Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda

Drei Platzverweise und ein Tor zuwenig

Rijad Abazi brachte mit seiner Einwechslung Offensivkraft ins Mittelfeld (Bilder: Ulrike Huber)
Nach einer schlecht gespielten ersten Halbzeit drehte St.Margrethen gegen den FC Romanshorn auf, konnte aber die 1:2 Niederlage nicht mehr abwenden.

Was auch immer das Trainergespann Besart Shoshi/Djordje Duvnjak ihren Spielern in der Kabinenpredigt beigebracht hatten, es hat genutzt. Denn nach einer gnadenlos verschlafenen ersten Halbzeit mit 0:2 Rückstand stand da eine völlig veränderte St.Margrethen-Elf auf dem Platz. Nicht personell verändert, denn mit Rijad Abazi wurde für Burak Eris, der unter der Woche nicht trainieren konnte, nur ein neuer Spieler gebracht, nein, die Heldsberger kamen mental verbessert und mit offensiver kämpferischer Einstellung zurück.

Auf glitschigem Terrain gespielt

Sofort wurde die Kontrolle über die im Dauerregen auf glitschigem Terrain ausgetragene Partie übernommen und die Gäste aus Romanshorn in diesen zweiten 45 Minuten ohne echte Torchance gelassen. Shoshi und Co. zeigten unter diesen schwierigen Bedingungen phasenweise guten Fussball und kamen immer wieder an und in den Strafraum der Gäste. Wo der Ball aber regelmässig an die Gegenspieler verloren oder am Tor vorbei versemmelt wurde. Ausser nach einem unwiderstehlichen Solo von Nurkan Ibrahimi. Einem energiereichen Vorstoss des rechten Aussenläufers, der aus dem Mittelkreis zielstrebig mit dem Ball am Fuss nach vorne eilte, mitten durch zwei Romanshorner Verteidiger hindurch preschte und dem fehlerlos haltenden Gästegoalie Raphael Marolf beim 1:2 Anschlusstreffer (58.) keine Abwehrchance liess.

Mario Zdravkovic und Ahmet Cetinkaya (im Hintergrund) zogen die Fäden im Mittelfeld.

Unbespielbarkeit des Romanshorner Platzes

Vor dem Pausenpfiff hatten die 150 Zuschauer, die mitgekriegt hatten, dass das Spiel kurzfristig wegen Unbespielbarkeit des Romanshorner Platzes auf die Rheinau verlegt worden war, einen absolut überlegen spielenden Tabellenführer gesehen. Wobei aber die Heldsberger Abwehr um Spielertrainer Besart Shoshi und Routinier Marc Lütolf und dem fehlerlos haltenden Torhüter Fabio Staudacher lange dichthalten konnten. Bis die Seestädter Sturmspitze Kai Länzlinger zweimal innert kurzer Zeit zuschlug und zweimal eine durch die Verteidigerbeine schlüpfende kurze Steilvorlage zur 2:0 Führung verwertete (30., 33.).

Die zahlreichen Freistösse, hier legt sich Liridon Maliqi den Ball zurecht, brachten nichts ein.

Als ob sie zur Schlachtbank geführt wurden

Nach dem Anschlusstreffer der Gastgeber wurde das Spiel zunehmend härter, die Ruppigkeiten häuften sich. Wobei der Referee zu viel Schauspielkunst zuliess. Vor allem die Romanshorner stiessen bei den leisesten Berührungen Schreie aus, als ob sie zur Schlachtbank geführt würden und wälzten sich wie waidwunde Tiere am Boden, um kurz nach der Bestrafung des angeblichen „Bösewichts“ auf Seiten der Heimischen wie ein junges Rehlein von dannen zu traben. Das hat mit Fairness nichts zu tun. Und hatte grossen Anteil an der Kartenorgie, die ab der 60. Minute zu verzeichnen war. So spielten die Margrethner nach dem gelb-roten Ausschluss von Valdon Axhija (66.) zunächst mit einem Mann in Unterzahl, waren aber immer noch leicht spielbestimmend. Als dann auch noch Fisnik Sinani mit gelb-roter Karte nach einer weiteren Schauspielaktion von Kai Länzlinger in die Kabine folgte (84.), musste man für wenige Minuten mit zwei Spielern weniger als der Gegner auskommen, konnte den Match aber ebenfalls noch offen halten. Doch wenig später kompensierte der Referee seine Entscheidung und schickte den Romanshorner Nils Spindler ebenfalls mit gelb-rot vom Feld. Tore fielen in diesen bunten Kartenspielzeiten keine mehr. An einen Spielfluss war nicht mehr zu denken.

Nicht leicht, auf dem glitschigen Geläuf auf der Rheinau das Gleichgewicht zu bewahren.

 

Matchtelegramm 16.10.2020

2. Liga Gruppe 1

FC St.Margrethen - FC Romanshorn 1:2 (0:2)

Rheinau, 150 Zuschauer SR Emre Bilge (Durchschnitt)

Tore:   30. Länzlinger 0:1, 33. Länzlinger 0:2, Ibrahimi 1:2.

FC St.Margrethen: Staudacher; Sinani, Shoshi, Lütolf, Axhija; Cetinkaya, Eris (46. Abazi), Ibrahimi, Shala (20. Sarac, 65. Hajurallahu); Zdravovic, Maliqi.

FC Arbon: Marolf; Häberli, Ajvazaj, Lang, Lieberherr (46. Widermann); Zanetti (72. Pfomann), Idrizi, Spindler, Keller; Zinna, Länzlinger (85. Sadiki).

Gelbe Karten:  22. Axhija, 22. Ajvazaj, 47. Sarac, 57. Zinna, 64. Lang (Unsportlichkeit), 76. Shoshi, 79. Spindler, 82. Sinani, 86. Maliqi, 90.+2. Sadiki.

Gelb-Rote Karten: 66. Axhija, 84. Sinani, 89. Spindler (alle Foulspiel).

 

aktuelle Tabelle 2. Liga Gruppe 1

 

1. FC Romanshorn 1 8 6 0 2 (10) 23 : 11 18  
2. FC Rorschach-Goldach 17 1 7 5 2 0 (17) 26 : 7 17  
3. FC Mels 1 8 4 1 3 (26) 20 : 18 13  
4. FC Ruggell 1 6 3 2 1 (16) 10 : 6 11  
5. FC Au-Berneck 05 1 7 3 2 2 (19) 9 : 10 11  
6. FC Montlingen 1 6 3 1 2 (18) 14 : 12 10  
7. FC Vaduz 2 6 2 2 2 (11) 10 : 11 8  
8. FC St. Margrethen 1 7 2 2 3 (15) 11 : 12 8  
9. US Schluein Ilanz 1 7 2 1 4 (20) 11 : 18 7  
10. FC Arbon 05 1 7 1 3 3 (43) 11 : 18 6  
11. FC Altstätten 1 7 1 0 6 (21) 10 : 18 3  
12. FC Rheineck 1 6 0 2 4 (18) 4 : 18 2  

 

gmh/uh