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Heerbrugg
17.06.2021
18.06.2021 14:45 Uhr

«Der G-Punkt liegt ums Eck»

Barbara Balldini spricht mit ihren beiden Gästen, den «Möschen».
Barbara Balldini spricht mit ihren beiden Gästen, den «Möschen». Bild: Ulrike Huber
Die Comedy-Sexpertin Barbara Balldini im Kinotheater Madlen: das waren zwei Stunden Lachen am Stück. Und Aufklärung über das drängendste Problem der Menschheit, nämlich über Sex und warum so viele Männer nicht mehr können.

«Ich begrüsse alle, die Singles sind und alle, die es wieder werden wollen!» Barbara Balldini, gebürtige Vorarlbergerin, wohnhaft im grünen Nirwana des Waldviertels, ist eine Brachialgewalt auf der Bühne. Sextherapeutin im wirklichen Leben, ist sie auch als Comedian auf Tour. Derzeit mit ihrem aktuellen Programm «G`hörig durchgeknallt». Das sich natürlich auch wieder rund um die wichtigste Nebensache der Welt dreht. Und damit ist nicht der Fussball gemeint.

«Sexpertin» Barbara Balldini auf der Bühne des Kinotheaters Madlen. Bild: Ulrike Huber

Orgasmus des Mannes: Niesen mit dem Penis

Sie erklärt die Welt des «Kopulierens» und zweifelt daran, dass überhaupt alle dieses Wort verstehen. Sie erklärt in einfachen Worten den Orgasmus des Mannes: «Das ist wie Niesen mit dem Penis.» Und zeigt den eher wenigen männlichen Besuchern im weiblich dominierten Publikum, wo bei der Frau der G-Punkt liegt, nämlich «ums Eck». Was tröstend für die Männer sein soll, denn «egal wie lang, der kommt eh nicht dorthin.»

Eine «Brainstorming-Sammlung» der von Balldini in ihrem Programm «G´hörig durchgeknallt» behandelten Themen. Bild: Ulrike Huber

Balldini haut einen Gag nach dem anderen von Bühne. Ohne Pause, ohne Verschnaufen. Unglaublich, wie diese Frau Dinge von sich gibt, die man bei anderen dann wirklich als unanständig und zotig empfinden würde. Bei Barbara Balldini kommt aber alles mit Charme und Augenzwinkern im Gsiberger, konkret im «Dorabirer» Dialekt daher. Da redet und plaudert eine fest im Leben verankerte Frau in den Fünfzigern über gemeinhin absurde und perverse Dinge wie Plüschtierfetischismus und Leute, die sich im Netz gegenseitig ihren «Gaggi» zeigen. Mit einem derartigen Schalk und Humor, dass jedes Thema Lachstürme erntet.

Eine Bühnen-Urgewalt, die charmant und mit Augenzwinkern alles aus dem erotischen Bereich erzählen darf. Bild: Ulrike Huber

Unterschiedlichkeit von Mann und Frau

Was natürlich nicht fehlen durfte, ist das Thema der Unterschiedlichkeit von Mann und Frau, die durch das Gendern zum Glück nicht abzuschaffen sein wird. «Ein stiller Mann ist entspannt, eine stille Frau ist sauer. Männer sprechen nur das Nötigste, schliesslich waren sie in der Steinzeit die Jäger, die mit ihren Stimmen das Wild verjagt hätten.» Die Komödiantin zieht einen Vergleich zwischen «Fifty Shades of Grey», dem erfolgreichsten Buch der letzten Jahre und dem Büchlein «Eheregeln für Ehefrauen», das in Österreich in den Fünfzigern und Sechzigern an Bräute verteilt wurde und Anleitungen für die brave Ehefrau enthält. «Wenn der Mann abends nach Hause kommt, nicht sprechen, sondern zuerst das Essen servieren.»

  • Ob über einen kleinen Vibrator dauerhaft im Döschen,... Bild: Ulrike Huber
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  • ..des seltsamen Hobbies des Handyleckens mit der App «lickster», ... Bild: Ulrike Huber
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  • ...oder der von einem Ü-60 Mann beim Aquariumputzen gemachten Erfindung des «Womanizers», bei Baldini ist alles lustig. Bild: Ulrike Huber
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Sie doziert über die Stärkung des Beckenbodens. „Ein kleiner Vibrator im Möschen hilft gegen Blasenschwäche und macht rattenscharf.“ Und rät den Herren der Schöpfung, immer wieder so zu tun, als wären sie beim „Bisele“ oder „Brünzle“, wie es in Schweiz heisst, und würden den Strahl unterbrechen. Und wer trotzdem keinen mehr hochbekommt, dem helfe ein Eiswürfel im Hintern… Zum Abschied hält Balldini noch einen Rat für alle parat: «Jetzt geht nach Hause und kopuliert fleissig!»

  • Und da gibt es noch ein klimaschädliches Problem. Das weltweite Pornoschauen auf Youporn und Co. erzeugt jährlich ... Bild: Ulrike Huber
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  • ...viele Millionen Tonnen an CO2. Bild: Ulrike Huber
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Wer sich einen Lachmuskelkater abholen will, der hat heute Abend im Kinotheater Madlen nochmals Gelegenheit dazu. Denn Barbara Baldini serviert heute ein „Dinner for love“. Karten sind noch erhältlich.

rheintal24/gmh/uh