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Sport Regional
22.01.2021
23.01.2021 14:49 Uhr

Kaderringer trotz Corona auf der Matte

Ringen: für Aktive und Zuschauer ein spannender, rassiger Sport (Bilder: Archiv Ulrike Huber) Bild: Ulrike Huber
Rheintal24 hat sich informiert: was machen die beiden Spitzen-Ringervereine Ringerclub Oberriet-Grabs (RCOG) und die Ringerstaffel Kriessern (RS Kriessern) in der Zeit der coronabedingten Einschränkungen?

«Ja, es ist derzeit nicht leicht, unserem Sport zu frönen...». Das Eingangsstatement von Patrick Dietsche, des technischen Leiters bei der Ringerstaffel Kriessern, fasst die derzeitige Situation im Ringsport treffend zusammen. Aber entgegen vieler anderer Sportvereine scheint es den beiden Rheintaler Ringerclubs aus Kriessern und Oberriet-Grabs zu gelingen, einen rudimentären Trainingsbetrieb im Einklang mit den Berner Corona-Schutzvorschriften weiterführen zu können.

Bild: Ulrike Huber

So bevölkern bei beiden Vereinen die Nachwuchsringer bis 16 Jahre die Trainingshallen, wie auch Daniel Steiger, Präsident beim RCOG, bestätigt: «Für die Schüler bis 16 Jahren bieten wir die Trainings noch immer an. Natürlich werden die Auflagen sauber umgesetzt. So tragen alle Trainer immer eine Maske. Zusätzlich bieten wir den Schülern ein Alternativprogramm an. Wem es nicht wohl ist, auf der Matte zu trainieren, der kann beim Alternativprogramm in Grabs im Freien mitmachen.»

In Kriessern sind es rund 30 Nachwuchsringer unter sechzehn Jahren, die aktuell ohne Einschränkungen trainieren. «Wobei wir aber darauf achten, dass die Eltern das Ringerzentrum nicht betreten.»

Daniel Steiger, Präsident beim RCOG: Uns allen fehlt aber das Messen auf der Matte sehr (Bild: ruesch-ag.ch) Bild: ruesch-ag.ch

Wie schaut das Training bei den Aktiven aus? Auch hier sind die Unterschiede zwischen den beiden Ringerhochburgen nicht gross. Patrick Dietsche zur Situation beim RSK: «Für die Aktiven im «Breitensport» bieten wir ein kontaktloses Training in Fünfergruppen an, um unsere Leute bei Stange zu halten. Die Kaderringer trainieren sowohl zu Hause als auch auf internationalen Lehrgängen uneingeschränkt, auch mit Körperkontakt. Wettkämpfe gibt es zur Zeit nur auf internationaler Ebene, aber auch da ist der Kalender sehr ausgedünnt worden.»

 

Patrick Dietsche von der RS Kriessern: «Wettkämpfe gibt es zur Zeit nur auf internationaler Ebene» (Bild: rsk.ch) Bild: rsk.ch

Derzeit hoffe man, dass die Qualifikationsturniere für die Sommerolympiade im März in Budapest und im Mai in Bulgarien durchführen zu können. In der Schweiz sind keine Wettkämpfe erlaubt. Aktuell sind alle Wettkämpfe, die für das 1. Quartal geplant waren, entweder abgesagt oder in die zweite Jahreshälfte verschoben worden. «Der Verband geht zur Zeit in der Planung noch davon aus, dass die Ligen der Mannschaftsmeisterschaft im Herbst wie geplant starten können.»

Bild: Ulrike Huber

In Oberriet dürfen derzeit nur die Kaderringer Andreas Vetsch, Maurus Zogg, Annatina Lippuner und Janis Steiger mit Körperkontakt noch auf der Matte trainieren. Für alle anderen ist das Kampftraining untersagt. «Wir trainieren so gut es geht in kleinen Gruppen im Freien oder individuell. Uns allen fehlt aber das Messen auf der Matte sehr, wir freuen uns, wenn es dann irgendwann wieder so weit sein wird», so Präsident Daniel Steiger.

Und das restliche Vereinsgeschehen? Ist es bei den derzeitigen Kontaktbeschränkungen überhaupt möglich, einen Rest von Vereinsleben aufrecht zu erhalten? Patrick Dietsche von den Kriessner Ringern gibt Antwort: «Sowohl auf Klubebene als auch auf Verbandsebene finden alle Sitzungen per Video-Stream statt. Die grösste Herausforderung für uns ist es aber sicher, jene Ringer, die nicht international ausgerichtet sind, bei der Stange zu halten und dafür zu sorgen, dass sie trotz der Einschränkungen die reduzierten Angebote nutzen und die Kontakte im Verein soweit wie möglich gepflegt werden.»

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Auch für den RCOG ist der Umstand, dass es derzeit keine Wettkämpfe, kein geselliges Beisammensein, keine Sitzungen und keine Turnier geben kann, eine sehr herausfordernde Situation. Daniel Steiger: «Ein gemeinsames Training kann niemals mit einem Chat oder mit einem  Onlinetraining ersetzt werden. Wir nutzen sämtliche Kanäle, um miteinander in Kontakt zu bleiben, aber wie schon gesagt, es ist nicht das gleiche. Ein Verein lebt von gemeinsamen Momenten, miteinander etwas unternehmen, Wettkämpfe zusammen erleben. Das alles fehlt uns zurzeit und verunmöglicht daher ein Vereinsleben. Wir haben aber das grosse Glück, dass wir sehr aktive Trainer und Betreuer haben und dass wir den Umständen zum Trotz eine sehr gute Stimmung im ganzen Verein haben. So ist es uns bis dato gelungen, alle Ringer von Klein bis Gross bei Laune zu halten. Wir setzen alles daran, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird.»

Aber es gibt ja nichts Schlechtes, in dem nicht auch etwas Gutes zu finden ist. So haben die Verantwortlichen beim RCOG diese spezielle Zeit genutzt und das Projekt «Next Level» ausgearbeitet, in dem verschiedene Ziele für die nächsten 5 Jahre für den Verein gesetzt und definiert wurden. Und dazu auch ein Video erstellt.

gmh/uh