Eine nur noch als «lässig» zu bezeichnende Stimmung herrschte dieses Jahr am Altstätter Augustmarkt. Die Sonne hatte sich hinter einer nur dünnen Wolkendecke versteckt. Aber es blieb trocken. Perfektes Marktwetter also. Entsprechend der Besucherauflauf. Schon am Vormittag drängten sich die Gwundrigen und Kaufwilligen zwischen den vielen Ständen.
«Augschtamart» – ein Markt wie ein Markt sein soll
Breite Palette an Dingen
Denn zu kaufen gibt es ja an den Wochenmärkten ohnehin eine breite Palette an Dingen, die man braucht oder auch nicht braucht. Und das Warenangebot war auf diesem grossen Markt, der sich ja nicht nur über die Marktgasse, sondern auch auf die Obergasse und die Gerbergasse erstreckte, noch grösser als sonst.
Was es nicht alles zu kaufen gab: selbstgeknüpfte Teppiche, Hüte in allen Formen und Grössen, Steine und Mineralien selbstgemachte Crémes und Öle, die gegen jedes Zipperchen und Wehwehchen helfen sollen. Man konnte sich von Kopf bis Fuss ausstaffieren. Mit Bambussocken, Unterwäsche über Jeans und Gürtel bis zu Edelweiss-Hemden. Zum Glück gab es auch so manchen Soft-Ice-Stand, damit die allzu Kaufwütigen einen kühlen Kopf bewahren konnten.
Marktschreier auf dem Markt
Was noch aufgefallen ist: endlich war wieder einmal ein richtiger «Marktschreier» auf dem Markt. Daniel Meier aus Oberrohrdorf pries samt Lautsprecheranlage und dem Mikro am Mund einen Gemüsehobel an. Und demonstrierte mit lockeren Sprüchen und witzigen Einlagen, wie dieser Hobel jedes Gemüse in jede nur erdenkliche Form bringt. Sein Stand war meist von einer Traube von Zuschauern umlagert.
Ob Stängeli oder Würfeli, ob Scheiben oder in Schraubenform, mit diesem Gemüsehobel würden alle Wünschen von Hausfrau oder Hausmann erfüllt. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Geschäft heute», strahlte der sympathische Aargauer, «Das Hauptgeschäft war schon vor zwölf Uhr mittags, da ist es sehr gut gelaufen.»
Vom Wurstsalat bis zur geknüpften Hundeleine
Über gute Geschäfte freute man sich auch beim Stand vom heimischen Magenbrotproduzenten Rohner: «Es läuft sehr gut. Wie eigentlich immer an diesem Traditionsmarkt», so Patrick Rohner. Ins selbe Horn bliesen die Damen vom Frauenchor Altstätten, die selbstgemachtes vom Wurstsalat bis zur geknüpften Hundeleine anboten. «Mit viel Liebe!», wie betont wurde.
Doch nicht nur reine Verkaufsstände findet man auf einem grossen Monatsmarkt. Auch das BAZ, das Bundesasylzentrum hatte einen Stand. Wo Asylwerber das Gespräch mit den Einheimischen suchten und die in der Beschäftigungswerkstatt entstandenen Basteleien ausstellten. Dort erfuhr man auch Wissenswertes zum Asylzentrum. «Wir sind dem Staatssekretariat für Migration untergeordnet», erzählte ein Betreuer, «die Leute, die bei ihrer Einreise einen Asylantrag stellen, sind längstens für vier Monate bei uns. Bis dahin muss ein erster Entscheid gefällt sein.»
Das Gespräch mit den Bürgern
Und auch Wahlwerber für die im September anstehenden Stadtratswahlen machten auf sich aufmerksam. Wie etwa Aline Schäpper, die an ihrem professionell aufgemachten Stand das Gespräch mit den Bürgern suchte. Während sich der bisherige Stadtrat und per Leserbrief einiger Altstätter zum «Gemeindepräsidentenkandidat», der nicht auf dem Wahlzettel steht, beförderte Andreas Broger unter die Menge der Marktbesucher gemischt hatte.