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Immobilien/Bau
28.10.2020
27.10.2020 11:07 Uhr

Von Widnau in die Welt hinaus

Marcel Schmitter, Bild: Marlies Thurnheer
Am 22. September feierte die saw Gruppe mit ihrem Partner SBB Cargo die Eröffnung eines neuen Container- Umschlagterminals für den kombinierten Verkehr auf ihrem rund 3 000 m² grossen Gelände in Widnau.

Text: Stephan Ziegler

Der von der saw-Gruppe und der SBB gemeinsam betriebene Terminal verbindet das Rheintal und das Vorarlberg mit dem Binnen-KV-Netz in der gesamten Schweiz. Zusätzlich werden via Basel internationale Verbindungen Richtung Seehäfen in Deutschland, Holland, Belgien und Italien erschlossen. saw-Geschäftsführer Marcel Schmitter freut sich über den neuen Hub.

Marcel Schmitter, dient der neuer Container-Umschlagterminal in Widnau nur dem Umschlag Ihrer eigenen Ware von der Strasse auf die Schiene (und umgekehrt) oder können auch Dritte den Terminal benutzen?
Der Terminal steht allen Interessierten diskriminierungsfrei für Umschläge Schiene/Strasse zur Verfügung! Natürlich ermöglicht dies auch interessante Kombinationen mit unseren eigenen Waren. Unsere Kernkompetenz ist ja die Herstellung von Betonelementen, die nun im kombinierten Verkehr ab dieser Umschlagsplattform transportiert werden können. Damit ergeben sich interessante Transportmöglichkeiten, und wir leisten erst noch einen Beitrag zur Verlagerung.

SBB Cargo war seit Jahren auf der Suche nach einem neuen Terminalstandort zur Erweiterung ihres Angebotes im Rheintal und dem angrenzenden Vorarlberg. Sie haben den neuen Terminal nun zusammen mit SBB Cargo realisiert. Wie hat sich die Zusammenarbeit gestaltet?
Äussert angenehm und auf Augenhöhe! SBB Cargo holt Kunden- bzw. Lieferantenbedürfnisse ab und versucht, eine für alle Parteien angemessene Lösung zu finden – wie wir auch. Da wir schon viele Jahre mit unserem Anschlussgleis Bahnkunden sind und mit SBB Cargo verkehren, ist uns das Thema «kombinierter Verkehr» alles andere als fremd. Mit ausschlaggebend, dass sich SBB Cargo für uns als Partner entschieden hat, war sicher auch der Standort im Herzen des Rheintals. Signale aus der Wirtschaft haben uns darin bestärkt, diese Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene allen anzubieten. SBB Cargo stellt dabei den Service, das Know-how und das Umschlagsgerät zur Verfügung – wir die Infrastruktur und das Personal.

Mit wie vielen Umschlägen rechnen Sie pro Tag?
Es können täglich sicher 50 Umschläge getätigt werden. Dafür hat SBB Cargo auch extra einen neuen, rund 78 Tonnen schweren Reach Stacker, einen Greifstapler zum Stapeln und Umschlagen von Containern, angeschafft – ein wahres Kraftpaket! Dazu bieten wir bei Bedarf – primär im Rahmen von Transportkonzepten – die Möglichkeit von Lagerungen an.

Der nächste SBB-Bahnhof ist Heerbrugg. Wie gestaltet sich der Transport zwischen Heerbrugg und dem KV-Terminal Widnau?
Der Transport vom Bahnhof Heerbrugg bis zu uns ins Firmenareal wird durch das transportierende Eisenbahnverkehrsunternehmen organisiert. Da haben wir als Terminal keinen grossen Einfluss. Aktuell bietet SBB Cargo mit seinem Rangierteam, das in St.Margrethen angesiedelt ist, diesen Service an.

Das Terminal ist nicht nur für den Binnen-, sondern auch für den Importverkehr vorgesehen. Was ist hier der Unterschied? Sämtliche intermodale Verkehre können im Terminal Widnau umgeschlagen werden – auch LKW-Auflieger. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Waren in maritimen Containern, Kühlcontainern oder Wechselbrücken umgeschlagen werden. Wir sind jeweils der Beginn oder das Ende eines kombinierten Schienen/Strassenverkehrs.

Gelangen Importwaren für die Region direkt zu Ihnen oder werden diese über das grosse Terminal in Basel abgewickelt?
Die Importwaren kommen über den Wasserweg, also mit einem Rheinschiff, oder die Schiene mit einem Shuttlezug ab den grossen Seehäfen in einen der Terminals im Raum Basel an. Dort werden sie je nach Ziel auf kleinere Wagengruppen umgeschlagen. In Zukunft wird sich in Basel das Internationale Geschäft übrigens auf den geplanten Gateway Basel konzentrieren.

Werden Sie Ihre eigenen Produkte dank des neuen Terminals nun noch mehr auf der Schiene transportieren lassen?
Ja. Uns bieten sich mit dem kombinierten Verkehr interessante Optionen in der Logistikkette. Die Produkte von saw sind bahnaffin und werden, wenn möglich, auf der Schiene zu den Endkunden spediert. Und unsere Rohstoffe werden schon seit Längerem zu einem Grossteil im Bahngüterverkehr angeliefert.

Dieser Text ist aus der LEADER Ausgabe Oktober. Die LEADER-Herausgeberin MetroComm AG aus St.Gallen betreibt auch rheintal24.ch.

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