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Widnau
16.04.2021
16.04.2021 08:26 Uhr

Jugendliche in Ortsplanung mit einbezogen

Die Jugendlichen durchstreifen Widnau und halten ihre Verbesserungsideen fest.
Die Jugendlichen durchstreifen Widnau und halten ihre Verbesserungsideen fest. Bild: pd
Die Ortsplanungsrevision steht in allen Rheintaler Gemeinden an. In Widnau bringen Kinder und Jugendliche ihre eigenen Wünsche ein.

Wie könnte Widnau in 25 Jahren aussehen? Die Ortsplanungsrevision, die derzeit in allen Gemeinden ansteht, befasst sich damit und schliesst die Mitwirkung der Bevölkerung mit ein. Diese Frage betrifft aber nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche, schliesslich werden die 13-Jährigen von heute in 25 Jahren 38 Jahre alt sein und möglicherweise selbst Kinder haben. Was liegt also näher, als die Jugend einzubeziehen? Im Auftrag der Jugendkommission Widnau hat das Jugendnetzwerk der Sozialen Dienste Mittelrheintal «Jura 21» ins Leben gerufen, eine partizipative Raumplanung mit Kindern und Jugendlichen. Ein kurzer Augenschein:

Auf Bäume klettern

Nico, Rafael, Finn und Anouk kommen aus der 1. Oberstufenklasse und machen sich auf den Weg, um den ihnen zugeteilten Teil von Widnau zum Schwerpunkt «Bewegung» zu erkunden. Finn hat am meisten zu tun. Mit seinem Handy fotografiert er die besprochenen Stellen, liest den QR-Code für die App ein und hält damit die Ideen seiner Kollegen fest. Auch seine Ideen fliessen mit ein. «Wo könnte man auf Bäume klettern?», fragt sich Rafael. Die Bäume beim Binnenkanal eignen sich nicht, das ist klar. Nico schlägt stattdessen die Kletterwand in der Sporthalle vor, ist sich aber bewusst: «Jedes Kind wünscht sich einen richtigen Kletterbaum.» Die Vier sind beim Wiesendreieck in Widnau Mitte angelangt. Nico malt sich eine neue Brücke über dem Binnenkanal aus, mit einem Spielhaus für Kinder und dazu eine Minigolf-Anlage auf der Wiese. «Wer spielt schon Minigolf!», wendet Rafael ein. «Ich, alle, das ist voll cool!», rufen Finn und Anouk. Und so geht es munter weiter der Poststrasse entlang, wo Finn über einen separaten Veloweg nachdenkt.

«Bungee-Jumping vom Schuldach»

Beim Schulhaus Wyden kommt die Phantasie der Oberstufenschüler erneut ins Sprudeln: Bungee-Jumping vom Schuldach wäre toll. Man könnte auf dem Schulhaus Bäume pflanzen, den Schulplatz beim neuen Schlatt und die Dächer der Veloständer begrünen. Anouk bringt es auf den Punkt: «Natur ist sinnvoll, weil sie für jedes Alter Erholung und Spass bringt.» Weiter geht’s der Fuchsgasse entlang bis zur Böschach und zum Rheinauenpark, wo Rafael in Sachen Kletterbäume endlich fündig wird. Via «Habsburg» wandern die Vier zurück zum Oberstufenschulhaus. «Es war cool zu sehen, wo es in Widnau Platz gibt und wo nicht», bilanziert Nico und Anouk ergänzt: «Dass wir so viel Natur sahen, war toll.» Finn hätte gerne mehr davon, doch alle haben die zweistündige Exkursion genossen.

Eine Spielbrücke über den Binnenkanal oder eine Minigolf-Anlage in Widnau Mitte? Anouk, Finn, Rafael und Nico lassen ihre Ideen sprudeln Bild: pd

Umfangreiche Vor- und Nachbereitung

Hinter dem lockeren Rundgang steckt einiges an Know-how. Die Vorbereitungen für das Partizipationsprojekt haben schon im letzten Oktober begonnen – mit Projektvorstellung, Schulung und einer Videobotschaft der Gemeindepräsidentin und der Jugendbeauftragten an die Kinder und Jugendlichen. Eine Erhebung bei Kindergarten- und Schulkindern diente als Grundlage zur Planung der Rundgänge. Nun folgt die Auswertung. Im Herbst präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse und übergeben sie dem Gemeinderat. Dessen Rückmeldung erfolgt Ende 2021.

 

Jura21: Die Projektgruppe

· Gemeinderat & Jugendkommission Widnau, Yvette Werner, Projektleitung

· Offene Kinder- und Jugendarbeit OKJA Widnau, Steven Marx, Nina Stojakovic

· Schule Widnau, Joso Cacic

· Schulsozialarbeit SDM, Silvia Eberle

pd