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21.01.2021
21.01.2021 12:54 Uhr

Rheno Volley: „Wirtschaftlich geht es uns gut“

Präsident und zugleich Coach des Fanionteams Louis Rupf (rote Trainingsjacke)) inmitten seines Teams (Bilder: Archiv Ulrike Huber) Bild: Ulrike Huber
Wie geht es eigentlich den Rheintaler Volleyballern von Rheno Volley in Zeiten von Corona? Kann der Vereinsbetrieb aufrechterhalten werden? Ein Interview mit Vereinspräsident Louis Rupf.

Wenn im Rheintal vom Volleyballsport die Rede ist, dann ist auch von Rheno Volley die Rede. Denn die eifrigen Leutchen bei Rheno halten die Fahne dieses tollen Sports hoch. Ob im Winter in der Halle oder im Sommer beim Beachvolleyball. Aber Corona ist auch der natürliche Feind von Pritschen und Baggern. Es ist momentan eine karge Zeit für alle Sportler und Funktionäre. Die gewohnten Trainingsstunden, die Wettkämpfe, die Turniere und das gesellige Zusammentreffen mit den Vereinsfreunden: Nichts findet statt. Und es wird wohl noch einige Monate dauern, bis langsam, ganz langsam wieder Normalität einkehren wird.

Hoffentlich kann Rheno Volley bald wieder mit Angriffsschlägen glänzen. Bild: Ulrike Huber

«El Presidente» Louis Rupf gibt Auskunft

Was machen die Vereinschefs, um ihren Club am Laufen zu halten? „El Presidente“ Louis Rupf gibt für die Volleyballer von Rheno Volley in einem Interview Auskunft.

Rheintal24: Hallo Louis! Können bei Rheno Volley derzeit überhaupt irgendwelche Vereinstätigkeiten stattfinden?  Und ist es bei den derzeitigen Kontaktbeschränkungen überhaupt möglich, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten?

«Unser Verein führt seit Ende Oktober 2020 keine Vereinstätigkeiten aus. Aus dem Vorstand kam dann auch anfangs Januar die Weisung: Trainingsstopp bis Ende Februar 2021… Und dann mal weiterschauen. Da wir erst ab 18.00 Uhr trainieren (meist sind das die Nachwuchsabteilungen) und die Trainings eineinhalb Stunden dauern, ist es uns sowieso nicht gestattet, den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen, da wir in Konflikt mit der zeitlichen Einschränkung des Bundes geraten. In unserer Sportart macht es sowieso nicht viel Sinn, ohne Ballkontakt die Trainings zu gestalten oder alleine mit dem Ball zu trainieren. Vor allem im Volleyball ist man auf den Teamspirit und das Zusammenspiel angewiesen.

...wobei die Blockarbeit genauso wichtig ist. Bild: Ulrike Huber

Das Vereinsleben aufrecht zu erhalten ist derzeit nicht möglich. Hierzu zähle ich Events, die den ganzen Verein betreffen, wie z.B. Chlausturniere und Chlaushöck, Neujahrsturniere, Saisonabschlussfest, Hauptversammlungen mit dem gemütlichen Beisammensein, grössere und kleinere Heimrunden etc. All diese Events mussten aufgrund der Personenbeschränkung und auch der Einschränkung der sportlichen Aktivitäten abgesagt werden. In diesem Jahr wollten wir mit «44 Jahre Rheno Volley» sogar ein Schnapszahljubiläum planen, jedoch wird dies wohl auch ins Wasser fallen. Eine Planung jeglicher Events ist zurzeit schwierig bis unmöglich, da wir immer noch im Ungewissen sind, wie es weitergehen und sich das ganze entwickeln wird. Selbst die Vorstandssitzungen sind immer in der Diskussion: online oder präsent?»

Meisterschaftssaison komplett abgesagt

Rheintal24: Wie schaut es bei den Volleyballern derzeit aus? Ist bereits das ganze Jahr 2021 abgesagt, oder sind doch noch ab der voraussichtlichen Wirksamkeit der Impfkampagne ab Jahreshälfte Veranstaltungen im Rheintal oder im Kanton geplant?

