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Staad
11.05.2021
11.05.2021 15:55 Uhr

Piper steckt in 84 Metern Tiefe im Seegrund

Am Mittwoch soll das am 18. Februar vor Staad abgestürzte Flugzeug mit einem Kran aus dem Bodensee gezogen werden.
Am Mittwoch soll das am 18. Februar vor Staad abgestürzte Flugzeug mit einem Kran aus dem Bodensee gezogen werden. Bild: Kantonspolizei St. Gallen
Am 25. Februar ist ein erster Versuch gescheitert, ein vor Staad abgestürztes Kleinflugzeug aus dem Bodensee zu ziehen. Die Front der Piper steckt in 84 Metern Tiefe im schlickigen Seegrund. Nun gibt es am Mittwoch einen zweiten Bergungsversuch.

Es wurde am 25. Februar bereits dunkel, als der am Vormittag begonnene Versuch, das Flugzeug mit einem Seil aus dem Bodensee zu ziehen, doch noch abgebrochen werden musste. Technische Probleme sowie das bei schwindendem Licht steigende Risiko für die Taucher verunmöglichten die Bergung.

Seither erhielt das Wrack unter anderem Besuch von privaten Tauchern, die die Piper PA-34-200T umkreisten und fotografierten. Das Flugzeug steckt mit der Front aufrecht rund 1,5 Meter tief im Grund. Es hat noch mehrere hundert Litern Betriebsstoff an Bord.

Am Mittwoch startet nun der zweite Anlauf, das Flugzeug doch noch aus dem See zu ziehen. Erneut wird eine Auto-Fähre mit einem Kran an Deck auf den Bodensee vor Staad hinausfahren. Glückt die Bergung, soll danach das Wrack zum Hafen von Rorschach transportiert, dort zerlegt und auf einen Lastwagen umgeladen werden. Danach geht die Reise weiter zum Flughafen Payerne, wo die Unfallursache weiter abgeklärt wird.

Erste Etappe bereits erledigt

Im Gegensatz zum ersten Anlauf sind nun aber bereits erste wichtige Arbeiten abgeschlossen: Am 29. April konnten Taucher Gurte unter den Tragflächen des Flugzeugs anbringen und ein Lastenseil einschlaufen. Unter anderem schlossen sie auch die Türe des Cockpits. Danach wurde das Lastenseil in einer Tiefe von 49 Metern am Seil einer Boje fixiert. Einer der Risiken des Versuchs am Mittwoch ist das Auseinanderbrechen des stark beschädigten Flugzeugs.

Die Piper befand sich am 18. Februar bei starkem Nebel im Landeanflug auf den Flughafen Altenrhein. Nachdem der Tower jeglichen Funk- oder Radarkontakt verloren hatte, wurde Alarm ausgelöst. Schliesslich konnte der 70-jährige Pilot im See nahe der Absturzstelle gefunden werden. Er hatte sich bei einer Wassertemperatur von rund fünf Grad an einem abgebrochenen Flugzeugteil festgehalten, bevor er mit einem Fischerboot gerettet wurde. Der Mann war unterkühlt, aber sonst unverletzt.

Danach begannen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust), die noch nicht abgeschlossen sind.

sda/rheintal24