Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Gesundheit
08.06.2021
08.06.2021 14:27 Uhr

Shitstorm: Openair wirbt für Covid-19-Gesetz

Das politische Statement kommt auf Social Media gar nicht gut an.
Das politische Statement kommt auf Social Media gar nicht gut an. Bild: PD
Das Openair St.Gallen löst mit einem Post zum Covid-19-Gesetz eine heftige Debatte aus. Viele User sind empört über das politische Statement des Veranstalters. Dieser lässt sich aber davon nicht unterkriegen.

Bereits zum zweiten Mal musste das Openair St.Gallen wegen der Corona-Krise abgesagt werden und kaum eine Branche wurde so hart von der Wucht der Pandemie getroffen, wie jene der Festivals und Events. 

Nun sorgt das OASG aber mit einem politischen Statement für Aufregung: Auf Instagram und Facebook wirbt es für ein Ja zum Covid-19-Gesetz. «Das Gesetz schafft die befristete gesetzliche Grundlage für die dringend notwendigen wirtschaftlichen Unterstützungsleistungen wie Kurzarbeitsentschädigung, die Corona-Erwerbsersatzentschädigung oder die Härtefallhilfen. Ohne diese Massnahmen hat die Kultur keine Zukunft», schreiben die Veranstalter unter einem Bild der Sitterbühne.  Darum zähle jede Stimme für die Eventbranche und für die Unterstützung von Kultur und Sport. 

User rufen zum Boykott auf

Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten und so sammelten sich innert wenigen Stunden Hunderte von Kommentare unter den Posts. Viele User zeigen sich empört über den Post und so schreibt beispielsweise einer auf Instagram: «Nein zur Willkür und nach diesem Statement: Nein zum Openair St.Gallen». Eine weitere Userin kritisiert, dass das Openair damit die künstlerische Freiheit unterbinden würde. Viele rufen zum Boykott des Festivals auf und fordern von den Veranstalter sich aus der Politik rauszuhalten. 

Neben den vielen negativen Reaktionen gibt es aber auch Zustimmung von der Openair-Community: «Ich liebe euch jetzt noch mehr für dieses Statement», kommentiert eine Userin. Eine andere bedankt sich dafür, dass das OASG Mut beweise und sich für ein Ja engagiert. Die Kommentarfunktion wurde durch die Veranstalter zwischenzeitlich eingeschränkt.

Veranstalter lassen sich keinen Maulkorb aufbinden

Trotz der vielen Kritik will sich das Openair aber keinen Maulkorb aufbinden lassen und sagt auf Anfrage von stgallen24: «Wir haben uns mit dem OASG immer wieder zu gesellschaftlichen und politischen Themen geäussert und werden dies auch künftig tun. Die Abstimmung am Sonntag ist für unsere Branche sehr wichtig, daher haben wir uns für ein Statement entschieden. In unserer direkten Demokratie kann und soll unbedingt diskutiert werden. Gerne auch kontrovers. Aber immer konstruktiv, anständig und zielführend. Angriffe unter der Gürtellinie oder ausserhalb des Gesetzes akzeptieren wir jedoch nicht. Daher haben wir auch kurzzeitig die Kommentarfunktion eingeschränkt gehabt.»

Zum Thema Covid-19-Gesetz herrsche unter den Branchenverbänden im Kultur-, Veranstaltungs- und Sportbereich Konsens und werde einhellig ein Ja empfohlen. Dazu haben die Veranstalter nun ein Dokument der Schweizer Musikschaffenden «Sonart» gepostet, das viele Fragen und Unsicherheiten zum Gesetz aufnehme und klärt, worüber abgestimmt wird und worüber nicht. 

Damit soll sich jeder seine eigene, unabhängige Meinung bilden und und dementsprechend am 13. Juni abstimmen. «Als Festival mit klarer Haltung äussern auch wir uns immer wieder zu gesellschaftlich relevanten Themen, speziell im Rahmen von 'Take a Stand' und unserem ökologischen Engagement. Dies entspricht unserer Wahrnehmung und unserem Selbstverständnis als engagierter und verantwortlicher Teilnehmer unserer Gesellschaft», so die Veranstalter.

Miryam Koc/stgallen24/rheintal24