«Der Regionalverband Nordostschweiz (RVNO) hat die Saison per Anfang Januar komplett abgesagt. Ab Januar hätte die Rückrunde stattgefunden und diese dauert normalerweise bis Ende Februar, Mitte März. Kurz danach kam sowieso die Verlängerung der getroffenen Massnahmen im Dezember 2020 vom Bund und somit war es klar, dass in allen Regionalligen keine Spiele mehr ausgetragen werden können. Wir vom Herrenfanionteam hatten ja noch im Oktober 2020 die Möglichkeit, ein einziges Match zu spielen und ich bin trotz dem verlorenen Spiel froh, dass wir es in einem 5-Sätzer austragen konnten. Zudem konnten wir im Mobiliar Cup (Swiss Cup) gute Erfolge gegen höher klassierte Mannschaften aus anderen Regionalligen erzielen und versuchen dann halt in der nächsten Saison im September 2021 (wenn bis dahin möglich) an diese Erfolge anzuknüpfen.»

Höchste Zeit, dass die Spieler bei Rheno Volley wieder jubeln dürfen. Bild: Ulrike Huber

Unterstützungsgelder von «Swiss Volley»

Rheintal24: Wie sind die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Zwanspause? Wie reagieren die Sponsoren? Wie reagieren die Aktiven? Fallen die Teams auseinander oder wird auch in dieser Zeit zusammengehalten?

„Wirtschaftlich gesehen geht es unserem Verein gut. Der Schweizer Dachverband «SwissVolley» hat vom Bund Unterstützungsgelder bekommen, die er zu einem Drittel auf den Profisport und zu zwei Drittel auf den Breitensport verteilt hat. Dort haben wir einen angemessenen Teil erhalten. Gleichzeitig fallen viele Saisonkosten weg. Das grösste Ersparnis machen wir wohl bei der Hallenmiete, die am Wochenende für Heimrunden und Wochenendspiele bezahlt werden muss. Zudem kommen uns die Schulen mit einem Mieterlass oder einer Mietminderung für die Trainingshallen entgegen.

Verluste von Mitgliedern verbuchen wir keine oder kaum. Und wenn sie den Verein verlassen, dann aus anderen Gründen und nicht aufgrund der Pandemie und des daraus folgenden Trainingsstopps. Swiss Olympic lancierte hier eine Kampagne unter dem Hashtag «#bleibimVerein». Ich fordere unsere Mitglieder in jedem meiner «Update-Mails» über die Pandemie auf, dieser Kampagne zu folgen.»

Die Mitglieder zeigen Loyalität

Rheintal24: Gibt es in dieser seltsamen Zeit auch Anfragen von Menschen, die sich für den Volleyballsport interessieren und mitmachen wollen?

«Ja, ich erhalte immer wieder Anfragen über unseren Trainingsbetrieb, Schnuppertrainings oder Mitgliederaufnahme. Das freut mich natürlich sehr. Viele, die angefragt haben, meinten dann auch, dass sie sich zu einem späteren, ruhigeren Zeitpunkt wieder melden würden.

Die frustrierten Mitgliederbeiträge und Lizenzkosten, die bereits von Spielern und allen anderen bezahlt wurden, können wir nicht zurückerstatten. Trotz der Einschränkungen unseres Vereinsangebots sind wir im Grundsatz als Verein auf unsere Mitglieder angewiesen. Wir sind deshalb auch froh, dass bisher keine Rückforderungen eingegangen sind. Denn auch die Lizenzkosten werden von SwissVolley nicht zurückerstattet. Gerade hier zeigen unsere Mitglieder grosses Verständnis und kein einziger hat eine Rückerstattung gefordert. Dies beweist mir die Loyalität aller unserer 131 Mitglieder.»

Wer sich für Volleyball und Rheno Volley interessiert, hier geht es zum «Rheno Magazin 20/21»: https://www.rhenovolley.ch/images/PDF/Rheno_Magazin_2020_2021.pdf

gmh/uh