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Berneck
10.01.2021
10.01.2021 13:08 Uhr

«Illegale Aktionen schaden öffentlichem Ansehen der Branche»

Kurt Indermaur ist Gastgeber im bekannten Restaurant «Maienhalde» in Berneck (Bild: Ulrike Huber) Bild: Ulrike Huber
Die Aktion #wirmachenauf von Gewerbetreibenden, die ihre Geschäfte ab Montag wieder öffnen wollen, schlägt hohe Wellen. Und erntet Unverständnis bei Gewerbeverband, Gastro Suisse, Gastro St.Gallen und Gastro Rheintal-Bodensee.

Es war die regionale Schlagzeile der Woche: «Trotz Verbot: Am Montag öffnen Beizen – auch im Rheintal?» titelte rheintal24.ch. Hintergrund war die Aktion «#wirmachenauf». Gewerbetreibende in Deutschland, Österreich, Holland und in der Schweiz wollten trotz Verbot ihren Laden oder ihr Restaurant wieder öffnen. Und zwar ab Montag 11. Januar 2021.

Auf der Liste der "Wir machen auf"-Ankündigungen finden sich u.a. Betriebe aus Balgach und Rheineck. Die Namen der Geschäfte sollen am Montag um 8:00 Uhr veröffentlicht werden.

«Solche Aktionen befürworten wir nicht»

Während die Wirte aus Balgach und Rheineck in diversen Medien ihre Unkenntnis von dieser Aktion beteuerten, liess Gastro Suisse verlauten: «Solche Aktionen befürworten wir nicht.» Walter Tobler, Präsident von Gastro St.Gallen, sieht die Aktion ebenfalls kritisch, wie er gegenüber FM1 Today sagte: «Das können wir nicht unterstützen. Wir betreiben aktuell politische Arbeit und kämpfen für Entschädigungen.»

Auch Kurt Indermaur, Chef des bekannten Restaurants «Maienhalde» in Berneck und Präsident von Gastro Bodensee-Rheintal, bläst in dasselbe Horn. Er habe schon seit Beginn der Woche von dieser Aktion gewusst, stehe aber ganz klar hinter der Haltung von Gastro St.Gallen und Gastro Suisse.

«Wir sind nicht gegen die Massnahmen von Bund und Kanton, wir brauchen nur ein konkrete und unterstützende Hilfe, um unsere Betriebe aufrecht zu erhalten. Unser Verband setzt sich schon auf allen möglichen Ebenen für eine mögliche Lösung ein.» Hier sollten sich Bund und Kanton ein Vorbild am alten Sinnspruch «wer schnell hilft, hilft doppelt» nehmen. Kurt Indermaur weiter: «Auch unter meinen Vorstandskollegen sind wir uns einig, wir und natürlich auch unsere Angestellten möchten unbedingt wieder arbeiten. Aber mit so einer illegalen Aktion schaden wir nur dem öffentlichen Ansehen unserer Branche und eine hohe Busse oder noch mehr Unannehmlichkeiten kann wohl grad kein Wirt gebrauchen.»

Dem Präsidenten von Gastro Bodensee-Rheintal kennt jedenfalls keinen Rheintaler Wirt, der tatsächlich am Montag sein Lokal entgegen der gesetzlichen Bestimmung aufschliessen will. «Mir ist persönlich kein Betrieb bekannt der sich der Aktion angeschlossen hat.» Er selbst bietet derzeit seitens des Restaurants Maienhalde Essen zum Mitnehmen an. «Take away» auf hohem kulinarischen Niveau. «Natürlich können wir so nicht alle Angestellten beschäftigen. Wir hoffen auf baldige Entspannung der herausfordernden Situation.»

 

gmh/uh