im Rheintal bestens integriert. Seine Freizeitaktivitäten laufen in St.Gallen, wo Guido Mitterer nach wie vor wohnt. Ein einfacher, authentischer, geradliniger Zeitgenosse. Eigentlich ein richtiger Rheintaler, auch wenn er aus St.Gallen kommt.

rheintal24/gmh/uh